accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Kleinere Mitteilungen. 
279 
Besonders lehrreich ist es, Bilder von ganz bestimmten Leuchtfeuern auf- 
zuzeichnen und beobachten zu lassen. Die Schüler müssen dann im Leuchtfeuer- 
verzeichnis nachschlagen, welcher Winkel zu messen ist, ob von einem Topzeichen 
oder von der Laterne oder von irgend einer anderen Marke aus bis zum Wasser- 
spiegel oder bis zum Fuß des Turmes auf dem Sandboden, und werden so im 
Zimmer, ich möchte fast sagen »am grünen Tisch«, durch Beobachtung von 
Bildern täuschend nachgeahmter Seezeichen noch besser für die Praxis vorbe- 
ceitet, als von der Terrasse der Schule aus durch Beobachtung ferner Marken, 
die den auf See benutzten meist nicht sehr ähnlich sind. 
Man kann aber auch mit Hilfe der hier empfohlenen Anordnung überall 
dort, wo eine durchaus scharfe Kimm niemals oder nur selten vorhanden ist, 
Übungen im Messen von Gestirnshöhen über der Kimm vornehmen, indem man 
in der Brennebene des Fernrohrs auf durchscheinendem Papier eine dünne, 
scharfe Linie horizontal quer durch das Gesichtsfeld legt, auf die man die Sonne 
ebenso gut oder fast noch besser »herunterholen« kann, wie auf die wirkliche Kımm. 
Fernrohre mit zu geringer Objektivöffnung eignen sich für die Versuche 
nicht. Der Objektivdurchmesser muß so groß sein, daß gleichzeitig sowohl der 
große Spiegel wie das Fernrohr des Sextanten die vom Objektiv ausgehenden 
Strahlen des Bildes auffangen kann, Das von mir benutzte Fernrohr hat eine 
Objektivöffnung von 10 cm. Die in Elsfleth damit angestellten Versuche haben 
sich durchaus bewährt. Ich empfehle allen, die mitunter mit Beobachtungs- 
schwierigkeiten zu kämpfen haben, das Elsflether Beispiel nachzuahmen. 
Dr. J. Möller, Direktor der Großh, Navigationsschule in Elsfleth. 
7. Königliches italienisches Talassographisches Komitee. Auf Initiative 
der italienischen Gesellschaft für den Fortschritt der Wissenschaften wurde im 
Jahre 1909 ein talassographisches Komitee gegründet, dessen Tätigkeit eine so 
ansehnliche und vielversprechende war, daß es in ein staatliches Institut um- 
gewandelt wurde, 
Der Zweck des talassographischen Komitees ist die Erforschung der 
italienischen Meere, sei es in physikalischer und chemischer, sei es in biolo- 
gischer Hinsicht, indem es hauptsächlich seine Aufmerksamkeit auf das Studium 
der praktischen Probleme, welche die Schiffahrt und die Fischerei interessieren, 
lenkt; es beschäftigt sich ebenfalls mit der Erforschung der höheren Atmosphäre 
in Hinblick auf die Luftschiffahrt. 
Präsident des Komitees ist der Marineminister; Mitglieder sind die Ver- 
treter der hervorragendsten Institute, Akademien und Gesellschaften, welche sich 
für das Studium des Meeres interessieren. Das Komitee hat ein eigenes wissen- 
schaftliches Personal. Es erhält eine jährliche Staatsunterstützung von 60000 
Lire, während das Marineministerium selbst. für die nötigen Transportmittel 
zu Kreuzfahrten sorgt. Vier solche Kreuzfahrten im Adriatischen Meere 
haben bereits stattgefunden und eine fünfte ist nahe bevorstehend. Für diese 
adriatischen Kreuzfahrten wurde ein gemeinsamer Plan mit den Vertretern der 
österreichischen Regierung ausgearbeitet. 
8. Seebeben. Im Hafen von Iquique. Kapt. W. Haß vom Segler 
‚Flottbek« berichtet: »Am 13. Januar 1910 abends gegen 10%, als das Schiff im 
Hafen von Iquique vor Anker lag, verspürten wir starkes Seebeben, welches das 
Schiff sekundenlang erschütterte.« Leider fehlen alle näheren Angaben über Wind 
und Wetter sowie über Barometerstand und Temperatur zur Zeit der Beobachtung. 
Im südlichen Stillen Ozean. a) Nach einem Bericht des Führers des 
Segelschiffes »Alsterkamp«, Herrn Kapt. W. Müller, auf der Reise von Cardiff 
nach Iquique, wurde am 25, März 1910 ein starkes Seebeben beobachtet, welches 
etwa zwei Minuten anhielt. Das Schiff befand sich zur Zeit auf 23° 3’ S-Br., 
72° 21’ W-Lg. Bei leichtem SO-Winde war der Himmel stark bewölkt. Die 
Temperatur des Wassers betrug 19.6° C., der Luft 19.4° C. Der Barometerstand 
war 763.5 mm. 
b) Aus dem meteorologischen Tagebuche des Hamburger Schiffes »Athene«, 
Kapt. Dreier, ist folgendes zu entnehmen: Das Schiff befand sich auf der Reise
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.