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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

v. Schönberg: Instrumente der Kriegs- und Handelsmarine, 
a 
I 
In der Marine sind folgende Fernrohre eingeführt: 
Taggläser mit 18 und 26 facher Vergrößerung, Nachtgläser von 31/, facher 
Vergrößerung, Doppellinsengläser mit sehr großer Austrittspupille (10 bis 14 mm), 
Doppelprismengläser mit 6 facher Vergrößerung und Helligkeit 30. Wegen der 
Einführung von verbesserten Nachtgläsern und von Doppelprismengläsern mit 6- 
bzw. 8 facher Vergrößerung und größerer Lichtstärke schweben noch Verhandlungen, 
die aber bald zum Abschluß kommen dürften. 
Zum Schutz gegen das Beschlagen der Gläser bei Regen oder bei über- 
kommenden Seen wird in der Marine mit gutem Erfolge Lasin angewandt. 
11. Verschiedenes. 
Will man ohne Kompaß und ohne Sextant den Schiffsort ’schnell bestimmen, 
so kann man die in der Marine eingeführten Doppelwinkelmesser benutzen, eine 
Art Doppeltransporteur mit Visiereinrichtung, Gefertigt werden sie unter anderen 
von: Haecke-Rixdorf, ; 
Die von Blankenburg-Berlin und Bamberg-Friedenau gefertigten 
Brückenkartenbretter mit Zellhornschutzdeckel gestatten die Benutzung der Karte 
auch bei Regen und überkommenden Spritzern. Auf dem Zellhorndeckel kann 
man mit Blei genau so absetzen, wie auf der Karte selbst, das Auslöschen geschieht. 
vermittelst eines Seiflappens. 
Die von der Marine jetzt von Bohne-Berlin und Fueß-Friedenau bezogenen 
Metallthermometer (für Chronometerkästen) haben sich den früher bezogenen aus- 
ländischen Instrumenten überlegen gezeigt. 
Wer gern mechanisch rechnet, wird die Herausgabe von nautischen Rechen- 
stäben mit Freuden begrüßen, In der Marine sind zurzeit zwei Arten in 
Erprobung. Der einfachere, von Admiralitätsrat Maurer berechnet, von 
Dennert & Pape-Altona und der umfassendere, freilich auch viel teurere 
Universal-Rechenstab nach Nelting von derselben Firma. 
Hydrographische Beobachtungen der schwedischen Expedition 
nach Spitzbergen 1908.” 
Gelegentlich der schwedischen Expedition nach Spitzbergen, deren Haupt- 
zweck kartographische, geologische und zoologische Studien waren, konnte auch 
ein Beitrag zur Hydrographie des Nordmeeres geliefert. werden. Auf zwei Punkte 
wurde hierbei besonders Wert gelegt; I. durch Beobachtung von Temperatur 
und Salzgehalt der Oberfläche des Meerwassers zwischen Norwegen und Spitz- 
bergen die Anderung in der Wärmeführung des Golfstromes von Jahr zu Jahr 
und innerhalb verschiedener Jahreszeiten festzustellen, II. sollten die hydro- 
graphischen Verhältnisse des Eisfjords studiert werden, N 
I. Der sich zwischen Norwegen und Spitzbergen in mehrere Äste teilende 
Golfstrom sendet seinen Hauptzweig dem Continentalschelf. entlang nach Norden, 
wo er südwestlich der Bäreninsel vom Polarstrom des Beringmeeres überlagert 
wird, aber vor seinem Eintritt in das Polarbassin westlich von Spitzbergen noch 
an der Oberfläche nachweisbar ist. Auf dem Wege von Norwegen nach Spitz- 
bergen kann man durch Oberflächenbeobachtungen die Knotenpunkte des Nord- 
astes des Golfstromes erkennen, die Maxima an Temperatur und Salzgehalt auf- 
weisen. So wurden bei etwa 74° N-Br. und zwischen 14° 30’ bis 17° O-Lg. 
folgende Temperaturen und Salzgehalte gefunden: 
Temp. Salzgehalt Temp. Salzgehalt 
1905 ..... 3.69 35.12% 1908 .....7,5° 35.01% 
1908 ..... 629 35.19% 1898 ..... 7.24° 35.15% 
') Königl. Svenska Vetenskapakademiens, Handlingar. Bd. 45 No. 9.
	        
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