van der Stok-Herrmann: Elementare Theorie der Gezeiten usw. 373
Die eingetragenen Kappazahlen, auf Grund deren die Linien gleicher
Phase, »Homokumenen«, gezogen sind, sind verschieden von den Kappazahlen in
der Übersicht der Stationen. Die Kappazahlen geben, geteilt durch die Winkel-
geschwindigkeit n, den Zeitpunkt des Hochwassers in lokaler Zeit und sind unter
sich erst vergleichbar nach Verbesserung für den Zeit- oder Längenunterschied,
Für diese Karten sind alle Kappazahlen in der mittleren Zeit von Batävia ausge-
drückt; ist der Unterschied in der Länge gegen Batavia 1, so ist also die Korrektion
1
— 15 XnNn
— 75 > 28.084 = — 1.931£ür die M, = Tide
2x 15.041 = — 1 für die K, = Tide,
ınd
Für westlich von Batavia gelegene Orte ist die Korrektion also positiv,
Eine Betrachtung der Tidenkarten wird besser als eine Beschreibung eine
Einsicht in den sehr zusammengesetzten Mechanismus der Tidenbewegung des
Indischen Archipels geben. Nicht allein, daß aus allen angrenzenden Meeren
Tidenwellen in dieses Gebiet eintreten, sondern auch über verhältnismäßig kleine
Oberflächen, wie die Java-See, können keine durchlaufenden Homokumenen
gezogen werden, da offenbar die längs der Südküste von Borneo laufende
Welle von anderer Art und anderen Ursprungs ist, als die, welche sich west-
wärts längs der Nordküste Javas fortpflanzt. Ebensowenig können die Tiden an
der Ost- und der Westseite des südlichen Eingangs der Makassar-Straße in ein-
fache Beziehung zueinander gebracht werden, weil auch längs der Westküste
von Borneo ein Tidenregime herrscht, das ganz und gar verschieden von dem
im Lingga-Archipel ist.
Da, wo eine Tidenwelle wegen Interferenz von Wellen verschiedenen
Ursprungs praktisch verschwindet, ist durch einen kleinen Kreis darauf auf-
merksam gemacht.
In der M,-Karte findet man diese singulären Punkte in der ganzen Java-
See, an der Westküste Borneos, bei Makassar und bei Batjan. Besonders merk-
würdig ist in dieser Hinsicht der südliche Teil der Westküste Borneos, wo mitten
in einem großen Gebiet, in dem die eintägige Tide die Hauptrolle spielt, diese
wegen Interferenz zweier Wellen, die südwärts und nordwärts laufen, bei der
Djilai-Mündung zu einem Minimum wird.‘
Mororan (Japan).
Nach Fragebogen Nr. 4766 des Kapt. A. Schau, D. »Niagara«, vom Oktober 1908; Nr, 5168 des
Kapt. W. Thode, D. »Dorothea Rickmers« vom Oktober 1910. Ergänzt nach englischen und ameri-
kanischen Quellen, D, Adm-Krt. Nr, 300 Japanisches Meer; Brit. Adm-Krt, Nr. 452, Yezo island
with the adjacent straits of Tsugaru, La P6rouse and Yezo; Nr. 2441, Tsugaru Strait: Nr. 3591,
Iburi Wan or Uchiura Wan: Nr. 3507. Mororan Ko.
Mororan liegt auf dem südwestlichen Teile der Insel Yezo, an der Nordost-
seite der Iburi- oder Volcano-Bucht, eben innerhalb ihrer Einfahrt. Der Hafen
gewinnt immer mehr an Bedeutung infolge der in der Nähe gelegenen Kohlen-
minen, und es ist beabsichtigt, ihn speziell für die Kohlenausfuhr einzurichten;
Die geographische Lage des Leuchtfeuers auf Daikoku-jima in der Einfahrt zum
Hafen von Mororan ist 42° 21’ N-Br. und 140° 55’ O-Lg. Die Mißweisung für
das Jahr 1911 beträgt 6.3° W, die jährliche Änderung +3.
Allgemeines. Die Iburi- oder Volcano-Bucht ist fast von kreisrunder Form
mit einem Durchmesser von etwa 23 Sm. Die Wassertiefe beträgt in ihrer Mitte
etwa 91 m (50 Faden), nach Land zu nimmt dieselbe allmählich ab. Die Einfahrt
ist zwischen Suna Taki im Südwesten und Chikiu Mizaki im Nordosten un-
gefähr 15 Sm breit und nach der Karte frei von Gefahren. An ihrer Nordost-