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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Kamtschatka (Westküste). 
jedoch weder seiner Lage noch seiner sonstigen Beschaffenheit nach richtig dar- 
gestellt. ; 
Der Lauf des Flusses ist vielmehr nach WSW gerichtet, bis er in etwa 
54° 27’N und einem Abstand von der Küste von etwa ?/, Meile nach Süden ab- 
biegt und, zur Küste parallel laufend, erst in etwa 54° 10’ N in die See mündet, 
Ungefähr 5 Sm nördlich der Mündung nimmt er den kleinen Nebenfluß Udo auf, 
Die durch den Unterlauf des Flusses gebildete Landzunge besteht aus Kies, 
während das linke Flußufer niedriger Moorboden ist, der bei Hochwasser nur 
23 Fuß über dem Niveau des Flusses liegt und häufig überschwemmt wird. Die 
Barre war auch bei Niedrigwasser für das Beiboot nahe der Bake passierbar. 
Im Flusse liegen viele Bänke, die bei Niedrigwasser trocken fallen, nahe dem 
rechten Ufer bleibt jedoch eine tiefe Rinne. Es wurde am Strande gegenüber 
dem bereits erwähnten Wellblechschuppen gelöscht. Gerade diesem gegenüber 
liegt die Mündung des Udo. Eine an dieser Stelle errichtete japanische Fischerei 
war bei unserer Anwesenheit am 1. September bereits verlassen, einige größere 
Fischerboote japanischer Bauart wurden im Sande halb vergraben vorgefunden. 
Die Niederlassung Woroffskoje, welche etwa 60 Einwohner zählt, liegt am gleich- 
namigen Fluß, etwa 8 Sm oberhalb der Udomündung. 
Am 2, September, ein Tag vor Neumond, war um 11% N Hochwasser, der 
Hub ‚betrug 10 Fuß. Zwischen Niedrigwasser, welches um 2% N stattgefunden 
hatte, und Hochwasser war um 6 Uhr ein Zwischenhochwasser von etwa 4 Fuß. 
Auf dem Ankerplatz war der Strom am größten kurz nach Niedrigwasser, 2 Sm 
nordwärts. 
Kompakova. Etwa 38 Sm nördlich der Mündung des Woroffskoje mündet 
der Kompakova-Fluß. Am Südufer steht eine Bake, welche in der Form einer 
Pyramide gebaut ist und ein Dreieck mit der Spitze nach unten als Toppzeichen 
trägt; das Bauwerk war im September 1910 noch im guten Zustande, Auch 
der Unterlauf dieses Flusses bildet ein schmales Haff, in welches dieser auf 54° 
46’N mündet. Eine etwa 100 m breite Landzunge trennt den Wasserarm vom 
Meere; die Verbindung erfolgt erst in 54° 52’N, Das Haff erstreckt sich jedoch 
noch etwa 16 Sm weiter nordwärts. Die Bake ist von See aus schlecht auszu- 
machen, ihre Lage ist in den N. f. S. auf 54° 49 N angegeben, nach unseren Be- 
obachtungen steht sie 3 Meilen weiter nördlich, Ungefähr 1 Sm südlich der Bake 
stehen zwei kleine Holzhäuser einer russischen Fischerei. »Lysholt« ankerte 
gegenüber der Stelle, an welcher der Fluß in das Haff mündet. Dort stehen 
mehrere hundert Meter landeinwärts zwei mit Strohmatten gedeckte. Wellblech- 
schuppen der Kamtschatka-Handelsgesellschaft. Ein schmaler Fußweg führt den 
Fluß entlang zur Kamtschadalen-Niederlassung Kompakova, 2%, Meilen von der 
Küste. Die Einwohnerschaft besteht aus etwa.10 Familien. Einige Kühe sowie 
3 Pferde und über 100 Hunde wurden gezählt. Eine russische Telegraphen- 
station, auf welcher ein Beamter stationiert ist, wird errichtet. 
Am 5. September war 1% N Niedrigwasser. Es: fand nur ein Hochwasser 
statt, Hub 8 Fuß. Der Flutstrom setzte nördlich, doch war er schwächer als 
auf den übrigen Ankerplätzen. 
Krutogorova. Auf 55° 4’N steht eine hölzerne Bake in Form einer ab- 
gestumpften Pyramide, welche als Toppzeichen eine rechteckige Tafel mit einem 
Dreieck, Spitze nach unten darunter, trägt. Sie bezeichnet die Stelle, an welcher 
der Fluß nahe der Küste nach N umbiegt; die Mündung liegt etwa 2 Sm nörd- 
licher. Zwischen dem Krutogorova und dem Haff, welches sich von der Mündung 
des Kompakova nach Nord hin erstreckt, tritt die Küste etwa 2 Sm weit vom 
Meere zurück. Auch der Krutogorova sendet nördlich seiner Mündung einen 
schmalen Arm weiter, der sich mit dem Oblukowina (Oglukomona) vereinigt. 
Die Mündung des Krutogorova ist bei Hochwasser etwa 15m breit und nur zu 
dieser Zeit und bei ganz ruhigem Wetter passierbar. Die im Bogen davor 
liegende Barre fällt bei Niedrigwasser trocken, bei Hochwasser bilden sich auf 
ihr hohe Kämme und Strudel. Der Fluß war noch bei halbem Hochwasser bis 
zur Bake befahrbar. 
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