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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1911. 
Von S. M. S. »Bremen« ist bei der Anwesenheit dieses Schiffes am 11. und 
12. Dezember 1910 die Reede vermessen worden, und das Ergebnis .in der an- 
liegenden Kartenskizze (Tafel 20) niedergelegt worden. 
5, Hansa - Bucht. Neu-Guinea. Nach deutschen Quellen. D. Adm-Krt. 
Nr. 100, Kaiser Wilhelms-Land, Bismarck-Archipel und Salomon-Inseln. (Hierzu 
Tafel 21.) 
Die Hansa-Bucht liegt an der Nordostküste von Neu-Guinea im Kaiser 
Wilhelms-Land. Sie liegt nach ONO offen, ist zwischen den beiden Huken an 
der Einfahrt etwa 4 Sm weit und ungefähr 3 Sm tief. Etwa in der Mitte ihrer 
Einfahrt liegt die niedrige, stark bewaldete Insel Laing. Gute Ankerplätze be- 
finden sich hinter dieser Insel. Auch im nordwestlichen Teile der Bucht auf 
etwa 20 m Wassertiefe, in der Nähe des Landes, findet man Ankerplätze, Nord- 
nordöstlich von der Insel Laing liegt ein Riff mit etwa 1m geringster Wasser- 
tiefe, dessen Grenzen nicht genau bestimmt sind. S.M., SS. »Nürnberg« besuchte 
die Bucht im Jahre 1910, und nahm eine flüchtige Vermessung in ihr vor, die 
in der Skizze (Tafel 21) niedergelegt ist, Die geographische Lage der Insel Laing 
ist etwa 4° 13’ S-Br. und 144° 53’ O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1910 
beträgt 4° 50’ O0. 
6. Übungen im Beobachten mit dem Sextanten bei trübem Wetter 
und im Zimmer. Die praktischen Übungen im astronomischen und terrestrischen 
Beobachten mit dem Sextanten werden an den Navigationsschulen namentlich 
in den Wintermonaten durch nebliges und regnerisches Wetter oft empfindlich 
gestört. Sonne, Mond und Sterne wollen sich wochenlang nicht zeigen, und ferner 
gelegene irdische Gegenstände verschwinden in Nebel und diesiger Luft, so daß 
der Beobachter, wenn er überhaupt Übungen anstellen will, Winkelmessungen an 
ganz nahe gelegenen Masten, Schornsteinen und Dächern vornehmen muß. Der 
beaufsichtigende Lehrer oder der die praktische Prüfung abnehmende Examinator 
vermag aber solche Messungen nicht zu kontrollieren, da die geringste Ortsver- 
änderung des Beobachters, oft schon eine Neigung des Oberkörpers nach vorn 
oder hinten, den Winkel ändert, unter dem der zu nahe gelegene Gegenstand 
erscheint. N 
Um diesem Übel abzuhelfen, benutze ich jetzt an der Navigationsschule in 
Elsfleth an trüben, unsichtigen Tagen als Beobachtungsobjekt kleine Bilder, die 
in der Brennebene eines mäßig grossen Fernrohrs angebracht sind. Ich schraube 
das Okular ab und schiebe Kappen aus durchsichtigem Papier über dessen Stutzen. 
Auf das Papier sind mit Tusche kleine zur Winkelmessung geeignete Gegenstände 
gezeichnet, die von hinten her durch den hellen Himmel oder am Abend durch 
eine Glühlampe erleuchtet werden. Befinden sich die Bilder in der Brennebene 
des Fernrohrs, so erscheinen sie einem Beobachter, der sie von der Objektivseite 
her betrachtet, wie sehr weit entfernte Gegenstände, und zwar unter stets gleichem 
Winkel, mag man nun näher an das Objektiv herantreten oder sich von ihm 
entfernen. Denn die von einem Lichtpunkte ausgehenden Lichtstrahlen treten 
aus dem Fernrohrobjektiv parallel heraus und können im BSextantenfernrohr 
genau so beobachtet werden, als kämen sie von unendlich fernen Lichtquellen her, 
Um die Beobachtungen der Praxis möglichst anzunähern, habe ich Bilder 
der Sonnenscheibe, von Leuchttürmen und von Feuerschiffen angefertigt. Die 
Sonnenscheibe ist so groß gewählt, daß sie vom Fernrohrobjektiv her unter einem 
Winkel von 32’ erscheint, also etwa so groß, wie das wirkliche Sonnenbild. (Der 
Winkel «, unter dem die Bilder erscheinen sollen, hängt außer vom linearen 
Durchmesser x der Zeichnung auch von der Brennweite F des Fernrohrs ab und 
läßt sich nach der Formel sin @=x:F berechnen. Denn die Strahlen, die von 
zwei Punkten A und B der Brennebene eines Fernrohrs ausgehen, sind nach 
ihrem Durchgang durch das Objektiv ebensoviel gegeneinander geneigt, wie die 
von A und B nach der Objektivmitte gezogenen Geraden.) An diesem Sonnen- 
bild werden Indexberichtigung und Parallelität zwischen großem und kleinem 
Spiegel des Sextanten geprüft und die ersten Einstellungsübungen der noch ganz 
ungeübten Schüler vemacht.
	        
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