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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Yokkaichi. 
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Schiffe und für Dampfer, die viel Ladung löschen oder: laden bzw. Ballast 
löschen oder einnehmen müssen, von der Landungsbrücke für die Leichter zu 
weit entfernt ist, wodurch viel Zeitverlust entsteht. Kapt. A. Schulze verholte 
daher sein Schiff mit Hilfe eines kleinen Schleppers näher an Land und zwar 
in die Ankerpeilung: Leuchtturm rw. 811° (mw. NW), die von der Reede aus 
gesehene südliche Landzunge in rw. 181° (mw; S’'/,„W) und lag auf 8.2 m 
(41/, Faden) Wasser, Sand und Schlick-Grund gut und in angemessener Entfer- 
nung von der Anlegebrücke für die Leichter. Das Löschen und Laden erfolgt 
in Leichter, die von einem kleinen Schlepper von der Landungsstelle zum Schiff 
und zurück geschleppt werden, Das Risiko für diese Ladungsarbeiten und die 
Unkosten trug der Empfänger der Ladung. Kapt. A. Schulze hatte 86 000 Pe- 
troleumkisten, innen Tanks, an Bord, die aus den Seitenpforten des Zwischen- 
decks herausgemannt wurden. Der von der Firma Massudaja & Co., gemäß 
Kontrakt für die Tonne 90 Sen, an Bord gelieferte Ballast bestand aus Sand 
und Kies, Täglich wurden 120 bis 250 Tons Ballast übergenommen, im ganzen 
1000 Tons. Bei südöstlichen Stürmen ist die Reede ungeschützt. ; 
Gezeiten. Die -Hafenzeit ist bei Yokkaichi um 6% 30" die Hochwasser- 
höhe bei Springtide 2.13 m (7): Auf der Reede ist die Wassertiefe etwas von 
den herrschenden Winden abhängig; bei anhaltenden nördlichen Winden, also 
hauptsächlich im Winter, ist die Wassertiefe geringer, bei anhaltenden südöst- 
lichen Winden, also im Sommer, höher als unter normalen Verhältnissen, Die 
Gezeitenströmungen werden ebenfalls je’ nach der Windstärke mehr oder 
weniger von den jeweilig herrschenden Winden beeinflußt, auf der Reede von 
Yokkaichi, wie überhaupt im nördlichen Teile der Isi-See, ist das weniger be- 
merkbar, sehr stark tritt es aber in der Irako-Durchfahrt in die Erscheinung, 
Hier setzt der Ebbstrom für gewöhnlich mit 2 Knoten in südöstlicher, der Flut- 
strom mit 1%, Knoten in nordwestlicher Richtung hindurch; die Winde beein- 
flussen, wie eben beschrieben, Richtung und Geschwindigkeit dieser Gezeiten- 
strömungen sehr beträchtlich. ; 
Wind, Wetter: und Klima vgl, »Sailing Direetions for Japan, Korea, and 
adjacent Seas« 1904 S, 18 bis 27, ; ; 
Hafenanlagen. Links neben dem Leuchtturm ist ein Wellenbrecher erbaut, 
unter dessen Schutz die Leichter gelöscht und beladen werden. Am Fuße dieses 
Wellenbrechers liegt das Zollhaus (vgl. die Vertonung) und hier ist auch die 
Anlegestelle für Boote, Der Verkehr mit dem Lande wird, abgesehen von den 
Leichtern, durch Sampans vermittelt, Es sind große Hafenanlagen beabsichtigt 
und bereits in der Ausführung begriffen. Es sollen Wellenbrecher in die Bucht 
hinausgebaut werden, um einen geräumigen Hafen für große Seeschiffe zu 
schaffen, dessen Tiefe 9,8 m (32’) unter Niedrigwasser betragen soll. Die neuen 
Hafenbauten sind durch ausgelegte Tonnen bezeichnet. Über den gegenwärtigen 
Stand dieser Arbeiten liegen noch keine zuverlässigen Nachrichten vor. 
Hafenunkosten stellten sich 1907 für den Segler »Renege Rickmers« von 
1959 R-T. netto wie folgt: ; 
Tonnengelder‘, 1.0.0000. 0 
Schlepplohn für zweimaliges Verholen . . . . 
Löscharbeiten, für 1000 Petroleumkisten 95 Yen 
Hospitalkosten , 2... . 
1000 t Ballasteinnahme . . . 
Sampan-Miete, täglich 1.50 Yen 
Summe . ,. . 1982.45 Yen. 
Für Leichter werden per Tonne 6 bis 7 Sen bezahlt. 
Die Stadt hat 27000 Einwohner, Fremde, nicht einmal Chinesen, waren 
bisher nicht ansässig. Für die die Reede anlaufenden Schiffe entsteht mitunter 
Zeitverlust, weil die Zoll- und Hafenbeamten ‚fremde Sprachen nicht verstehen; 
die Verständigung mit ihnen daher Schwierigkeiten macht. Nur zwei Japaner 
sollen die englische Sprache notdürftig beherrschen. Die Einfuhr besteht in 
Rohbaumwolle, - Dünger, Reis, Bohnen, Petroleum: die Ausfuhr in Baumwollzeug,
	        
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