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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911. 
machen, da die Leichter erst auf feste Bestellung hin angenommen und mit 
Kohlen aufgefüllt werden können; sie werden dann, wie in Japan üblich, in 
kleinen Körben an Bord und in die Bunker von Kulis ziemlich schnell über- 
gemannt. Proviant ist immer vorhanden, frischer zu mäßigen, Dauer- 
proviant zu teuren Preisen. Kapt. A. Rupp bezahlte im Mai 1909 für aus 
Nagasaki importierte Kartoffeln, das Pikul zu 133'/, Pfund, 5 Yen, 1 Pfund 
Fleisch 25 bis 24 Sen, 1 Pfund Gemüse 7 Sen, 1 Pfund Zwiebeln 10 Sen; für 
Wasser die Tonne 50 Sen. Kapt. W. Hülsebusch schreibt: »Das Wasser wurde 
uns in zwei Wasserbooten längsseit gebracht und durch eine auf einem Leichter 
stehende Dampfpumpe an Bord gepumpt. Es stammte aus einem Sammelbecken 
von der Choragu somu- oder Deer-Insel und war ziemlich trübe und weich. 
Gleich nach dem Gebrauch dieses Wassers litt die Mannschaft an Durchfall, der 
aufhörte, als das Wasser zum Trinken abgekocht wurde. In Portland Or. ließ 
ich das Wasser von einem Arzte untersuchen, der es als einwandsfrei und zu 
jedem Zwecke verwendbar erklärte.« Andere Ausrüstungsgegenstände sind 
recht teuer und nicht immer erhältlich. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutsches Konsulat ist nicht vorhanden. 
Europäische Firmen als Schiffshändler und Makler sind leicht auffindbar. 
Mehrere gute japanische Krankenhäuser mit Arzten, die in Europa, auch in 
Deutschland, ausgebildet sind, stehen den Schiffen im Notfalle zur Verfügung. 
Zuverlässige japanische Seekarten kann man von Kobe oder Nagasaki be- 
ziehen; sie werden von allen deutschen dort bekannten Kapitänen empfohlen. 
Einrichtungen zur Zeit- und Deviationsbestimmung und zur Instrumenten- 
prüfung fehlen noch. 
Der Amunyoku Kan oder Yalu-Fluß und seine Häfen. 
Nach Fragebogen Nr. 5389 des I, Offiz. F. Lieber, D. »Tsingtau«, vom Mai 1910. Ergänzt nach den 
neuesten deutschen, englischen, amerikanischen und japanischen Quellen. D. Adm-Krt. Nr. 299, Ost- 
Chinesisches Meer. Brit. Adm-Krt. Nr. 1256, Gulfs of Pe Chili & Liau Tung; Nr. 1257, Approaches 
to Ping Yang Inlet and Yalu Kiang; Nr. 3652, Amunyoku Kan (Yalu River). Jap. Adm-Krt. Nr. 343, 
Choppeki Point to Entrance of Amunvoku Kan (Yalu Kiang); Nr. 350, Amunyoku Kan (Yalu Kiang). 
Der Amunyoku Kan ist einer der großen Flüsse, die in den Golf von 
Pe Chili münden; der Hauptstrom bildet die Grenze zwischen der japanischen 
Provinz Korea und der chinesischen Mandschurei, Die Leuchttonne Nr: 2 im Ost- 
fahrwasser liegt auf 39° 30’ 45” N-Br. und 124° 22’ 20” O-Lg. Die Mißweisung 
bei der Leuchttonne Nr. 2 betrug 1910 5° W, bei Antung, etwa 43 Sm stromauf- 
wärts 6° W; die jährliche Anderung kann vernachlässigt werden. 
Allgemeines, Das weit verzweigte Flußgebiet des Amunyoku Kan ist noch 
mit dichtem Urwald bestanden. Diese Wälder liefern das Holz, das auf dem 
Strome und seinen Nebenflüssen zu seiner Mündung heruntergeflößt und in einem 
der im Mündungsgebiet liegenden Häfen nach dem Auslande verschifft wird. 
Etwa 50 Sm stromaufwärts bis zu dem Orte Chanson, wo die ersten Stromschnellen 
sind, kann der Strom von kleinen Küstenfahrern und 200 Sm stromaufwärts bis 
Mao Erh Shan von Dschunken befahren werden, 40 Sm von der Ansteuerungs- 
tonne im östlichen Fahrwasser gerechnet, stromaufwärts liegt Antung, der be- 
deutendste Hafen an diesem Strome, den Seeschiffe bei Hochwasser im allgemeinen 
mit 3.05 m (10), unter sehr günstigen Umständen mit 3.7 m (12') Tiefgang er- 
reichen können. Auf 40° N-Br. eben unterhalb der Mündung des Nebenflusses 
Toran Gan erweitert sich der Unterlauf zu einem von meistens niedrigen Ufern 
eingefaßten Delta. In diesem Delta liegen die bis 88 m (288’) hohen Shin To-, 
Tasarugi- und Banjo -Inselgruppen. Die niedrigen Inseln der Flußmündung 
fallen während des Sommers trocken, sind dann mit Gras bewachsen und im 
Frühjahr während der Schneeschmelze mitsamt den niedrigen Flußufern über- 
schwemmt. Ein ausgedehntes Wattenmeer entsendet seine Sände und Bänke bis 
10 und 15 Sm weit in den Golf von Pe Chili hinaus. Durch diese Sände führen
	        
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