Lütgens R.: Die Größe der hauptsächlichsten Windgebiete auf dem Meere, 267
ein, und auf die Passate allein fällt schon rund 31%,. Daraus erhellt auch die
Bedeutung der Passatgebiete für die Segelschiffe. An zweiter Stelle folgen dann
erst mit fast 24°, die Westwindregionen und weiter mit 19.5%, die Übergangs-
gebiete vom Passat zu den Westwinden. Der Kalmengürtel macht nur 9° der
Wasserbedeckung aus.
Das Gesamtareal der unterschiedenen Windgebiete beträgt 357.4 Millionen
Quadratkilometer, Nach den immerhin doch rohen Messungen ist dieser Wert
sehr befriedigend zu nennen, da Krümmel an der oben erwähnten Stelle als
genaue Zahl der Wasserfläche der Erde 361.1 Millionen anführt. Der Unterschied
beträgt also rund 1%.
Karatsu (Japan).
Nach Fragebogen Nr. 3140 des Kapt. M. Engelhart, D, »Shantung«, vom Mai und Juni 1904;
Nr. 4923 des Kpt. A. Schau, D., »Niagara«, vom April 1909. Ergänzt nach amerikanischen und
englischen Quellen. Brit, Adm-Krt. 2347, Japan: Nipon, Kiusiu and Shikoku and Part of Korea;
Nr, 127, Hirado Kaikyo to Shimonoseki Kaikyo; Nr. 3514, Karatsu Wan; Nr. 2880, Bays on the
North and West Coast of Kiusiu, Plan: Tobo Byochi.
Nishi (West) Karatsu oder Tobo-Ankerplatz heißt die runde Bucht
an der Nordwestküste der Insel Kyushu (Kiusiu), die im innersten Teil der Karatsu-
Bucht westlich von O-shima und etwa 2 Sm nördlich von der Stadt Karatsu
liegt. Die Bucht ist nicht groß und bietet nur einer beschränkten Anzahl von
Schiffen guten Ankerplatz, da die Wassertiefe nach dem Lande zu schnell ab-
nimmt; auch ist sie ungeschützt gegen nordöstliche Winde. Sie dient zum Ver-
schiffen von Kohlen. Schiffe werden nur noch hier und nicht mehr auf dem
alten Ankerplatz, südlich von Taka-shima, vor der Stadt Karatsu beladen. Die
geographische Lage des Brückenkopfes der östlichen Ladebrücke bei der im
innersten Teil der Bucht gelegenen Stadt Myoken ist 33° 28’ 10” N-Br. und
129° 57’ 10” O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1910 beträgt 4.5° W, die jähr-
liche Zunahme etwa 1.5.
Landmarken. Für die Ansteuerung der Karatsu-Bucht kommen in erster
Linie die mannigfachen Inseln als Landmarken in Betracht, die teils der Küste
an beiden Seiten der Bucht vorgelagert sind, teils weiter davon entfernt in See
liegen. Kommt man vom Südwesten, so wird man zunächst die lange Insel
Ikitsuki in Sicht bekommen, die verschiedene Hügel trägt, von denen der höchste
bis zu 286 m Höhe ansteigt. An der Südseite der Insel ist die Küste abschüssig
und auch unter Wasser steil abfallend, an der Nordseite zeigt die hier schmale Insel
auf der nach Westen zugekehrten Seite hervorstehende Küstenabhänge von
beträchtlicher Höhe, die nach Osten allmählich abfallen. Nordöstlich davon liegt
die Insel. Azuchi, die gut angebaut ist und mehrere Hügel hat, von denen der
höchste auf ihrer nördlichen Hälfte bis zu 215 m Höhe ansteigt. Zwischen diesen
beiden Inseln sieht man Taku-shima, eine kleinere Insel mit einigen rundlichen
Hügeln von mäßiger Höhe, Nördlich von Azuchi O-shima, gut 5 Sm davon ent-
fernt, liegt Futagami-jima, eine sattelförmige, 97 m hohe Insel mit steilen Küsten-
abhängen, nordwestlich von der die keiförmige Klippe Ko Futagami-jima 56 m
aus dem Wasser ragt. Nordöstlich von Futagami-jima liegt Iki-Eiland, die größte
Insel in der Umgebung. Sie besteht größtenteils aus Tafelland, das in seinem
südlichen Teil im Takeno-Tsuji 212 m Höhe erreicht; Otake, der nordöstlichste
Hügel, ist 171 m hoch. 10 Sm nordöstlich von Azuchi O-shima liegt die an allen
Seiten steile Insel Madara, deren höchster Hügel bis zu 236 m Höhe ansteigt
und einen runden platten Gipfel trägt. Ein Ausläufer verbindet diesen Hügel
mit dem 204 m hohen Hügel an der Nordwestseite der Insel, der steil nach dem
Meere zu abfällt. Den östlichen Teil der Insel bildet ein kahler runder Hügel.
Kakata-shima heißt die größte der drei östlich von Madara-jima gelegenen Inseln;
sie ist etwa 122 m. hoch. Südwestlich von ihr liegt die kleine Insel Matsu, Östlich
von ihr die etwas größere, 76 m hohe Ogawa; auf der Südosthuk der letzteren
steht eine Baumgruppe.