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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1y11
Im südlichen Winter sollte man daher südlich von 30° S-Br. so weit nach Osten
vordringen, daß man auch bei kräftigem Passat einen zweckmäßigen Ansteue-
rungspunkt vor einer der Straßen ohne wesentliche Einbuße an Fahrt erreichen
kann. Im SO-Passat viel Ost anzuhalten wird oft schwierig sein. Dagegen
wehen im südlichen Sommer, namentlich im Hochsommer auch auf den süd-
lichen Wegen oft östliche Winde, und zu derselben Zeit pflegt der SO- Passat
schwach zu sein, Es dürfte daher im Hochsommer bei ungünstiger Gelegenheit
auf dem südlichen Wege oft ratsam sein, anstatt eines größeren Umweges nach
Süden so nördlich zu steuern, daß man befriedigenden Fortschritt macht. Gelangt
man dabei in zu kräftigen SO-Passat, so wird es am besten sein, dessen Nord-
grenze, die dann ziemlich südlich liegt, aufzusuchen und hier nach Osten zu
steuern.
VIN. Für die kürzesten Wege durch den Passat
ergibt sich aus dem Vorstehenden von selbst, daß der südliche Sommer die
günstigste Jahreszeit ist und daß man verhältnismäßig leicht die Nordgrenze
des SO-Passates erreichen kann, um hier nach Osten zu steuern, wenn auf dem
kürzesten Wege ungünstige Verhältnisse angetroffen werden. Im südlichen
Winter sind die kürzesten Wege durch den Passat am wenigsten zu empfehlen.
Hat man sie dennoch eingeschlagen, so wird bei zu kräftigem Passat zwar auch
nichts übrig bleiben, als nordwärts zu steuern, indessen reicht der SO-Passat
dann so weit nach Norden, daß man große Umwege machen muß, ehe man
günstige Verhältnisse treffen wird.
IX. Für die Wege Nord um Madagaskar,
die aber nur eingeschlagen werden sollten, wenn man nach dem Golf von Ben-
galen oder nach Pulo Bras will, ist jede Jahreszeit günstig; nur wird man,
wenn Kap Amber passiert ist, erst dann mit Vorteil entschieden nach Osten
steuern, wenn man keinen westlichen Strom mehr hat, Ist man durch diesen
hindurch und in den östlichen Strom gekommen, so wird es sich empfehlen, so
lange darin zu bleiben, bis man den westlichen Nordostmonsunstrom auf einem
kurzen Wege durchqueren kann. Die Deutsche Seewarte.
Bericht über die vierunddreißigste, auf der Deutschen Seewarte
abgehaltene Wettbewerb - Prüfung von Marine - Chronometern
(Winter 1910 —1911).
Die 34. Chronometer-Wettbewerb-Prüfung hat, wie in den Vorjahren, in der
Abteilung IV der Deutschen Seewarte unter der Leitung des Vorstandes derselben,
Professor Dr. Stechert, stattgefunden. Das Ergebnis der Prüfung wird in dem
nachstehenden Bericht veröffentlicht,
Die Beteiligung an der 34. Wettbewerb-Prüfung war reger als je zuvor,
Im ganzen waren 87 Chronometer von neun deutschen Firmen eingeliefert worden.
Drei dieser Instrumente schieden im Verlauf der Prüfung teils wegen Stehen-
bleibens, teils wegen sprunghafter Gangänderung wieder aus. Die übrigen ver-
teilen sich auf folgende Einlieferer:
J. Aßmann-Glashütte i. Sa. .
Chronometer-Werke- Hamburg
L. Jensen-Glashütte i. Sa.
A. Kittel-Altona . . 2. 2... .
A, Lange & Söhne-Glashütte 1. Sa.
F. Lidecke-Geestemünde ., . .
F., Schlesicky-Frankfurt a. M.
Union-Glashütte i. Sa. .
C. Wiegand-Peine .