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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

ZU 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1911, 
Wenn größer als 1° darf E kompensiert werden, Dies wird ausgeführt 
wie gewöhnlich, indem die gesamte viertelkreisartige Deviation durch Korrektoren 
kompensiert wird, deren Träger um einen Winkel 3 zur Querschiffslinie gestellt 
ist, bei positivem E der Backbordarm vor, bei negativem umgekehrt. 3 ist be- 
stimmt nach der Gleichung 
E 
tig23 = DD‘ 
Auf einem Kurse |” zwischen einem Kardinal- und Interkardinalstrich 
werden die Korrektoren dem Kompaß genähert, bis die Rose um den Winkel 
-1 (Dsin2Y + Ecos2 7) 
abuelenkt wird. 
Die gewöhnlichen Betrachtungen über die Reihenfolge der Kompensation 
gelten natürlich auch hier, Soll die Arbeit sorgfältig ausgeführt werden, so muß 
man zuerst die konstante Deviation kompensieren, wenn sie bekannt und von 
nennenswertem Betrag ist, Quadrantalkorrektoren anbringen und die viertelkreis- 
artige Deviation angenähert kompensieren, Flindersstab anbringen und Krängungs- 
fehler aufheben. Dies wird ausgeführt auf die gewöhnliche Weise, die aus den 
Lehrbüchern bekannt sein wird, indem man doch, was die viertelkreisartige De- 
viation betrifft, das vorgeschlagene Verfahren zur Bestimmung von D und E 
verwenden kann. 
4. Eine Unvollkommenheit des vorgeschlagenen Verfahrens bleibt immerhin, 
daß man mit demselben nicht den Koeffizienten A bestimmen kann. Diese Un- 
vollkommenheit hat es mit dem Deflektor gemein. Aber vor diesem Instrumente 
und dem daran geknüpften Verfahren besitzt es den großen Vorzug, daß es auch 
bei Fluidkompassen und allgemein bei Kompassen von hohem, magnetischem 
Momente verwendbar ist. Außerdem muß als ein Vorzug bezeichnet werden, daß 
die Rose nicht abgelenkt, folglich nicht außer Gleichgewicht gebracht zu werden 
braucht. 
Als konstante Richtung kann man, wie aus obigem hervorgeht, die 
Richtung zu einem Gegenstande verwenden, der so weit entfernt ist, daß die 
Richtungslinie bei Drehung des Schiffes als konstant anzusehen ist. Einen solchen 
Gegenstand zu finden, kann jedoch oft schwierig sein, und das vorgeschlagene 
Verfahren würde, wenn es zu jeder Zeit hiervon abhinge, keine praktischen Vor- 
züge haben. 
Kann man indes an Bord unabhängig von den Umgebungen des Schiffes 
eine konstante Richtung festlegen, so werden die Vorzüge des vorgeschlagenen 
Verfahrens augenfällig sein. 
Dem ursprünglichen Verfahren wird es selbstverständlich nachstehen in- 
sofern, als die Deviation nicht auf einem einzelnen Kurs bestimmt werden kann, 
sondern wie beim Deflektor eine ganze Umdrehung des Schiffes erforderlich ist, 
und weil die konstante Deviation dadurch nicht bestimmbar ist. Dagegen hat 
das vorgeschlagene Verfahren den großen Vorzug, daß Kompensation und 
Deviationsbestimmung wann und wo auch immer ausgeführt werden können, 
Eine konstante Richtung wie die gewünschte gibt der Kreisel. Theoretisch 
ist darum die Aufgabe gelöst. In der praktischen Ausführung wird jedoch die 
Forderung, daß der Kreisel seine Richtung absolut konstant längere Zeit festhält, 
viele technischen Schwierigkeiten bieten. Experimente bei einer Fabrik angestellt, 
deren Spezialität Konstruktion von Kreiseln ist, haben indes gezeigt, daß man, ohne 
elektrische Triebkraft zu verwenden, nur mit momentanem Impuls imstande ist, 
einen Kreisel 15 Minuten lang seine Richtung konstant halten zu lassen. 
Diese Zeit ist genügend zur Bestimmung der Koeffizienten; es ist aber 
klar, daß man bei so beschränkter Zeit gezwungen wird, den Kreisel von neuem 
in Gang zu setzen, sobald ein Koeffizient bestimmt ist und man zum nächsten 
übergeht. 
Der Kreisel in dem vorgeschlagenen Instrument, das wir den Kompaß- 
regulator nennen werden, muß kardanisch aufgehängt sein, wenn er seine 
Anfangsrichtung unverändert beibehalten soll. Aber schon deswegen muß man 
auch mit kurzen Zeitintervallen zwischen jeder Ingangsetzung mit horizontaler
	        
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