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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

van der Stok-Herrmann: Elementare Theorie der Gezeiten usw. 307 
und, in Teilen des Radius ausgedrückt und für die Sekunde berechnet, für 
den Mond 
2m 28°,984 ; 
n = 360°" 60.60 = 0.0001405 
H 0.000082 6 
5 = 0.0001405 = 0.59 cm per Sek. 
Die größte Verschiebung eines Teilchens in horizontaler Richtung wird 
dann nach (20) H _ 0.59 (34) 
B = 5 = 00001408 7 4184 cm 
und die größte vertikale Abweichung oder das halbe Gefälle nach (32) 
Bnh _ 0.59h 
= 
d. i. für eine Tiefe von 3000 m 
O5 = 10.3 em. 
so 
(35) 
; Nach .der Wellentheorie ist also das Gefälle noch bedeutend kleiner als 
nach der Gleichgewichtstheorie. Die Bahn, die unter diesem Einfluß von den 
Wasserteilchen beschrieben wird, ist nun leicht zu berechnen; wir haben 
8 KH oynnt ns Ah nt, 
n- ne 
WOTAUS 
&? x 
Sr = 1. 
wenn gesetzt wird 
A 
n* ne 
Für eine Tiefe von 3000 m geben danach die Endresultate der Gleichungen (34) 
und (35) die Werte für die halben Achsen der elliptischen Bahn an der Wasser- 
oberfläche an. 
Nach (30) ist die vertikale Geschwindigkeit proportional y, d.i. der Höhe 
über dem Boden, und dasselbe gilt auch für die vertikale Achse der Bahnellipse, 
Die Ellipsen werden daher immer flacher in dem Maße, als man tiefer kommt, 
und am Boden ist die Bewegung rein linear, wobei die horizontale Verschiebung 
dieselbe bleibt. 
Nach den Formeln 
H Hh 
u= — cosnt nn = -—— cosnt 
n DE 
zeigt sich, daß bei normalen Wellen, d. i. im offenen Meere, die größte Strömungs- 
geschwindigkeit (Flut- oder Ebbestrom) gleichzeitig mit der größten Abweichung 
in vertikaler Richtung (Hoch- oder Niedrigwasser) auftritt und daß daher die 
Wellen, wie sie an einem geneigten Strande wahrgenommen werden, wo im Gegen- 
satz die größte Stromgeschwindigkeit mit der halben‘ Tide zusammenfällt, als 
anormal und als Küstenwirkung angesehen werden müssen. . 
Dort wo die Wasseroberfläche so ausgedehnt ist, daß der Gezeitenwirkung 
Raum und Zeit zur Entwicklung gelassen wird, wird der Wellenberg der Mond- 
bewegung folgen müssen, sei es direkt, sei es in einiger Entfernung; aber in 
jedem Fall mit der Geschwindigkeit, mit der sich der Mond in bezug auf die 
Erde hewegt, das ist mit einer Winkelgeschwindigkeit von 
N = 5 = 14°.492 in der Stunde 
oder mit einer Geschwindigkeit (33) 
SSR, cos @ = 450 cos g m per Sek. 
Am Äquator ist diese Geschwindigkeit von 450 m p. Sek, viel größer, als 
sie bei freier Fortpflanzung im tiefsten Meere stattfinden würde; erst bei einer 
Tiefe von h= SL =— 20705 m 
würde eine freie Fortpflanzung mit dieser Geschwindigkeit möglich sein. 
a
	        
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