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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1911. 
Schiffsausrüstung. Es liegen beständig große Kohlenvorräte auf den 
Lagerplätzen der Mitsui Mining Company. Die Beladung der Schiffe mit Kohlen 
geschieht zwar mit ganz modernen aus England bezogenen Paternostergetrieben, 
trotzdem können diese Anlagen den Verkehr nicht bewältigen, da nur immer 
drei Seeschiffe zugleich im Hafenbecken liegen können. Auch sind die Schütten 
für Ballastschiffe nicht hoch genug gebaut, so daß in solchen Fällen mit Körben 
die Kohlen übergenommen werden müssen, bis die Schütten über Deck reichen. 
Kapitän W. Thode schreibt hierüber: 
»Bei meiner Anwesenheit in Miike im März 1910 waren zwei Kohlen- 
schütten vorhanden und eine dritte war im Bau begriffen. Eine solche Schütte 
soll bis zu 5000 t in 12 Stunden in den Schiffsraum fördern, aber das erscheint 
nur möglich, wenn die Schiffe Selbsttrimmer sind, also überhaupt nicht getrimmt 
zu werden brauchen. »Dorothea Rickmers« hatte schon die halbe Kohlenladung 
in Moji eingenommen, und um die noch fehlenden 3000 t in allen vier Luken 
aufzufüllen, dauerte es in Miike gut 14 Stunden, davon wurde die halbe Zeit 
mit zwei Schütten gearbeitet. Hiernach zu rechnen können etwa 1000 t in 
sechs Stunden mit den Schütten übergenommen werden. Bloß um Bunkerkohlen 
einzunehmen, sollten meiner Ansicht nach Schiffe den Hafen von Miike lieber 
nicht anlaufen, weil die Schütten für hochliegende Ballastschiffe zu niedrig sind, 
dann müssen die Kohlen durch Kulis in kleinen Körben übergemannt werden, 
was, da die Menschen am Orte knapp sind, sehr lange dauert, Dazu kommt der 
weitere Übelstand, daß die Schiffe nur bei Tageshochwasser ein- und auslaufen 
können, und wenn .in Ballast, bei stürmischer Witterung überhaupt nicht in den 
Hafen gelassen werden. Das Anlaufen des neuen Kohlenhafens ist also meistens 
mit viel Zeitverlust verknüpft und daher, wenn es sich nur um eine beschränkte 
Ergänzung von Bunkerkohlen handelt oder die Schiffe in Ballast hoch über 
Wasser liegen, nicht empfehlenswert. Jedenfalls sollten Schiffe, die nach Miike 
kommen, um dort eine Ladung Kohlen zu nehmen, vorher keinen Ballast aus- 
pumpen. « 
»Maria Rickmers« nahm im Juni 1909 während des Ladens teils mit Kulis 
durch Übermannen, teils mittels der Schütten 950 t Bunkerkohlen, Preis für die 
Tonne = 17sh 3 d. Bei rechtzeitiger Bestellung kann jede Quantität Kohlen 
entweder von den Lägern oder direkt aus den Gruben den Schiffen geliefert 
werden. Frischer Proviant ist in genügender Menge und guter Beschaffen- 
heit vorhanden und auch billiger als in den japanischen Haupthäfen, Kartoffeln 
sind sogar wesentlich billiger. Kapt. A. Rupp zahlte folgende Preise für: !/, kg 
Fleisch 0.30 Yen, Kartoffeln für den Picul zu 60.5 kg 3.20 Yen, Ochsenleber 
U, kg 0.15 Yen, gemengtes Gemüse */, kg 0.05 Yen. Ein Schiffshändler hat sich 
am Platze niedergelassen und hält auch Dauerproviant und andere Schiffs- 
ausrüstung, wie Farben, Packung usw. auf Lager; nach Kapt. Thode ist 
Schiffsausrüstung aber teuer. Wasserversorgung ist bequem für die Schiffe 
aus der Rohrleitung am Kai zu erlangen; Preis für die Tonne früher 40 jetzt 
50 Yen. Das Wasser ist als Trinkwasser und zum Kochen sehr gut. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Ein deutscher Konsul ist noch nicht am 
Orte. Auskunft über alle die Schiffahrt betreffenden Fragen erteilt der Hafen- 
meister. Ein Schiffshändler ist da. Gute und die neuesten japanischen See- 
karten kann man bei der Mitsui Mining Company erhalten. 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Grytriken (Süd-Georgien). Bericht Nr. 5438 des Kapt. W. Möller, 
D. »Irmgard Horn« vom 12, April 1911. Brit. Adm-Krt. Nr. 2208, South Atlantic 
Ocean, Nr. 3579, South Georgia, Plan: Cumberland Bay; King Edward Cove. 
Mit einer Hafenansicht. 
Grytriken liegt im innersten Teil von King Edward Cove. Eine argen- 
tinische Walfischfängergesellschaft hat sich hier angesiedelt, um den von ihren
	        
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