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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1911. 
Zu bemerken wäre noch, daß viel Seehunde auf dem Eise gesichtet wurden. 
Sobald der Dampfer sich in freiem Wasser befand, setzte man den Kurs 
Jängs der Eisgrenze, Wasser- und Lufttemperatur erhöhte sich, erstere zwischen 
5 und 8°, letztere zwischen 3 und 5°C. Der Wind war still, zeitweise durch 
leichten südlichen Zug unterbrochen, See ruhig, die Luft war diesig, häufig Nebel. 
Um 8% 30min V setzte schnell eine nördliche Dünung ein, das Wetter klarte auf und 
es war möglich, eine astronomische Ortsbestimmung für Mittag, den 20. Juni auf 
55°17' N-Br., 146° 26’ O-Lg. zu machen, Der Dampfer hielt sich noch immer 
in der Nähe der Eisgrenze, große Eisblöcke von 4 bis 6 m Höhe über Wasser 
und ausgebreitete Eisfelder zwangen ihn, häufig seinen Kurs nach Nord zu ver- 
folgen, um frei zu kommen. 
Endlich am 21. Juni um 10h V konnte man den Kurs seinem Bestimmungs- 
ort entgegensetzen; der Wind frischte aus SO zur Stärke 6 auf, am Nachmittage 
drehte er nach NO, an Stärke zunehmend, hohe See und Dünung, Regen und 
Nebel setzten ein, bis der 
Wind zum schweren Sturm 
mit einer gewaltigen See 
ausartete, so ‘daß der 
Dampfer am 22, Juni von 
2b bis 10% 20min V beige- 
üreht werden mußte, 
Während des Sturmes 
klarte die Luft ab, und 
man sichtete die Okhotsk- 
Küste, welche angesteuert 
wurde, um längs dieser, 
unter schweren Verhält- 
nissen, um 3hN am 22.Juni 
den Hafen von Ajan zu 
erreichen. 
Wenn man sich die 
Kurslinie in der neben- 
stehenden Figur veran- 
schaulicht, so geht man 
mit der Annahme wohl 
nicht fehl, daß die KEis- 
felder sich durch die NO- 
und N-Winde im Norden 
der Okhotsk-See und Ghi- 
linsk-Bucht gelöst, und sich 
an dieNordküste Saghalins 
Dis in die Udski-Bucht 
hinein gestaut haben. 
Besteckversetzungen oder Strömungen scheinen nach Aufzeichnung des 
Herrn Lieber nur geringfügig gewesen zu sein. Im nördlichen Japanischen Meer 
wurde eine nordwestliche Versetzung von 12 Sm im Etmal vorwiegend gefunden; 
jedenfalls werden die Strömungen sehr von den Windverhältnissen beeinflußt. 
Von Ajan bis Okhotsk. Am 24, Juni mittags verließ der Dampfer Ajan. 
Der NO-Sturm, der im Hafen seine volle Gewalt nicht zur Geltung bringen 
konnte, wehte an der Küste in Stärke 10, eine hohe, gewaltige See hervorrufend 
und den Fortgang des Dampfers sehr hemmend. Nach Mitternacht nahm Wind 
und See langsam ab, der Kurs, welcher der Küste nordwärts folgend gesteuert 
wurde, mußte häufig nach Ost verändert werden, um von den an der Küste 
lagernden Eisfeldern frei zu kommen. Lufttemperatur swischen 4 und 9°, Wasser- 
temperatur zwischen 1° und 3°C, Am 25. Juni um 1} 40min N passierte man Kap 
Khanganga in 51/, Sm Abstand. Der Sturm flaute nach und nach ab, die Luft, 
welche bis 6h N sichtig gewesen war, wurde trübe und später nebelig. Da es 
mitunter für kurze Zeit abklarte. erblickte man an Backbord unter der Küste 
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