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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

318 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1911. 
körper sichtbar sind, oder ob man sich in einem Fahrwasser befindet, wo es 
geeignete terrestrische Gegenstände gibt. 
Um diesem Übelstand abzuhelfen, ist der Deflektor erfunden worden. Mit 
demselben können Kompensation und Deviationsbestimmung auch bei Nebel und 
unsichtigem Wetter in See wie an der Küste ausgeführt werden. Er hat doch 
nicht vermocht, die ursprüngliche Methode zu ersetzen, Das gewonnene Resultat 
ist oft nur dürftig, und für die Fluidkompasse nur ein angenähertes. 
1. Als Ausgangspunkt für die Darstellung der unten vorgeschlagenen 
Methode stellen wir zuerst einige Betrachtungen an über jenes Verfahren der 
Deviationsbetimmung, das darin besteht, daß man einen Gegenstand peilt, ohne 
dessen mißweisende Richtung zu kennen. Der Gegenstand muß so weit entfernt 
sein, daß die Richtungslinie bei der Drehung des Schiffes als gleichbleibend 
angesehen werden kann. 
Ist die magnetische Peilung Pu, die Kompaßpeilungen auf den ver- 
schiedenen Kursen &/ E E'.... Pa P; Pa...., die Deviationen dp 0, 0, ...., SO ist 
Om = 17 & 
Im — Pr 4-6, 
Pan —= PP, + 
Pmn == Por + 01 
Addiert man alle 32 Gleichungen und dividiert man mit 32, so wird 
Pn — Pot Ph Packer Pan | Border er da 
32 ' 32 
Pm = PP ++ Pa, + A. 
32 
Ist der Koeffizient A bekannt, oder kann er gleich Null gesetzt werden, 
dann ist die Größe von Pm bestimmt und folglich auch die Deviationen. 
29. Wenn man in der gewöhnlichen Deviationsgleichung 
i=— A+Bsinf + Ceos + Dsin2 + EBEcos2X 
die Größe A’ auf beiden Seiten addiert, also 
ö+H A’ = A'’+A + Bsin + C cos F + Dsin25-- Keos27 
setzt und A’ als den Unterschied zwischen einer angenommenen und der wirk- 
lichen magnetischen Peilung ansicht, so kann 
LA = 0 
als die Deviation angesehen werden, die mit der angenommenen magnetischen 
Peilung gefunden wird. Beobachtet man diese Deviation zZ. B. für jeden zweiten 
Strich, so erhält man durch eine bekannte Behandlung der Deviations- 
gleichungen, daß 
öl + td = 16 (A’+ A) 
Ist der Wert von A bekannt oder so klein, daß er gleich Null gesetzt 
werden kann, so ist auch A’ bestimmt, und da 
ö—= A A6 
auch ö für jeden beliebigen Kurs. 
Graphisch wird dies dargestellt, indem man die Kurse als Abszissen 
und die zugehörigen Werte von &’ als Ordinaten aufträgt, und zwar östlich (+) 
nach oben, wenn westlich () nach unten. 
SS 
w 
N 
Parallel der Achse NN werde in einem Abstande von dieser gleich A’ 
eine zweite Achse aa gezogen, oberhalb der Achse, wenn A’ positiv, unterhalb, 
wenn A’ negativ ist. Auf dieser Achse lassen die verschiedenen Deviationen ö 
sich ablesen. In der Praxis wird es, um mäßige Werte von A’ zu bekommen,
	        
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