Schulz, B.: Die Strömungen und die Temperaturverhältnisse des Stillen Ozeans usw. 951
gedrängt und im Osten ebenso wie im Winter durch die Alaska-Strömung. In
der Mitte des Streifens von 40° bis 50° N-Br., etwa von 170° O-Lg., bis 170° W-Lg.
haben sie ein fast west-Östliches Verlaufen, so daß ein von West nach Ost etwa
in 46° N-Br. über den Ozean fahrendes Schiff nach der Mitte des Ozeans zuerst
eine Temperaturabnahme und dann nach der amerikanischen Küste zu wieder
wärmeres Wasser antreffen würde. Folgende Beobachtungen zeigen das erstere.
Segelschiff »Sirene«, Jokohamn— Vaneonver,
Datum 1900.
Mittagsort |
Mittlere
Oberflächen-
temperatur
des "Tages,
N.Br.
— O-Le.
August
18, 46° 33’
19. 46° 38
20, 450 41’
21. 45939 |
22, 450 22
165° 45’ 12.4°
166° 51’ 12,29
169° 01’ 12.0°
171° 58’ 11,39
175° 28’ 11.39
Trotz abnehmender Breite werden geringere Temperaturen angetroffen,
Am übersichtlichsten treten die erwähnten Verhältnisse, besonders auch
der Wechsel von kalter und warmer Strömung, im Laufe des Jahres auf Isoplethen-
diagrammen wie dem folgenden hervor. (Vgl. S. 181 f.)
Isoplethendiagramm
für den jährlichen Gang der Oberflächentemperatur auf dem 46° N-Br., 150° 0-Lg. bis 130° W-Lsg.
1509 170° 0-180°-W 1709 150° 140° 180°
Ku +XI
;
L
IL
IL
vV
IL.
7 IV,
vV.
sr
4 v1.
A
VII
VI
X
Xi.
150°
-
[
1609
_—Gr—
170°
.r
- 7
EN „SE
0-180°-W
170°
160°
150°?
— Si
[40°
{vn
7 VI.
IX.
m
X.
XI.
130°
Die Ost- und Westhälfte des Bering-Meeres verhalten sich thermisch im
Sommer gerade umgekehrt wie im Winter. Die Westhälfte ist jetzt die wärmere
infolge der Zufuhr wärmerer Wassermengen durch die Abzweigung vom Kuro
Shio, während die im Osten zwischen den Aleuten hindurchsetzende Trift ungleich
geringere erwärmende Wirkung ausübt,
Gänzlich von denen des offenen Meeres abweichende Temperaturen finden
sich in den seichten Buchten des Bering-Meeres. In der Bristol-Bai herrscht