386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1911.
mittelst Lanschen längsseite gebracht und in Pützen übergemannt wurde; es
war gut und schön klar und konnte auch ungekocht als Trinkwasser Ver-
wendung finden,
Docks und Ausbesserungswerkstätten sind nicht vorhanden. Für das Not-
ruder der »Lydia« mußten zwei Paar starke eiserne Bänder in einer sehr
primitiv eingerichteten Schmiede an Land angefertigt werden, die trotzdem gut
gemacht und nicht übermäßig teuer waren,
Auf besondere Einrichtungen und Hilfsmittel für die Schiffahrt ist in
diesem entlegenen Hafen nicht zu rechnen. Längenbestimmungen können
zur Chronometerkontrolle von der Reede aus über der westlichen Kimm wohl
vorgenommen werden, allein sie haben in Hinblick auf die Unsicherheit der An-
gaben über die Länge der Leuchtfeuer keinen Sinn.
Berichtigung.
Auf Seite 276, Zeile 2 usw. von unten, Maiheft 1911 dieser Zeitschrift über
die Hewett-Bucht, wird nach »Avisos a los navegentes« Nr. 36/1910 berichtet:
„S. M. S. »Bremen« fand nach Passieren der Einfahrt, daß in der Bucht nicht
genügend Raum zum Drehen des Schiffes war.“ Der Seewarte ist nun vom
Kommando $.M. S, »Bremen« eine Berichtigung zugegangen, in der es heißt:
„Eine Nachmessung ergab, daß die Breite der Hewett-Bucht zwischen der innen
liegenden Insel und dem gegenüberliegenden Ufer nicht 2 Kabellängen, sondern
215 m beträgt; dieselbe Breite hat die Bucht fast auf ihrer ganzen Länge. Es
fehlt also nicht der Platz zum Drehen, sondern zum Schwoien vor Anker,“
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Kon. Nederlandsch Meteorol. Instituut, Nr. 105: Oceanographische en Meteoro-
logische Waarnemingen bij Kaap Guardafui. Amsterdam, H. G, Born. Preis
fl. 6. 1909.
Dies Kartenwerk ist dazu bestimmt, die 1888 und 1889 vom Niederländischen Meteorologischen
Institut herausgegebenen zwei Hefte »Strom und Oberflächentemperatur bzw. Luftdruck und Wind
im Golf von Aden und in der Nähe des Kap Guardafui« in gemeinsamer Auflage zu ersetzen. Es ist
dabei eine ganz neue Arbeit entstanden, Früher reichte das dargestellte Gebiet von 13° 36’ N-Br, bis
59 N-Br. und von Perim bis 58° O-Lg., jetzt von 13° bis 9° N-Br. und 49° bis 56° O-Lg.; das Ge-
biet ist also erheblich eingeschränkt und umfaßt nur speziell die Guardafui-Gewässer; aber der Maßstab
ist von rund 1:45 Millionen auf 1:1.5 Millionen vergrößert worden.
In der neuen Auflage verdienen zunächst die 12 ersten Tafeln — die Strömungen in den ein-
zelnen Monaten — Beachtung; es sind nicht bloß die vorherrschenden Richtungen, sondern auch die
übrigen beobachteten Richtungen gegeben, und es ist zugleich die verschiedene, der einzelnen Richtung
zukommende Geschwindigkeit kenntlich gemacht; auffälligerweise wurde jedoch die verschiedene
‘prozentische) Häufigkeit der Einzelrichtungen nicht zum Ausdruck gebracht, so daß alle Striche der
Stromrose oder des Stromsternes gleich lang abgebildet sind. Wesentlich ist auf der anderen Seite
für den praktischen Gebrauch an Bord der Umstand, daß nur solche Stromversetzungen benutzt
wurden, die auf astronomischen Beobachtungen (oder Peilungen) in Zwischenräumen von nicht mehr
als 6’bis 8 Stunden beruhen,
Die sich anschließenden 12 Monatskarten der Windverhältnisse geben in je einem Pfeile für
ein Quadratfeld von je 12 Minuten-Seite die vorherrschende Richtung des Windes zugleich unter
Kennzeichnung der ihm zukommenden mittleren Stärke nach der B. Sk. Es folgen 12 kleine Karten
der Luftdruckverteilung auf 1 Tafel, dann 12 Karten der Isothermen der Luft und des Wassers auf
je 4 Tafeln (jeweils 3 vereinigt auf einem Blatte). Es sind Strombeobachtungen aus den Jahren 1888
bis 1908, Windbeobachtungen aus den Jahren 1888 bis 1901 benutzt; für die übrigen dargestellten
Faktoren ist das Material der Jahre 1873 bis 1908 verwertet. Schade ist, daß für die schwierige und
gefährliche Gegend bei Ras Hafun meist große Lücken in dem Material vorhanden sind. Schott.