Lütgens, R.: Die Verdunstung auf dem Meere,
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ein Vergleich mit dem 16. bis 17. November zeigt, nicht die Hauptursache sein.
Denn am 16./17. war die allgemeine Lage bis auf den Wind, der durchschnittlich
unter Stärke 1 blieb, völlig dieselbe, die Verdunstung betrug aber nur 5,5 mm
gegen 12.6 mm 2 Tage vorher. Und ganz genau zwischen diese beiden Tage
paßt der 15./16. mit gleichfalls denselben Verhältnissen bis auf die mittlere
Windstärke 6. Er ergab 9 mm Verdunstung. Ähnliches zeigt auch der 4./5. und
5./6. Oktober im Südostpassat (Tabelle IV).
Tabelle IV.
f
4./5. Oktober 1908 . . . 73.5 % 4.5 Stunden fast 5 | 7.3 mm
5./6. « 1908 . 74 9% ; 55 x unter 3 4.9 «
Alle anderen Faktoren treten dem Winde gegenüber zurück, müssen aber
gleichfalls beachtet werden. Die Sonnenscheindauer kommt’ auch in der
Tabelle I zum Ausdruck und trägt z. B. im Passat wesentlich zur Verstärkung
der Verdunstung bei, während anderseits die starke Bewölkung in der Stillen-
region und in höheren Breiten verringernd wirkt. Größere Unterschiede in der
Sonnenscheindauer machen sich häufig von einem Tag zum anderen unter sonst
gleichen Verhältnissen bemerkbar. Die Erhöhung der Temperatur ist dabei
nicht so wichtig, da auf See der tägliche Temperaturgang unabhängiger von der
jeweiligen täglichen Sonnenwirkung ist, zum Unterschied vom Lande, wo an
sonnigen Tagen die Temperatur meist wesentlich höher als, an bedeckten steigt.
So erklärt sich zwanglos der Gegensatz der Bordbeobachtungen zu den‘ schon
erwähnten in Trivandrum. Eine tabellarische Zusammenstellung aller Ver-
dunstungswerte auf der »Panganie, nach Sonnenscheindauer geordnet, zeigt eine
gewisse Abhängigkeit, die aber nicht so scharf wie beim Wind ist.
Tabelle V, _
Sonnenscheindauer | 02.5 Std. | 3-—5.5 Std. | 6-—8.5 Std. 19 Std. und darüber
50—380° Nord und 30—60° Süd | 1.9 mm (8) 4.3 mm (15) 3.9 mm (15) 5.9 mm (17)
30° Nord bis 30° Süd, ...'. [38 « (5) 7.3 « (5) 62 « (17 8.1 « (19)
Die relative Feuchtigkeit macht sich gleichfalls im Gange der Ver-
dunstung nicht sehr stark bemerkbar, Auch wenn man für jeden Wert der
Reise die Frage untersucht, lassen sich kaum Beispiele für den Einfluß der rela-
tiven Feuchtigkeit finden, da der Wind fast immer den Einfluß unterdrückt.
Auf der Heimreise konnte die Luftfeuchtigkeit nicht gemessen werden, und des-
halb ist eine tabellarische Zusammenfassung nur für die Ausreise möglich.
Tabelle VI,
Relative Feuchtigkeit } Unter 70% | 70-74 %, | 75—79 9% |80—84%, | 85—89 9% | 90% und mehr
50—80°N. 30—60° 8, | 7.9 mm (5) 5.5 mm (7) 3.3 mm (5) 28 mm ©28 mm © 2.4 mm (5)
30° Nord his 30° Süd [| 6.0 « (2)! 60 « (4)!61 « (10)138 « (9IL0 « (1)
Die außertropischen Werte, die sehr gleichmäßig auf die einzelnen Gruppen
verteilt sind, ordnen sich gut ein. Von den zwischen 30° Nord und Süd ge-
fundenen Werten kann aber dasselbe nicht behauptet werden, da z. B. die Gruppen
70—74°%, und 75—799%, keinen Unterschied aufweisen, Im Südostpassat war die
relative Feuchtigkeit ziemlich groß, und so sind die hohen Verdunstungswerte
dieses Gebietes fast alle in die letztere Gruppe gefallen. Bei Zusammenfassung
der tropischen und .außertropischen Werte wird der Zusammenhang zwischen
relativer Feuchtigkeit und Verdunstung bis auf die letzten beiden Gruppen regel-
mäßiger, aber so ausgeprägt wie bei Verdunstungsmessungen auf dem Lande ist
er nicht,
Nun hat Ule in seinem Aufsatz »Zur Beurteilung der Evaporationskraft
eines Klimas« zuerst Intensität und Geschwindigkeit der Verdunstung .unter-
Relative Feuchtigkeit | Sonnenschein | Wind