276 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1911.
haltendem Ankergrund und bietet Ankerplätze in allen seinen Teilen für Schiffe
jeder Größe. Die Einfahrten sind jedoch mit großer Vorsicht zu befahren,
einerlei, ob man die östlich oder die westlich von der Insel Bertrand gelegene
benutzt. Am Lande sind zwar einige Marken zur Erleichterung des Ein- und
Ausfahrens errichtet, dennoch sollte man nie versuchen, diese Einfahrten zu
benutzen ohne Lotsen, solange man keinen Hafenplan hat. Es ist der Hafen
einer großen Viehzüchterei, deren Wohnhaus im nördlichen Teile der Insel
Bertrand steht, Diese Insel liegt übrigens weiter von Navarino entfernt, als die
Karte zeigt. Das Haus steht auf 55° 14’ S-Br. und 67° 56’ W-Lg.
Douglas-Bucht.
Der Ankerplatz in der Douglas-Bucht ist in der Nähe des Landes vor der
Mündung des gleichnamigen Flusses auf 10m Wassertiefe über Schlickgrund.
Er ist dem Winde und dem Seegang aus dem südwestlichen Viertel ausgesetzt
und dann gefährlich. Die Küstenfahrer und kleinen Fahrzeuge laufen jedoch in
den Fiuß hinein, in dessen Mündung die Wassertiefe 2,5 m beträgt, und ankern
im Flusse auf 5 m Wassertiefe nördlich von dem Hause der Missionsstation, wo
der Fluß sich zu einem kleinen See erweitert. Die Missionsstation ist neuerdings
von der evangelischen Missionsgesellschaft für Feuerland als Sitz hier eingerichtet,
Die geographische Lage des inneren Ankerplatzes ist 55° 9Y' 45” S-Br. und
68° 6’ 30” W-Lg.
Wulaia (Wulya)-Bucht, '
Diese etwa 8 Sm nördlich von Douglas liegende kleine Bucht wird im
Süden durch eine kleine Insel (nach der Karte Halbinsel) geschützt. Sie bietet
Ankerplätze für Schiffe bis zu 40 oder 50 m Länge auf 10 bis 12 m Wasser über
gut haltendem Ankergrunde von wo das Haus der Viehzüchterei mw. NNO,
etwas mehr als 1 Kblg entfernt peilt. Um dahin zu gelangen, kann man sowohl
an der einen wie an der andern Seite der in der Mitte der Bucht befindlichen
Stelle mit Seegras vorbeifahren. Die Lage des Hauses ist 55° 2’ 45” S-Br. und
68° Y' W-Le.
2. Untiefen und Ankerplätze in den Einfahrten zum Bärbara-Kanal.
Feuerland. Nach Avisos a los navagantes Nr. 36/1910, Valparaiso. Brit. Adm-
Krt. Nr. 554, Magellan Strait; Nr. 1306, Plans in Bärbara Channel.
Nördlich von der Insel Mortimer, etwa 2%, Sm südsüdöstlich von dem
Inselchen, das zwischen jener und der östlich von der Hewett-Bucht liegenden
großen Insel liegt, liegt eine blinde Klippe. Die geographische Lage derselben
ist nach der Karte 54° 17’ 15” S-Br. und 72° 17’ 30” W-Lg.
Von der äußersten nordöstlichen Huk der Insel Lort getrennt, erstreckt
sich nach NNO ein unter Wasser befindliches Steinriff von ?/, Sm Länge. Die
geographische Lage des Endes dieses Riffes ist nach der Karte 54° 13’ 45” S-Br.
und 72° 36’ 45” W-Lg.
An den nachbenannten Orten findet man gute Ankerplätze: 1. in der
Bucht an der Nordseite der Insel Enderby auf 10 m oder größerer Wassertiefe
in 54° 28’ S-Br. und 71° 56’ W-Lg.; 2. in der Bucht, die sich in der Mitte der
Ostküste der östlichsten Dora-Insel befindet, auf 15 bis 18 m Wasser über Sand-
grund in 54° 17’ 40” S-Br. und 72° 23’ 30” W-Lg.; 3. im Süden der beiden
größten, westlichsten Inseln der kleinen Gruppe der Plejaden für Schiffe bis zu
100 m Länge in 54° 10’ 40” S-Br. und 72° 46’ W-Lg.
Die Dora-Inseln sind die vier zusammengruppierten Inseln zwischen den
Inseln Lort und Mortimer, und die Plejaden, die aus sieben Inseln und zahlreichen
Klippen bestehende Gruppe, die westlich von der Stokes-Bucht und im Mittel
5 Sm nordnordwestlich von der Insel Lort liegt.
Der Ankerplatz in der Hewett-Bucht hat geringere Ausdehnung, als der
Hafenplan in der Karte zeigt. S. M.S. »Bremen« fand nach Passieren der Ein-
fahrt, daß in der Bucht nicht genügend Raum zum Drehen des Schiffes war.