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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Obolensky, W.: Hamburgische Registrierballon-Aufstiege vom S. bis 13. August 1910. 29 
und III gehören, indem der Anfang der Schichten in 10 020 und 9980 m Höhe 
war bei den Eintrittstemperaturen — 47.4° und — 52.6°, Am 141. und 12. August 
war Type II, indem der Anfang in. der Höhe 11010 bzw. 10850 m bei einer 
Eintrittstemperatur von — 57,3° bzw. — 57.2° lag, und dann erhöhte sich in den 
oberen Schichten die Temperatur bis auf — 49.7° bzw. — 52%. Man muß dies 
auch erwarten, denn am 8, und 9, August war Hamburg im Gebiete des niedrigen 
Luftdruckes; aber am 11. und 12, August lag es im Hochdruckgebiete und hatte 
im Westen von sich eine Depression, 
Den Wind konnte man nur in einem Falle durch Visierung des Ballons 
bis in die oberen Schichten verfolgen, nämlich am 9, Auxust, Hier war seine 
Richtung NNW, WNW, W, SW, SSW und W. Seine Geschwindigkeit vergrößerte 
sich anfangs bis 10 m p. Sek.; dann aber verminderte sie sich. Der Wind also 
hatte hier verschiedene Richtungen und Geschwindigkeiten, 
Mittlerer Zustand der Atmosphäre in dieser Woche. 
Der mittlere Zustand ist in Tab, II und in Fig. 2 neben den Einzelwerten 
gegeben. Wir sehen, daß für die zwei ersten Höhenstufen der Gradient klein 
ist, weil hier Temperaturumkehrungen stattfanden. Für 1000 bis 1500 m erreicht 
der Gradient sein Minimum, weil auch hier Temperaturumkehrungen waren. 
Für 2000 bis 2500 m erreicht er 0.33°, dann sinkt er wieder bis 0.22° für 2500 
bis 3000 m, denn hier fanden auch Temperaturumkehrungen statt. Höher wächst 
der Gradient, und für 6000 bis 7000 m erreicht er seinen maximalen Wert 0.85, 
um dann bis 9000 bis 10000 m fast konstant zu bleiben. Endlich sinkt er für 
10000 bis 11000 m bis 0.12%, dann geht er in —0.21° über und wird dann 
fast Null. Die Feuchtigkeit sinkt fast ununterbrochen, nur in einer Höhe von 
2500 m steigt sie etwas und sinkt dann schnell; besonders scharfe Erniedrigung 
ist zwischen 3000 und 4000 m. 
Es ist auch nicht uninteressant, die Temperatur- und Feuchtigkeitsände- 
rungen unserer Luftsäule in verschiedenen Höhen von einem Tage zum anderen 
zu verfolgen. Man betrachte dazu Fig. 3. Vom 8. zum 9. August stieg die 
Temperatur für die ersten 1000 m, für die höheren Teile sank sie. Die Feuchtig- 
keit sank für die ersten 1000 m, für die übrigen dagegen stieg sie. Vom 9. 
zum .10. August stieg die Temperatur für die unteren 2500 m und dann fiel sie. 
Die Feuchtigkeit nahm wieder den umgekehrten Gang. Vom 10. zum 11. August 
sank die Temperatur, außer in 0, 2500, 5000 und 6000 m Höhe. Die Feuchtigkeit 
stieg für die unteren 4000 m und dann sank sie, Vom 11. zum 12. August 
stieg die Temperatur für die ganze Säule, mit Ausnahme der unteren 1500 m 
Die‘ Feuchtigkeit fiel außer in 500 bis 1000 m Höhe. Endlich vom 12, bis. 
13.. August stieg die Temperatur für die ersten 1000 m, von da bis 6000 m 
sank sie und höher stieg sie wieder, Die Feuchtigkeit stieg überall, außer in 
den Höhenstufen 1000, 5000 und 6000 m. Im letzten Falle haben wir den Über- 
gang von Hochluftdruck zu Depression, Hann hat bereits auf Grund der 
Beobachtungen an Bergstationen gezeigt, daß die Cyklonen in ihren mittleren 
Teilen kälter als die Antieyklonen sind. Auch Bezold zeigte auf Grund der 
Berliner Aufstiege, daß die relative Kälte, der Cyklonen mindestens bis 8 km 
Höhe geht. Teisserenc de Bort aber hat zuerst gezeigt, daß oberhalb dieser 
Höhe wieder die Cyklonen wärmer sind als die Antieyklonen. Gold und Harwood 
haben ebenfalls gefunden, daß die Cyklonen bis 9 km Höhe kälter und höher 
oben wärmer sind als die Anticyklonen., Endlich kommt A. Wagner aus inter- 
nationalen Aufstiegen zu dem Schluß, daß bis zu 10 km Höhe die Cyklonen 
durchschnittlich kälter sind als die Anticyklonen; aber von 10 km an werden 
die Cyklonen wärmer. 
Zum Schluß möchte ich Herrn Prof. W. Köppen meinen aufrichtigen Dank 
für seine wertvollen Anweisungen aussprechen.
	        
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