Die Witterung an der deutschen Küste im März 1911.
287
Niederschlag, mm
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-
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Bei einem im Westen des Küstengebiets nahezu normalen, im Osten etwas
zu hohen, ‚mittleren Barometerstande war die Witterung im Monat März ziemlich
mild bei nahezu normalen Bewölkungsverhältnissen; die Niederschlagsmengen
wichen an mehreren Stationen ziemlich stark von der normalen ab; so hatte
Borkum etwa 25%, zu viel, Hamburg dagegen mehr als 50%, und Wustrow mehr
als 100%, zu wenig Niederschlag, wogegen wieder andere Stationen den Normal-
beträgen ziemlich nahe kamen, Die registrierten Windgeschwindigkeiten lagen
etwas unter dem monatlichen Mittelwert, und die vorherrschende Windrichtung
war die südliche bis östliche. Stürmische Winde wehten am 1. an der preußischen
Küste aus südlichen, am 2. und teilweise am 3. von Borkum bis Kolberg aus
nordwestlichen, am 25., 26. und teilweise am 27. an der ganzen Küste aus nord-
östlichen Richtungen. Gewitter wurden ‚nicht beobachtet. Als heitere Tage kann
man den 3. an der mittleren Ostseeküste, den 9. im äußersten Osten, den 10. im
Westen des Küstengebiets, den 19. an der östlichen Ostseeküste, den 20. bis 22.
im größten Teile der Küste, sowie vom 27. bis 30. ostwärts der Oder bezeichnen,
Tage mit Nebel waren der 4., teilweise der 12,, der 23. im Westen, der 28, im
Osten, der 29. und 31. fast an der ganzen Küste,
Vom 1. bis 5. herrschte an der Deutschen Küste zyklonales Wetter; ein
Hochdruckgebiet lag über Südwesteuropa und Depressionen zogen mit ihrem
Kern im Norden vorüber. Dabei entwickelte sich am 1. im Gefolge eines Aus-
läufers einer Nordeuropa bedeckenden Depression, der durch den Kontinent ost-
wärts fortschritt, im äußersten Osten stürmische Winde aus südlichen Richtungen.
Am 2. war der Kern der Depression nach Südnorwegen fortgeschritten, Dabei
entwickelten sich stürmische nordwestliche Winde, die sich bis etwa zum Stettiner
Haff ausdehnten, im Osten jedoch zunächst aus westlichen Richtungen wehten,
———
) Erklärung siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1905, S. 143.