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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1911.
reichenden südlichen Sturm, auch schon auf weniger Ostlänge nach Norden ab-
biegen können. Man sollte dann suchen, auf dem kürzesten Wege quer durch
den Passat zu kommen und erst nach Osten steuern, wenn der Nordwestmonsun
und die ÖOstströmung erreicht ist,
Kann die ganze Reise nicht ohne Ergänzung des Kohlenvorrates zurück-
gelegt werden, so würde man im Stillengebiet des südlichen Wendekreises nur so
weit nach Osten laufen, daß man auf etwa nordnordwestlichem Kurse Mauritius
anholen kann. Von Mauritius aus würde man dann nach Norden quer durch
den Passat und im äquatorialen Stillen- oder Westwindgebiet nach Osten steuern
müssen. Im südlichen Winter, wo das windstille Gebiet zwischen dem Westwind-
gebiet und dem Südostpassat nicht ausgebildet ist, mag es sich für Schleppzüge
empfehlen, an der Ostseite des Mozambique-Kanals nach Norden zu steuern und,
wenn nötig, Port Mahe in den Seychellen-Inseln zur Ergänzung der Kohlen an-
zulaufen. Von der Java-See nach Südafrika sollten Segler mit Hilfsmaschinen
den Seglerwegen folgen. Schleppzüge dürften Mauritius zur Ergänzung des
Kohlenvorrates anlaufen müssen.
Von Aden nach der Sunda-Straße und zurück vgl. die Angaben für schwache
Dampfer 8. 9.
Reisen von der Java-See nach Australien und zurück werden von Seglern mit
Hilfsmaschinen im allgemeinen auf den für gewöhnliche Segler gegebenen Wegen
gemacht werden, nur können sie, wenn der Weg durch die Torres-Straße be-
trächtlich kürzer ist, diesen immer schon zur Zeit des Monsunwechsels nehmen,
anstatt wie der gewöhnliche Segler, erst wenn der günstige Monsun durchge-
kommen ist, Schleppzüge um das Kap Leeuwin zu schicken, dürfte im süd-
lichen Winter wegen des hohen Seeganges dort nicht ratsam sein, namentlich
nicht, wenn man vor der Südküste von Australien von Ost nach West zu gehen
hat. Aber auch im Sommer wird die hohe Dünung oder der Seegang vor der
Südküste Australiens an die Verbindung zwischen dem schleppenden und dem
geschleppten Schiffe ganz außerordentliche Anforderungen stellen. Schleppzüge,
die gegen einen Monsun durch die Torres-Straße gehen müssen, sollten die ent-
gegenwirkenden Wind- und Stromverhältnisse bei Bemessung des Kohlenvorrates
nicht zu gering anschlagen, Die Deutsche Seewarte.
Tiefseelotungen S. M. S. „Planet“ 1910
unter dem Kommando von Korvettenkapitän Dominik.
(Hierzu Tafeln 1, 2, 3.)
Wie in den Vorjahren hat S. M. S. »Planet« auch 1910 unter dem Kommando
von Korvettenkapitän Dominik zahlreiche Tiefseelotungen auf Kreuztouren im
Vermessungsgebiet und auf einer Fahrt von Sydney über Neu-Kaledonien und
die Neuen Hebriden ausgeführt, Die Lotungsergebnisse, die in den nachstehenden
Tabellen zugleich mit sonstigen ozeanographischen Beobachtungen veröffentlicht
werden, haben erfolgreich weitere Eigenheiten des so sehr verwickelten Boden-
reliefs des südwestlichen Stillen Ozeans aufgedeckt; die Hauptergebnisse sind auf
Tafel 1 und 2 kartographisch dargestellt.
Die Lotungen 277 und 278 (1909) sowie 1 bis 4 wurden auf Fahrten nach
der Insel Bougainville gewonnen. Lotung 278 mit 4659 m Tiefe (s. Tafel 1)
liegt in dem Becken zwischen Süd-Neu-Mecklenburg und Nissan-Insel, welches
anscheinend durch eine Schwelle von etwa 3000 m Tiefe von dem südwärts be-
Ändlichen Neu-Pommern-Graben getrennt ist. Lotungen 1 bis 4 ergeben einen
neuen Querschnitt durch den Graben mit einer Maximaltiefe von 7774 m; bei
den Lotungen wurde stark nach Süden setzender Strom beobachtet.
Über die Ausführung der Lotungen auf der Fahrt Matupi—Sydney be-
richtet das Kommando S. M. S. »Planet« folgendes: Durch die Lotungen im Vor-