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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Tsuruga (Japan). 
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Funkspruchstelle befindet sich auf Nokogiri-zaki, der schon unter Land- 
marken erwähnten westlichen Einfahrtshuk zum Ohama-Hafen., 
Lotsen sind nicht vorhanden. 
Schleppdampfer. Es ist nur ein kleiner Privatschlepper zum Bedienen der 
russischen Postdampfer am Orte. Segelschiffe könnten vielleicht, wenn durchaus 
nötig, Hilfe von den im Hafen verkehrenden Küstendampfern bekommen. 
Sturmsignale werden am Signalmaste westlich vom Zollhause gezeigt. 
Quarantäne. Ärztlichen Besuch brauchten die Kapitäne der. eingangs er- 
wähnten Schiffe nicht abwarten, ehe sie mit dem Lande verkehren durften, Ein 
Gesundheitspaß wurde nicht verlangt. 
Zollbehandlung ist sehr kulant. Es wird eine Liste än Bord gebracht, die 
vom Kapitän auszufüllen ist. 
Gezeiten, Die Hafenzeit ist 2b 28min, die Hochwasserhöhe beträgt bei 
Springtide 0.4 m, bei Nipptide 0.2 m. 
Der Gesundheitszustand am Lande und an Bord war während des Aufenthaltes 
der Schiffe gut, und es kamen keine klimatischen Krankheiten an Bord vor. 
Einsteuerung. Das Einlaufen in die Tsuruga-Bucht ist nicht schwierig, da 
im Fahrwasser und in dessen Nähe keine gefährlichen Stellen vorhanden sind, 
Man kann auch nachts ein- und auslaufen. ; 
Kapt. C. Bär schreibt darüber: »Die Einsteuerung bietet bei einigermaßen 
klarem Wetter keine Schwierigkeit, Nachdem wir das Feuer von Tateishi-zaki 
in 1 Sm Abstand passiert hatten, steuerten wir auf südlichem Kurs in die Bucht 
hinein, etwa 1 Sm Abstand von der Westseite der Bucht haltend, Sobald das 
Leuchtfeuer auf der Kanega-zaki-Ladebrücke ausgemacht werden konnte, hielten 
wir auf dasselbe zu und ankerten für den Rest der Nacht auf 21 m Wasser, das 
Feuer rw. 135° (mw, SO01S) !/, Sm entfernt peilend. Bei Tagwerden kam der 
Stauer der Standard Oil Co. mit einem Brief an Bord und bot mir seine Hilfe 
an, um das Schiff weiter in den Hafen hineinzubringen, Ich lotete zunächst das 
gerade auf den großen Schornstein führende Fahrwasser aus, steuerte dann auf 
den Schornstein zu und vermoorte das Schiff südwestlich vom Leuchtturm, etwa 
in der Mitte zwischen ihm und der gegenüberliegenden Stadt. Nachts oder bei 
ansichtiger Luft ist große Vorsicht geboten, um Mizu-shima zu meiden, da diese 
Insel sehr schwer auszumachen ist. Ich sah sie weder beim Einlaufen, noch 
beim Auslaufen. Kapt. Voigt vom Dampfer „Loongmoon“ hat häufig dieselbe 
Beobachtung gemacht.« ; . 
Auslaufen. Kapt. M. Dietrich mußte 8 Tage lang auf zum Auslaufen 
günstigen Wind warten. 
Ankerplatz im Hafen. Für große Schiffe wird empfohlen, 3 bis 4 Kblg 
westlich von der Kanega-zaki-Ladebrücke zu ankern, wo sie 20 bis 22 m Wasser 
finden. Kleine Schiffe können auch innerhalb der Brücke ankern, doch ist dieser 
Ankerplatz im Winter nicht sicher. 
Den besten und sichersten Ankerplatz findet man in der 2 Sm nordwestlich 
von der Stadt gelegenen Jogo-Bucht; hier liegt man vollkommen geschützt gegen 
alle Winde auf 9 bis 18 m Wasser über hartem, vorzüglich haltendem Schlick- 
grund. S. »Herzogin Cecilie« ankerte hier auf 18 m Wasser über Schlickgrund 
in den Peilungen: Hiruko-zaki rw. 71° (mw..ONO8/,0), Kanega-zaki rw. 131° 
(mw. SO1/,S). Dieser Ankerplatz war nach Angaben des Kapitäns sehr gut. Der 
Ankerplatz westlich von der Kanega-zaki-Landungsbrücke ist nach seinem Bericht 
aber im Winter nicht zu empfehlen, da der dortige Kiesgrund nur schlecht hält. 
Kapt. C. Bär vermoorte sein Schiff in den Peilungen: Leuchtturm auf der 
Kanega-zaki-Ladebrücke rw. 28° (mw. NOzN), großer Schornstein westlich von 
der Stadt rw. 177° (mw. S1!/,W). Der Ankerplatz war gut, der Grund ‚fester 
gelber Sand. Das Schiff lag vor beiden Bugankern, von denen der eine nach 
Norden, der andere nach Süden ausgebracht worden war.. Kapt. C. Bär schreibt: 
‚Der von uns gewählte Platz scheint gerade sehr günstig. zum Ankern zu sein, 
da ich einmal bei nördlichem Winde beobachtete, daß die Dünung stärker war 
sowohl bei der weiter nach dem Lande zu ausgelegten Festmachetonne, als auch 
3 bis 4 Schiffslängen westlich von meinem Liegeplatze. Die an diesen Stellen 
Ann d. Hvar. usw. 1911. Heft V_
	        
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