436 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911.
zu und ankert möglichst dicht an ihnen, je nach dem freien Platz, am besten
gleich mit zwei Ankern,
Die Hafenanlagen von Fusan befinden sich nicht bei diesem Orte im nörd-
lichen und sehr flachen Teile der Bucht von Tsan liang hai, sondern im tiefen
südlichen Teile bei dem Orte Sorio, wo auch die japanischen, chinesischen und
europäischen Niederlassungen sich befinden. Die noch im Bau befindlichen
Hafendämme. bilden kleine Häfen für Küstenfahrer, Leichterfahrzeuge und
Dschunken. Der südliche Kai ist Anlegestelle der der japanischen Eisenbahn-
Gesellschaft gehörenden Postdampfer; letztere unterhalten die Verbindung mit
den hauptsächlichen japanischen Häfen, An der Vergrößerung und Verbesserung
der Hafenanlagen wird unausgesetzt gearbeitet, die Hafendimme werden weiter
in die Bucht hinausgeschüttet, und Anlegestellen für kleinere Seeschiffe sind
bereits hergestellt. Während Kapt. W. Hülsebuseh vom September 1908 noch
von einer hölzernen Anlegebrücke für die Dampfer der japanischen Eisenbahn-
gesellschaft berichtet und während seines Aufenthalts noch an der Verlängerung
des südlichen Hafendammes gearbeitet wurde, meldet Kapt. A. Rupp vom Mai
1909 bereits die Fertigstellung des südlichen Hafendammes und der eisernen
Anlegebrücken innerhalb desselben für die Dampfer der japanischen Eisenbahn-
gesellschaft, während die Fertigstellung des nördlichen Hafendammes der Vollen-
dung entgegenging. Vorläufig scheint aber an eine Vergrößerung und Vertiefung
des Innenhafens zwischen den Hafendämmen, so daß auch große Seedampfer
einlaufen und an die Landungsbrücken anlegen können, nicht gedacht zu werden.
Die großen Seedampfer sind wie bisher auf die Leichterfahrzeuge beim Ent-
löschen und Beladen angewiesen, Im Innenhafen liegen die Leichterfahrzeuge,
soweit der Platz reicht, in der Nähe und am Zollamt. Etwas nördlich der
chinesischen Niederlassung werden ebenfalls Liegeplätze für Leichter, Dschunken
und Küstenfahrzeuge geschaffen. Auch die »Standard Oil Company of New York«
hat große Anlagen, an den Innenhafen grenzend, um ihre Ölkisten unmittelbar
aus den Leichtern wahrnehmen und aufstapeln zu können, Zum Verkehr mit
dem Lande benutzt man meistens nicht die Schiffsboote, sondern mietet von
einem Japaner einen Sampan für den Tag und die Liegezeit; je nach der Anzahl
der anwesenden Schiffe wird man mehr oder weniger bezahlen müssen, Kapt.,
A, Rupp bezahlte täglich 1,25 Yen für einen japanischen Sampan während
seines Aufenthalts in Fusan. Alle Boote landen beim Zollhause. Der beste
Liege- oder Ankerplatz für Seeschiffe ist möglichst dicht vor der Einfahrt zum
Innenhafen von Sorio auf etwa 9 bis 12 m. Da hier aber kein Platz zum
schwaien bleibt und der Strom gelegentlich mit einer Geschwindigkeit bis zu
3 Knoten durch die Enge der Straße von Sorio hindurchsetzt, vor langer Kette
also kein sicheres Liegen ist, so muß man gleich mit beiden Ankern in der
Richtung NO nach SW vermuren. Kapt. W. Hülsebusch schreibt über den
inneren Ankerplatz von Fusan: »Löschen und Laden wird durch Leichter von
20 bis zu 50 Tons vermittelt, Die Arbeit wird aber häufig durch Seegang
unterbrochen, denn obgleich man gegen die von außen hereinlaufende Dünung
gut geschützt liegt, so entsteht doch im Hafen selbst, zumal bei nördlichen und
nordöstlichen Winden, sehr schnell eine kabbelige See, die um so schlimmer
wird, wenn der Strom gegen den Wind läuft, Dann liegen die kleinen Leichter
schlecht längsseite, tanzen auf und nieder und schlagen zuweilen voll, Die Ver-
bindung mit dem Lande durch Sampans ist dann unmöglich, und man muß, um
trotzdem an Land kommen zu können, einen der kleinen Leichterschlepper dazu
benutzen. Wir löschten auf 50000 Petroleumkisten in Fusan länger als auf
100000 Kisten in Chemulpo.«
Der Verkehr zwischen den Schiffen und dem Lande beschränkt sich in
der Bucht von Tsau liang hai auf die Hafenanlagen von Sorio, der Ort von Fusan
besitzt nicht einmal eine bequeme Anlegestelle für Dschunken, nur bei der Ort-
schaft Choragu bildet ein parallel mit der Küste laufender Wellenbrecher einen
kleinen Hafen für Küstenfahrzeuge, Vor diesem alten Wellenbrecher bei dem
aufgeschütteten Gelände wird ein neuer Wellenbrecher gebaut. Er ist zeitweilig
durch drei Leuchtbaken bezeichnet, von denen je eine an beiden Enden und