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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Tiefseelotungen S. M.S. »Planet« 1910 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Dominik. 17 
jahre!) ist der Verlauf des Grabens südlich von Neu-Pommern nach Westen hin 
in großen Zügen festgelegt; es erübrigte sich jetzt in erster Linie weitere 
Lotungen bei der Umbiegung des Grabens nach SO vorzunehmen und den Zu- 
sammenhang der bisher geloteten Maximaltiefen von 7879 und 7774 m mit der 
Tiefe von 8045 m westlich von Bougainville festzustellen. Als erster Lotungskurs 
wurde ein Kurs gewählt, der zentral auf den wahrscheinlichen Biegungspunkt 
des Grabens zu gerichtet war. Durch starke südwestliche Stromversetzung wurde 
der Kurs leider näher als beabsichtigt an das im Januar gelegte Profil heran- 
gerückt, führte aber zu dem Schluß, daß der Graben hier scharf nach Süden 
umbiegt und an Breite stark zunimmt. Die erreichte Maximaltiefe betrug 6783 m 
auf Station Nr. 15; auf Station Nr. 16 mit 4662 m wurde der südliche Grabenrand 
erreicht. Es wurde sodann rechtwinklig zum ersten Kurs auf die Westküste von 
Bougainville zu gedampft. Gleich bei den ersten Lotungen zeigte sich ein starker 
Abfall, der auf Station 20 und 21 die größten Tiefen von 8400 und 9140 m er- 
reichte, Auf Station 20 reichte die Drahtlänge nicht, weil nach der letzten 
Lotung 1200 m Draht wegen Torsionsbildung im Draht gekappt waren. Nach 
dem gelungenen Aufhieven von 8400 m wurden sofort 2000 m neuer Draht an- 
gesplißt und die Lotung wiederholt, die jedoch infolge Abtreibens des Schiffes 
während des Aufhievens etwas südlicher fiel. Die Lotung ergab 9140 m; die 
Grundberührung war einwandfrei, Leider brach der Draht, als noch 1200 m aus 
waren, wahrscheinlich infolge der nicht ganz einwandfreien Beschaffenheit des Lot- 
drahts. Zwei weitere Lotungen ergaben noch Tiefen über 6000 m; die Lotungs- 
reihe mußte wegen Zeitmangels abgebrochen werden. 
Von Sydney ging S. M. S. »Planet« wie im Vorjahre über Neu-Kaledonien 
nach den Neu-Hebriden, um die Nachforschungen nach dem von Seismologen 
hier vermuteten Graben, die 1909 an der Ostseite der Inseln zu keinem Ergebnis 
geführt hatten, dieses Mal an der Westseite der Inselgruppe fortzusetzen. Auf 
Grund der bislang vorliegenden Lotungen war auf Tafel 19 (Annalen 1909) die 
wahrscheinliche Lage des Grabens angedeutet worden; die 1910 von »Planet« 
ausgeführten Lotungen ergaben, daß der gemutmaßte Graben wirklich westlich 
der südlichen Inseln vorhanden ist. Die Lotungen wurden, wie vorgeschlagen, 
im Zickzackkurs von Süden nach Norden gelegt (s. Tafel 2); hierbei wurde der 
Graben in vier Querschnitten mit Tiefen über 6000 m nachgewiesen. Die größten 
Tiefen liegen im Süden zwischen den Inseln Mare und Tanna, die Maximaltiefe 
betrug 7570 m; nach Norden scheint sich der Graben zu verflachen. Durch die 
systematische Einkreisung der letzten größeren Tiefe von 6100 m und durch die 
querab von Espirito Santo gelegte Lotungsreihe erscheint eine Fortsetzung des 
Grabens nach Norden oder Westen ausgeschlossen. Die Lotungen im Süden 
zwischen Mar6 und Aneytyum weisen nur Tiefen von weniger als 3000 m auf, so 
daß man annehmen kann, daß hier die Einsenkung einen Abschluß hat. Die 
Fortführung der Lotungen bis an die Inseln, Tanna- und Efate-Insel, unterblieb, 
da stürmischer NO-Wind mit hoher See hinderte. Zur Übernahme von Kohlen, 
die aus dem der britischen Admiralität gehörenden Kohlenlager zur Verfügung 
gestellt wurden, wurde Port Vila angelaufen, 
Die Lotung Nr. 54 mit 3897 m Tiefe (in der Nacht ausgeführt) fällt fast 
genau auf die in der brit. Admiralitätskarte 3033 verzeichnete 48/, Fadenstelle 
(Cheyne 1853). Mit Lotungsstation Nr. 56 war die Nachforschung nach dem 
Neu-Hebriden-Graben beendet; die folgenden Lotungen konnten, da wenig Zeit 
zur Verfügung stand, nur in größeren Abständen gelegt werden. Das Ergebnis 
dieser Lotungen in Verbindung der hier schon vorhandenen ist, daß nordnord- 
westlich der Neu-Hebriden zunächst eine ausgedehnte Verflachung der Tiefsee 
festgestellt wurde, der (auf dem NW gerichteten Kurse) südwestlich der Inseln 
Santa Cruz und San Christoval ein Becken mit Tiefen über 5000 m angelagert 
ist, das bei San Christoval als größte Tiefe 6880 m aufweist. Diese Tiefe deutet 
wieder auf eine grabenförmige Einsenkung hin, jedoch ergeben die Tiefenlotungen 
S. M.S. »Planet« weiter westlich zwischen Guadalcanar und Rennel-Insel nur Tiefen 
bis 4300 m; allerdings liegen die Lotungen noch in relativ großen Abständen von 15Sm. 
1) Siehe »Ann, d. Hydr. usw.« 1910, S. 98 bis 103, mit Tafel 19 und 20. 
Ann. d. Hydr. usw., 1911, Heft I.
	        
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