accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

116 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1911, 
Ein Vergleich der Verdunstungshöhen mit dem gleichzeitigen Verlauf der 
meteorologischen Elemente von Tag zu Tag, soweit Beobachtungen gelangen, 
zeigt — immer ergänzt, in ähnlichen Klimagebieten —, daß der Wind der alles 
überragende Faktor ist (Figur 1). Nun lassen allerdings die Versuche in 
Trivandrum die Abhängigkeit vom Sonnenschein in den Vordergrund treten 
und Krümmel vertritt auch die Meinung, daß der Wind bisher stark über- 
schätzt ist, obwohl auch die von ihm im Handbuch der Ozeanographie wieder- 
gegebene Mazellesche Tabelle den Zusammenhang zwischen Verdunstungshöhe 
und Wind klar zum Ausdruck bringt. Anderseits behaupten in neuester Zeit 
Bigelow und besonders C. F. Marvin, daß alle Verdunstung in der Natur ganz 
vom Wind abhängig ist, nachdem schon de Heen gezeigt hat, daß auch ein 
gesättigter Gasstrom über eine Flüssigkeit streichend Dampfteilchen mitreißen 
kann. Alle gegenteiligen Beobachtungen beziehen: sich auch auf die Verdunstung 
auf dem Lande, wenn auch teilweise vom Seewasser. Für die vorliegende Unter- 
suchung auf dem Meere selbst wird sich die alle anderen Einflüsse übertreffende 
Bedeutung des Windes nicht bestreiten lassen, denn die Kurven für Wind und 
Fir 1 
Sıl 
Z 
5 
af 
ä 
340. 
1 
3 
> 
0 
} 
a ' 
En = 
Q 
ne 
af 
Ackmga- 
Ä 
70 
in 
4} 
X as 
OL 
12. X. (18.) 14. 15, 16. 17. 18. 20. 2. 2 24 2%. 27. @) 80. 831. XL 8 4 & 
Gang der Verdunstung, der mittleren Windstärke, relativen Feuchtigkeit und Sonnenscheindauer 
vom 12. Oktober bis 5. November 1908. 
Verdunstung laufen fast völlig parallel, Dasselbe Ergebnis zeitigt eine Zusammen- 
fassung der Verdunstungsgrößen nach Windstärken geordnet, wie die Tabelle III 
zeigt. Die eingeklammerten Zahlen geben dabei die Anzahl der Beobachtungen, 
die selbst in 2 Gruppen für die heißen und die gemäßigten Gebiete getrennt 
sind, Es sind sämtliche Beobachtungen verwandt, jedoch zeigen auch die Werte 
der Ausreise oder der Rückreise allein dasselbe Bild. 
Tabelle III . 
Windstärke Beaufortskala | 0—1.5 | 2—3.5 | 45 | 6 und mehr 
50—30° Nord und 30—10° Süd | 0.Smm (2) | 3.5 mm (19) | 4.1 mm (24) | 5.9 mm (11) 
30° Nord bis 30° Süd . , .| 39+* MAY! 66 « A129) | 73 « 20) | 104 *« (5) 
Zahlreiche andere Belege lassen sich weiter für die Wirkung des Windes 
anführen. So ist das Maximum der Verdunstung von 12.6 mm in 24 Stunden 
am 14, bis 15. November 1908 auf 35° Süd und 50° West, also nicht im Passat, und 
bei Luft- und Wassertemperaturen von nur 14 bis 17° beobachtet worden. Seine 
Erklärung findet es nur in dem am 14. herrschenden Sturm von durchschnittlich 
fast Windstärke 10, der erst nachts stark abflaute. Dabei war der Himmel klar 
und die relative Feuchtigkeit nur 61%, also sehr niedrig, aber das kann, wie
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.