420 ; Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911.
kehrt lagen die Verhältnisse am 28. November bei Kap Horn; am Tage 1.35 mm,
nachts nur 0.03 mm. Im allgemeinen findet man aber, daß bei sonst gleichen
Verhältnissen in der Nacht die Verdunstung ein Drittel bis ein Halb der am
Tage beträgt. Es wurden im ganzen an 16 Tagen in allen Gebieten halbtägige
Beobachtungen angestellt, und diese ergaben als Mittel 3.9 mm Verdunstung am
Tage gegen 1.55 mm in der Nacht, also annähernd 4 zu 1.6. Dieses Verhältnis
wurde unter gleichzeitiger Berücksichtigung der übrigen Umstände benutzt, um
an den Tagen, an denen aus irgendwelchen Gründen wie plötzliche Regengüsse,
Spritzer, Beschädigungen der Apparate bei Segelmanövern usw. nur 12 Stunden
beobachtet werden konnte, Werte für den ganzen Tag zu berechnen, Allerdings
sind diese Werte dann als nicht völlig einwandfrei gekennzeichnet, obwohl sie
sich ausnahmslos gut einfügen.
Durch den Verdunstungsprozeß an der Oberfläche der Meere
wird eine Zunahme der Dichte der obersten Wasserteilchen erfolgen,
Es fragt sich nun, ob an der Oberfläche eine Anreicherung mit schwereren
Teilchen stattfindet, oder ob ein sofortiges Herabsinken eintritt. Schott war im
Valdiviawerk, wie eine Berechnung der Tiefe, bis zu der die durch Verdunstung
schwerer gewordenen Teilchen sinken, ersterer Meinung, der Krümmel im
Handbuch entgegentritt. Um die Frage zu klären, wurden Beobachtungen mit
einem größeren zylindrischen Gefäß von 35 cm Tiefe, 315 qem Verdunstungs-
oberfläche und 10 1 Inhalt angestellt. Es wurden aus ihm zu bestimmten Stunden
direkt an der Oberfläche, in der Mitte und am Grunde mittels Pipette Wasser
zur Titration entnommen. Leider zerbrach das Gefäß beim Überstaggehen nach
zwei Versuchen, so daß weitere Versuche nicht unternommen werden konnten,
Tabelle VHI
21. Oktober
1908
GV
Sn! toll S | t°
. - | : } |
3409 272 35.08 — | 35.12 30.2| 35.28 29.1] 35.44 29.0] — * 26.1| 35.75 25.7
34.99 27.2] — '- ] 35.12 , 30.2 35.25 ; 29,1 35.50| | -|-|- |
3199 2721 — | — I 35.27 30.21 35.32 | 29.1! 35.53 28,8) 35.62 26.11 95.75 | 25.7
Oberfläche . .
Mitte 2.22
Boden .....
5. November
1908
ea v1 oyay !aacan I ayax | 6yaxN ! ıaymav
30% | 6° Son | eo
|
61
A
V
s 07 | zo
j Ss = t°
37.92 22,5
Oberfläche . . .
Mitte ,.....
Boden ..... I
! | 1
37.04 24,3] 37.16 25.0] 37.32 27.7 37.53 | 27.0 37.60 25.7
37.04 243 — | — 37.342799 — || — | ze
37.04 1 24,3] 37.16 25.8] 37.34 | 27.8 | 37.7025: 37,88 224 37.04 22,5
# 1 ) | | |
*) Flasche mit Probe zerbrochen.
Aus diesen Zahlen folgt zunächst, daß eine Ansammlung schwererer
Teilchen an der Oberfläche nicht stattfindet. Wir haben nicht ein einziges
Mal an der Oberfläche einen höheren Salzgehalt und, wenn wir die Temperatur mit
berücksichtigen, größere Dichtigkeit als am Boden. Die durch die Verdunstung
schwerer werdenden Teilchen sinken sofort, und es muß also eine ständige
Vertikalbewegung vorhanden ‚sein, da auch die tiefer liegenden mit den sinkenden
ihren Platz vertauschen, Dabei findet auch eine Temperaturübertragung Statt,
denn jedes Teilchen nimmt seine Temperatur mit nach unten, bzw. oben. Nun
ist, worauf Krümmel aufmerksam macht, ein bestimmtes ‚Minimum der Dichtig-
keitszunahme nötig, damit die der Bewegung Widerstand leistende innere Reibung
überwunden wird. Wenn wir sagen, daß die durch die Verdunstung schwerer
werdenden Teilchen sofort sinken, so ist damit gemeint, daß sie sich nicht in