van der Stok-Herrmann: Elementare Theorie der Gezeiten usw. 315
hier niemals eine doppelte Eintragung statt, sondern es bleiben im Gegenteil
Kolumnen frei, Für Tide O z. B. wird die Bearbeitung:
22.3089
1,8590
9.1679
22.4768
20.7857
'Q 0946
Eintragung.
Kolumne Reihe
2 d
0
22
21
19
| usw.
Bei allen diesen Anordnungen werden in jede Kolumne Beobachtungen
eingetragen, die bis zu einer halben Kolumne, positiv oder negativ, von dem
mittleren Werte verschieden sein können; bei der Anordnung längerer Reihen
kann man dann annehmen, daß diese Beobachtungen über jede der Kolumnen
gleichmäßig verteilt sind. Statt der wirklichen Amplituden findet man so einen
zu kleinen mittleren Wert für alle Anordnungen außer denen nach S.
Stellen wir die wirklichen Werte dar durch
A cos 30x,
so ist der gefundene Wert
+05
N Al rd a Ze
/
05
der
5 u Ze
A = A’R, = 10115 A’, Be = an 150
R, ist der Multiplikationsfaktor, geltend für die Anordnungen in Kolumnen
von 30°; für die Anordnung einer eintägigen Tide, wie O, wird
m
Rı = SA ein 7.66 7 1.00286.
Für drei der sieben hier betrachteten Teiltiden, nämlich M,, N und O, ist
die Anordnung der zu Sonnenstunden gemachten Beobachtungen nach besonderen
Tidenstunden notwendig; für die drei Teiltieden K,, K, und P kann man auf
kürzere Weise zu demselben Resultat kommen. Hat man die erste Eintragung nach
Stunden mittlerer Zeit monatsweise ausgeführt, dann ist aus den Stundenmitteln
für jeden Monat die tägliche Änderung leicht zu berechnen, Diese tägliche
Anderung besteht aus drei Teilen, wenn man zunächst allein die eintägige Be-
wegung betrachtet.
An erster Stelle tritt hierbei eine Tide S, auf, die durch meteorologische
Einflüsse, von denen Land- und Seewind sicher wohl der vornehmste ist, ver-
ursacht wird. Es ist nicht immer sicher, daß der örtliche Land- und See-
wind dafür verantwortlich gemacht werden kann. An der niederländischen Küste
z. B. ist der tägliche Gang der Windgeschwindigkeit kleiner als an der englischen
Küste längs des Kanals, und die Tide S, kann daher für die Küsten der Nordsee
den Charakter einer aus dem Kanal kommenden und in nördlicher Richtung sich
fortpflanzenden Welle annehmen. ;
Diese stellen wir dar durch
A = 8, cos (15 t — Ci).
An zweiter Stelle tritt in dem täglichen Gange die Tide K, auf, eine reine
Sternzeittide mit einer stündlichen Winkelgeschwindigkeit
n = 15°.04107,
Jeden Tag geht diese ungefähr 4. Zeitminuten gegen die mittlere Zeit vor;
für das Jahr beträgt dieses Vorgehen genau 24 Stunden und im Mittel für den
Monat also 2 Stunden,
In den Monatsmitteln wird sich dies derart geltend machen, daß
B = K, Ry' cos (15 t + 30x — Cx),
wo x die Nummer des Monats in der Monatsreihe von 0 an gezählt bezeichnet,
während R,/ den reziproken Wert des oben als Multiplikationsfaktor bezeichneten
Wertes R, bedeutet, da infolgedessen, daß das Monatsmittel über 30 Tage oder
angefähr 30° genommen wird, die Amplitude etwas verkleinert werden wird.