Kleinere Mitteilungen.
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Besonders lehrreich ist es, Bilder von ganz bestimmten Leuchtfeuern auf-
zuzeichnen und beobachten zu lassen. Die Schüler müssen dann im Leuchtfeuer-
verzeichnis nachschlagen, welcher Winkel zu messen ist, ob von einem Topzeichen
oder von der Laterne oder von irgend einer anderen Marke aus bis zum Wasser-
spiegel oder bis zum Fuß des Turmes auf dem Sandboden, und werden so im
Zimmer, ich möchte fast sagen »am grünen Tisch«, durch Beobachtung von
Bildern täuschend nachgeahmter Seezeichen noch besser für die Praxis vorbe-
ceitet, als von der Terrasse der Schule aus durch Beobachtung ferner Marken,
die den auf See benutzten meist nicht sehr ähnlich sind.
Man kann aber auch mit Hilfe der hier empfohlenen Anordnung überall
dort, wo eine durchaus scharfe Kimm niemals oder nur selten vorhanden ist,
Übungen im Messen von Gestirnshöhen über der Kimm vornehmen, indem man
in der Brennebene des Fernrohrs auf durchscheinendem Papier eine dünne,
scharfe Linie horizontal quer durch das Gesichtsfeld legt, auf die man die Sonne
ebenso gut oder fast noch besser »herunterholen« kann, wie auf die wirkliche Kımm.
Fernrohre mit zu geringer Objektivöffnung eignen sich für die Versuche
nicht. Der Objektivdurchmesser muß so groß sein, daß gleichzeitig sowohl der
große Spiegel wie das Fernrohr des Sextanten die vom Objektiv ausgehenden
Strahlen des Bildes auffangen kann, Das von mir benutzte Fernrohr hat eine
Objektivöffnung von 10 cm. Die in Elsfleth damit angestellten Versuche haben
sich durchaus bewährt. Ich empfehle allen, die mitunter mit Beobachtungs-
schwierigkeiten zu kämpfen haben, das Elsflether Beispiel nachzuahmen.
Dr. J. Möller, Direktor der Großh, Navigationsschule in Elsfleth.
7. Königliches italienisches Talassographisches Komitee. Auf Initiative
der italienischen Gesellschaft für den Fortschritt der Wissenschaften wurde im
Jahre 1909 ein talassographisches Komitee gegründet, dessen Tätigkeit eine so
ansehnliche und vielversprechende war, daß es in ein staatliches Institut um-
gewandelt wurde,
Der Zweck des talassographischen Komitees ist die Erforschung der
italienischen Meere, sei es in physikalischer und chemischer, sei es in biolo-
gischer Hinsicht, indem es hauptsächlich seine Aufmerksamkeit auf das Studium
der praktischen Probleme, welche die Schiffahrt und die Fischerei interessieren,
lenkt; es beschäftigt sich ebenfalls mit der Erforschung der höheren Atmosphäre
in Hinblick auf die Luftschiffahrt.
Präsident des Komitees ist der Marineminister; Mitglieder sind die Ver-
treter der hervorragendsten Institute, Akademien und Gesellschaften, welche sich
für das Studium des Meeres interessieren. Das Komitee hat ein eigenes wissen-
schaftliches Personal. Es erhält eine jährliche Staatsunterstützung von 60000
Lire, während das Marineministerium selbst. für die nötigen Transportmittel
zu Kreuzfahrten sorgt. Vier solche Kreuzfahrten im Adriatischen Meere
haben bereits stattgefunden und eine fünfte ist nahe bevorstehend. Für diese
adriatischen Kreuzfahrten wurde ein gemeinsamer Plan mit den Vertretern der
österreichischen Regierung ausgearbeitet.
8. Seebeben. Im Hafen von Iquique. Kapt. W. Haß vom Segler
‚Flottbek« berichtet: »Am 13. Januar 1910 abends gegen 10%, als das Schiff im
Hafen von Iquique vor Anker lag, verspürten wir starkes Seebeben, welches das
Schiff sekundenlang erschütterte.« Leider fehlen alle näheren Angaben über Wind
und Wetter sowie über Barometerstand und Temperatur zur Zeit der Beobachtung.
Im südlichen Stillen Ozean. a) Nach einem Bericht des Führers des
Segelschiffes »Alsterkamp«, Herrn Kapt. W. Müller, auf der Reise von Cardiff
nach Iquique, wurde am 25, März 1910 ein starkes Seebeben beobachtet, welches
etwa zwei Minuten anhielt. Das Schiff befand sich zur Zeit auf 23° 3’ S-Br.,
72° 21’ W-Lg. Bei leichtem SO-Winde war der Himmel stark bewölkt. Die
Temperatur des Wassers betrug 19.6° C., der Luft 19.4° C. Der Barometerstand
war 763.5 mm.
b) Aus dem meteorologischen Tagebuche des Hamburger Schiffes »Athene«,
Kapt. Dreier, ist folgendes zu entnehmen: Das Schiff befand sich auf der Reise