270 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1911.
Schutz Funakoshi-Ura, wo kleine Schiffe ziemlich sicheren Ankerplatz auf 4.6 m
Wasser finden, größere Schiffe liegen allerdings auch hier nicht vollkommen
geschützt, da sie auf größeren Wassertiefen ankern müssen,
D. »Niagara« ankerte in West-Karatsu auf 12.8 m Wasser über Ton- und
Sandgrund in den Peilungen: rechter Abhang von O-shima rw. 122° (mw. SO*/, 0),
linker Abhang rw. 83° (mw. O!/,N). Das Schiff hatte B-B.-Anker mit 110 m,
und St-B.-Anker mit 82 m Kettenlänge aus. Kapt. M. Engelhart ankerte dicht
unter Oshima. Er ist der Ansicht, daß bei frischem nördlichen Wind gehöriger
Seegang in der Bucht steht. Während seiner Anwesenheit im Juni, als im Hafen
beinahe Windstille war, stand auf dem Ankerplatz ziemliche Dünung, in der die
Leichterfahrzeuge gehörig arbeiteten. Das Laden geschieht auf dem Ankerplatze
aus Leichtern. Die Kohlen werden in kleinen Körben übergemannt. Kosten und
Risiko für die Ladung in Leichtern trägt der Befrachter, Bootslandungsstelle
befindet sich beim Zollgebäude. Schiffsboote werden zum Verkehr mit dem Lande
nicht benutzt. Man heuert hierzu ein Sampan, von denen immer eine Anzahl
beim Schiffe umherliegen. Man bezahlt für eine Tour 10 Sen.
Dockanlagen sind nicht vorhanden.
Hafenunkosten. Tonnengelder betragen 5 Sen per R-T. netto.
Die Stadt Karatsu liegt am innersten Teil der gleichnamigen Bucht, Aus-
gedehnte Porzellanfabriken sind am Orte. An der Tobo-Bucht liegen die Städte
Tobo, Lashi, Myoken und Oshima.,
Schiffsverkehr, Im Jahre 1908 besuchten 337 Schiffe mit 337518 R-T,
Gesamttonnengehalt den Hafen, Ausgeführt werden Kohlen, die mittels Eisen-
bahn von den Minen heruntergeschafft werden, die 6 Sm von der Mündung des
Matsuura-Gawa landeinwärts liegen,
Eine Eisenbahn endigt auf Oshima; sie ist jedoch nur zum Kohlentransport
bestimmt.
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen japanischen Ursprungs sind jederzeit
in reichlichen Mengen zu haben. Die Übernahme geschieht durch Mannung
in kleinen Körben. D. »Niagara« nahm 1300 t in 15 Stunden, Gutes Trink-
und Kesselwasser ist zum Preise von 50 Sen für die t zu erhalten. Frischer
und Dauerproviant ist zu erhalten, andere Schiffsausrüstung nicht.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutsches Konsulat sowie Agenten
des Germanischen Lloyd und deutscher Dampfergesellschaften sind nicht am
Orte. Kapt. A. Schau hatte Mitsui-Bussan-Kaisha als Agenten. Seemannsheim
sowie Seemannskrankenhaus sind nicht vorhanden, Desertionen von Schiffs-
leuten kommen nicht vor.
Zeitball ist nicht vorhanden, ebensowenig Einrichtungen zur Kompaß-
regulierung sowie zum Vergleich und zur Untersuchung meteorologischer und
nautischer Instrumente. Seekarten sind nicht zu kaufen,
Tsuruga (Japan).
Nach Fragebogen Nr. 4094 des Kapt. M. Dietrich, Schulschiff »Herzogin Cecilie«, vom Februar 1906;
Nr. 4453 des Kapt. C. Bär, D. »Andr& Rickmers«, vom April 1908, Ergänzt nach amerikanischen
und englischen Quellen, Brit. Adm-Krt. Nr. 2347, Japan: Nipon, Kiusiu und Shikoku and Part of
Korea; Nr. 1495, Aburatani Bay to Ando Zaki including Oki Islands and Wakasa Bay; Nr. 2174,
Amarube Zaki to Ando Zaki including Wakasa Bay; Nr. 2133, Harbours and Anchorages on the North
Coast, of Nipon, Plan: Tsuruga Bay.
Tsuruga, an der Nordwestküste der Insel Nipon, liegt am innersten Teil
der in N—S-Richtung etwa 6 Sm langen und durchschnittlich ungefähr 2 Sm
breiten Tsuruga-Bucht, Diese ist nach Norden zu offen, wodurch im Herbst und
Winter, wenn nördliche Stürme auftreten, Dünung in sie hineinsteht; bei andern
Winden ist sie aber sicher und kann von Schiffen jeder Größe benutzt werden.
Die geographische Lage des Leuchtfeuers auf Tateishi-zaki an der Westseite der