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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1911.
Auf dem Ozean verlagert der Kuro Shio allmählich seine Achse weiter
nach Norden. Parallel damit geht eine von Monat zu Monat fortschreitende Er-
wärmung, Die 5°-Isotherme, die im April von der Tsugar-Straße quer über den
Ozean bis in den Golf von Alaska verläuft, ist im Mai schon wesentlich nach
Norden verlagert, im Juni bereits hat der ganze nördliche Ozean mit Ausnahme
der Nachbarschaft der Kurilen höhere Temperaturen als 5°, und die 5°-Isotherme
befindet sich im südlichen Bering-Meer.
Die beobachteten Stromversetzungen sind:
9% Versetzungen nach a
x | xo| Oo [S0| Ss [SW WOW
{60° O-Lg.— 140° W-Lg. | 9 | 22 | 13 | ı8 | 8 | 6% 3 5 | 16 | 169
Die Abzweigung des Alaska-Stromes an der Westküste Nordamerikas erfolgt
statt in 40° N-Br. wie im Winter erst in etwa 43° N-Br.!) Wichtig ist, daß für
die Frühjahrsmonate russische und vor allem amerikanische Beobachtungen aus
dem Alaska-Golf vorliegen, die das für den Winter nur vermutete starke An-
steigen der Isothermen für den Frühling deutlich zeigen und damit einen Beweis
für das Bestehen der Alaska-Strömung liefern, Angedeutet wird diese auch durch
Strombenbachtungen deutscher Schiffe im Gebiet 50° bis 53° N-Br. und von der
Küste bis 150° W-Lg. Von 11 beobachteten Strömungen wiesen 8 nach Richtungen
zwischen NW und NO.
Der kalte westliche Teil des Bering-Meeres scheint im April nach den
Beobachtungen auf folgender Fahrt noch keine wesentlichen Temperaturänderungen
aufzuweisen,
Dampfer »Wangard«, Kapt. A, Bruhn, Seattle — Wladiwostok.
Datum | Mittagsort | Oberflächentemperaturen
1908 | N-Br. | O-Lg. 4BV [8b V|12bM 4b N [8b N 1120Mn
April 14. |
* 15.
16.
53° 15
51° 38
49° 19’
164° 27’, 1.5,0.6;} 12| 15| 05, 0.6 =
162° 2 15 16 0.8 —0.3 —0.8 | 4-0.8 |S 42°W 20 Sm
159° 20 [4-0.5 1 0.0! 101 10! 101 40.6]S 9°W 27 Sm
Strom in 2 Etmal.
x
Anders im Mai und besonders im Juni, wo die Zahlen Makaroffs wie
auch die folgenden bereits die sommerliche Erwärmung des Bering-Meeres zeigen
im Gegensatz zu den niedrigen Temperaturen bei den Kurilen,
Dampfer »Alesia«, Kapt, J. Ernst, Portland — Jokohama,
Oberflächentemperatur
Ah V 8b VI12BM 40 N |8LN |12bMrp
. Mittagsort |
N-Br. | O-Le. *
51° 58’ 166° 35’, 3.0 .3.6| 3.9| 2.7 3.1 26
y 50° 18‘ | 160° 16’| 1.9 |1.9| 23 | 22 | 16| 16
48° 6 | 154° 27'| 1.9 | 1.8| 13 | 16| 25| 28
. 45° 42’ | 150° 18'| 2.2 |2.7] 2.8 | 3.0 | 3.6 | 2.9 —
42° 55' | 146° 19'| 3.6 | 4.1| 4.7 | 7.3 | 7,8 | 6.0 | kein Strom |
Mit der Erwärmung parallel geht ein allmählicher Rückzug des Eises im
Bering-Meer. Wir sind darüber unterrichtet vor allem durch die Arbeiten von
Hegemann und Page sowie durch einige andere Veröffentlichungen.?) Für die
) H. Thorade a. a. O. Taf. 5 Nr. 4.
?) J. Chavanne in Pet, Mitt. 1875, S. 1346., 245 £f,
Simpson, Ice and ice movements in Bering Sea and the Arctic Basin, Hydrographie
Office 1590. Washington.
F. Hegemann, Ann. der Hydr. usw. XVII, 1890.
Derselbe, Deutsche Geogr. Blätter, XVIII, 1595. Bremen. Heft1 u, 2,
Deutsche Seewarte: Segelhandbuch für den Stillen Ozean. Hamburg 1897. 8. 35f.
James Page, Ice and ice movements in Bering Sea during the Spring months. Hydro-
graphic Office. Washington 1900.
Monthly Weather Review 1900, S. 162. Ice and navigation at St. Michael, Alaska,
J. P. Maclear, Alaska and Bering Sea Pilot. Second Edition. London 1908.
QO. H. Hansen, Isen i Beringsstraedet og Beringshavet, Dansk Söfartstidende 1908.
V. Garde, Is forholdene i de arktiske Have, Nautisk Meteorologisk Aarbog, Danske
Meteorologiske Institute, Kjobenhavn 1900 bis 1909,
Mai 25.
26.
29. |
S68°0 11 Sm