Suminoye (Japan).
329
Wind, Wetter und Klima vgl. Shb. Japan, Korea and adjacent Seas. 1904
und Anhang von 1909. Es wird besonders auf die Sturmsignale im Anhang von
1909, Seite 5 bis 8, hingewiesen, Vgl. auch »Ann. d. Hydr. usw.« 1908, S. 317.
Hafenanlagen. ' Der Hafen von Suminoye wird durch die Flußmündung
gebildet, er ist sehr eng, so daß tiefe und größere Seeschiffe an der einzigen
durch eine Festmachetonne bezeichneten Liegestelle ungefährdet nur schwaien
können, wenn sie allein im’'Hafen liegen; .bei Niedrigwasser aber kann ein
größeres Schiff überhaupt nicht schwaien. Im allgemeinen können nur zwei
Schiffe zugleich im Hafen liegen. Das eine Schiff hat dann seinen Anker strom-
aufwärts, das andere stromabwärts liegen, und beide haben mit dem Heck an der
Festmachetonne festgemacht. Mit den längsseit liegenden Ladungs- und Kohlen-
leichtern ist der Hafen von zwei Schiffen fast ganz ausgefüllt, so daß ein drittes
kaum an ihnen vorbeikann, um oberhalb dieser Liegestelle zu ankern, Dies
sollte man: daher vermeiden und lieber draußen auf der Reede warten, bis ein
Liegeplatz an der Tonne frei geworden ist. Kapt. Engelhart schreibt darüber:
»Bei meiner Ankunft lagen zwei Dampfer im Hafen und die Festmachetonne
war besetzt. Sowohl der Lotse wie auch mein Kohlenlieferant versicherten mir,
daß oberhalb der Festmachetonne noch ein guter Ankerplatz vorhanden wäre
und daher lief ich in den Hafen. Leider stellte sich heraus, daß an dem mir
empfohlenen »guten« Ankerplatz nur 4 m Wassertiefe und kein Platz zum
Schwaien war. Ich ließ daher stromaufwärts einen Buganker, stromabwärts einen
Heckanker mit genügender Kette und einer Stahltrosse darauf befestigt fallen,
so daß das Schiff bei Flutstrom auf dem Heckanker lag. Der größeren Sicher-
heit halber wurde das Schiff mit je einer Drahttrosse vorne und hinten an von
uns selbst eingerammten Pfählen vertäut, Diese Arbeit war recht umständlich
und schwierig, denn der Hafengrund und die Ufer bestanden aus sehr weichem
Schlick, in dem die Leute beim an Landbringen der Trossen bis über die Hüften
einsanken. Am zweiten Liegetage gab unser Heckanker in dem mit etwa 4 bis
6 Knoten laufenden Flutstrom nach, das Schiff kam dadurch quer in den Strom
zu liegen, die achtere Stahltrosse brach und wir schwaiten vier Fuß durch den
weichen Schlick herum. Sofort ließ ich Dampf aufmachen und verließ, sobald
genügend Wasser auf der Barre war, den Hafen, was sich dadurch recht schwierig
gestaltete, daß die beiden an der Festmachetonne liegenden Dampfer mit ihren
Leichtern einen großen Raum einnahmen. Auf der äußeren Reede wartete ich,
bis die beiden. anderen Dampter am nächsten Tage fertig waren, und nahm dann
mit der Flut den Platz unterhalb der Festmachetonne ein, wo das Schiff in etwa
6.4 m ganz gut lag und leicht den Hafen verlassen konnte.«
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind am Orte zu bekommen; sie stammen
aus den Miike-Kohlengruben und werden über Omuta verschifft. Man kann
beliebige Mengen auf Bestellung erhalten. . Die Kohlen werden nach japanischem
Gebrauch in Körben übergemannt; Kapt. Engelhart bezahlte 3.50 Yen für die
Tonne und nahm 120 t ein. Proviant und sonstige Ausrüstungsgegenstände
sind am Platze nicht zu haben, dagegen können sie leicht durch die Bahn von
Moji oder Nagasaki erhalten werden. Kapt. Engelhart bestellte sich in Kuchi-
notsu Proviant, den er beim Ausklarieren und Absetzen des Lotsen auf der
Rückreise an Bord nahm.
Miike.
Nach dem Fragebogen Nr. 4982 des Kapt. A. Rupp, D. »Maria Rickmers« vom Juni 1909; Nr. 5064
des Kapt. W. Thode, D. »Dorothea Rickmers« vom März 1910, Ergänzt nach englischen und
amerikanischen Quellen, Brit, Adm-Krt. Nr. 2347, Nipon, Kiusiu and Shikoku and Part of the
Korea; Nr. 358, The western coasts of Kiusiu and Nipon, including the Korea Strait; Nr. 3692,
Shimabara Kaiwan.
Miike, einer der hauptsächlichsten Ausfuhrhäfen für die japanische Stein-
kohle, liegt 33 Sm nordöstlich von Kuchinotsu, an der Ostseite des Shimabara-
Golfs im Miikedistrikt, dem südlichsten Teile der Provinz Chikugo. Hafen und