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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1911.
Schleppdampfer zum Schleppen der Prähme sind vorhanden,
Sturmsignale werden auf dem Hügel südlich von der staatlichen Landungs-
brücke von Mororan gezeigt,
Quarantäne. Nach Kapt, A, Schau braucht ärztlicher Besuch nicht abge-
wartet zu werden, ehe man mit dem Lande verkehren darf. Gesundheitspaß
wurde nicht verlangt. Dagegen mußte Kapt, Thode den ärztlichen Besuch ab-
warten, ehe er an Land konnte und mußte auch den Gesundheitspaß vorlegen,
Quarantäneeinrichtungen waren nicht vorhanden.
Zollbehandlung ist kulant. An Schiffspapieren werden 2 Proviantlisten,
Meßbrief, Schiffszertifikat, Musterrolle verlangt. Tabak und Zigarren wurden
versiegelt.
Gezeiten. Die Hafenzeit für Mororan ist 4b 35min, die Hochwasserhöhe
bei Springtide 1.5 m. Nach englischen Quellen ist die Hafenzeit 4b 3min, die
Hochwasserhöhe bei Springtide 1.8 m, bei Nipptide 1.1 m und der Tidenhub bei
Nipptide 0.4 m.
Ankerplatz im Hafen. Man läuft auf dem unter Einsteuerung gegebenen
Kurs in den Hafen hinein und ankert auf etwa 7.3 bis 9.1 m Wasser. Der
Ankerplatz ist nur ungeschützt gegen steife nordwestliche Winde. Kohlen nehmende
Dampfer sollten mit 2 Ankern vertäuen, um zu verhindern, daß die Kohlen-
leichter gegen die Schraube schlagen, Dies kann bei vor einem Anker liegenden
Schiffen leicht geschehen, wenn bei Seegang das Heck des Dampfers giert.
Hafenanlagen. Zum Beladen der Kohlenprähme sind bei Repunyetosu-
kereppu (Yeto Sima) mehrere kleine Ladebrücken angelegt worden, von denen
die größte 61 m lang ist; Bahngleise liegen auf den Brücken, Eine 457 m lange
Brücke ist im Bau, Nach Vollendung derselben sollen längsseits liegende Schiffe
die Kohlen direkt aus den Eisenbahnwagen übernehmen, Am Außenende der
Brücke soll ein Kran mit 100 Tons Hebekraft errichtet werden. Da der Hafen
hauptsächlich der Kohlenausfuhr dienen soll, so sind noch verschiedene Ver-
besserungen und Neuanlagen geplant. Zum Laden und Löschen ist man
meistens noch auf die gewöhnlichen Einrichtungen der Schiffe beschränkt und
auf Leichter, die Kohlen und andere Ladung an und von Bord bringen. Die
Kohlen werden in Säcke gefüllt, längsseit gebracht, und 10 Säcke in einer Hiev
in einem Taunetz übergenommen, Kapt. Schau berichtet, daß man auf diese
Weise 1500 bis 2000 Tons übernehmen könne, wenn genügend Dampfwinden an
Bord und Leute zum Trimmen zur Verfügung ständen. Es empfehle sich auch
schon vor Ankunft des Schiffes, Nachricht über die gewünschte Kohlenmenge zu
geben, damit die vorhandenen Leichter schon vorher beladen werden können,
was sehr viel Zeit erspart. Nach Kapt. W. Thodes Bericht wird im Jahre 1911
die 457 m lange Kohlenbrücke bei Repunyetosukereppu (Yeto Sima) fertig, die
Fahrrinne dahin und längsseit der Brücke soweit ausgebaggert sein, daß See-
schiffe bis zu 8.5 m Tiefgang an ihr liegen und Kohlen mittelst Schütten direkt
aus den Bahnwagen übernehmen können. Die Yezo-Kohle, »Best Jubari Lump«,
die in Mororan zur Verschiffung gelangt, ist im allgemeinen gut, aber etwas
»leicht«, d. h. sie verbrennt schneller als Wales- oder Westfälische Kohle, und
gibt viel Asche. Kapt. Thode bezahlte für die Tonne Kohlen 15 Yen und nahm
555 t Bunkerkohlen in 10 Stunden über. Nach älteren Berichten schwanken die
Kohlenpreise in Mororan sehr stark, derartig, daß verschiedene Schiffe es vor-
zogen, anstatt in Mororan in Moji zu bunkern, Um ein Versanden des Hafens
infolge der steifen Nordwestwinde im Winter zu verhüten, beabsichtigt man, vor
der Einfahrt zum Hafen einen Wellenbrecher zu errichten. Baggerungen sind
fortwährend im Gange. Eine rote Festmachetonne liegt im Hafen.
Bootslandungsstelle befindet sich beim Zollamt. Schiffsboote werden
zum Verkehr mit dem Lande nicht benutzt. Es dienen hierzu Sampans, die
jederzeit zu billigem Preis zu haben sind,
Hafensignale. Dampfer, die um Kohlen zu nehmen einlaufen, sollen drei
Töne mit der Dampfpfeife geben. Auf dieses Signal wird ein Angestellter der