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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1911,
Wasser ist, am besten geankert, um nicht zurückzutreiben. Kann man nicht
ankern, so muß man das Zurücktreiben in Kauf nehmen, bis die Seebrise einsetzt
und man mit dieser zunächst auf B-B.-Halsen segelt. Ist man damit wieder unter
Land gekommen, so wird man oft noch kurze Schläge ab und an machen können,
ehe man, um die Landbrise zu erwarten, ankert; meistens ist bei kurzen Schlägen
jedoch weniger zu gewinnen, als wenn man sich, solange man noch Seebrise hat,
nur einen guten Ankerplatz sucht, von dem aus man die zu erwartende Land-
brise so gut wie möglich ausnutzen kann. Jedenfalls ist es besser, nachmittags
zeitig zu ankern und eine zur Ausnutzung jedes leisen Zuges der Landbrise aus-
geruhte Besatzung zu haben, als mit absterbender Seebrise auf tiefem Wasser
ankern zu müssen, wohin weniger Landbrise kommt und wo man längere Zeit
braucht, um Anker auf und unter Segel zu gehen.
Gegen den Nordwestmonsun aufzuarbeiten ist viel schwieriger, zum Teil
unausführbar. Namentlich wenn im Dezember und Januar der Nordwestmonsun
mit voller Kraft weht und die östlichen Strömungen ihre größte Geschwindigkeit
haben, können auch gut Luv haltende Schiffe, selbst wo sie Seeraum haben,
kaum aufarbeiten. Ein regelmäßiger Wechsel von Land- und Seebrisen findet
in der Nordwestmonsunzeit nicht statt, dagegen sind Böen und Gewitter häufig.
Besonders schwierig ist es, vor der Nordküste von Ost-Java nach Westen zu
kommen, so schwierig, daß Küstenfahrer, die von Soerabaya nach Batavia wollen
und nicht warten können, vorziehen, durch die Bali-Straße in den Indischen
Ozean zu segeln, dort in einem weit nach Süd ausholenden Bogen West gut zu
machen und durch die Sunda-Straße Batavia von Westen her anzulaufen.
Reisen zwischen der Sunda-Straße und Batavia werden am besten südlich
von der Babi-Insel und der Straußen-Klippe und durch das Fahrwasser Nord um
Groß-Kambüs-Eiland gemacht. Man kann dort überall ankern und hat auch
Raum durchzukreuzen, doch ist es für Fremde am besten, einen Lotsen zu nehmen.
Auf Reisen von der Sunda-Straße nach der Makassar-Straße gehe man
Nord um die Tausend Inseln, nördlich der Karimon Djawa- und der Bawean-
Inseln und nördlich oder südlich von GroB-Solombo entlang. Beim Ansteuern
von Makassar halte man sich gut nördlich,
Auf Reisen von der Lombok-Straße nach Makassar halte man sich im
Ostmonsun so dicht wie möglich unter Lee der Paternoster-Inseln und laufe
Toka Ramata (De Brie-Lcht-F., Lehtf.-Verz. Tit. X Nr. 559) in Sicht. Wenn man
auf dem Wege nach Makassar im Westmonsun durch die Bali-Straße gekommen
ist, so steuere man nach den Inseln Pandjang und Sakala und halte sich dann
gut nördlich vom geraden Wege. Auf Reisen von der Makassar-Straße nach der
Bali- oder der Lombok-Straße verfahre man umgekehrt,
Durch die Bali-Straße sollte man nicht ohne Lotsen segeln; wenn man
von Süden kommt, findet man dort schon vom Berge Ikan an unter der Java-
Seite, noch ehe die Straße enge wird, bequeme Tiefen, wo man ankern und den
Tag, einen Lotsen oder günstige Gelegenheit abwarten kann. Wenn man von
Norden kommt, warte man einen Lotsen unter Bali, etwa zwischen der Hartebest-
Insel und der Straße ab, dabei hüte man sich, vorzeitig in den Strom zu ge-
raten, der durch die Straße läuft. Durch die Lombok- oder die Allas-Straße kann
man ohne Lotsen segeln,
Die Makassar-Straße als Durchfahrt steuere man von Süden her östlich
von der Laars-Bank an, doch kann man auch zwischen den Banken und Poelo
Laoet durchgehen. Von Kap Williams an arbeite man mit Land- und Seebrise
unter der Celebes-Küste.!) Von Norden her halte man sich an der Borneo-Seite
bis zu den Wächter-Inseln, von da bis Kap Williams an der Celebes-Seite und
setze dann den Kurs südwestlich, um südlich von der Paternoster-Gruppe entlang-
zufahren. Wenn man nach der Sunda-Straße will, gehe man nördlich oder süd-
lich von Klein-Poelo Laoet entlang.
ı) Man vergleiche hierzu jedoch den Bericht von Kapt. Thomsen, des Führers der dänischen
Bark »Thora«, Ann. d. Hydr. usw. 1909, S. 566. Dieses Schiff hat sich im Juni an der Borneo-Seite
der Makassar-Straße gehalten und dort nördlichen Strom und südlichen Wind gehabt.