238 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1911.
so daß a die halbe große Achse ist, während
v= (o0—ö)z, (16)
da © die Winkelgeschwindigkeit des in einer Zeit von 8,85 Jahren umlaufenden
Perigäums ist,
In erster Annäherung, d. i. bei Vernachlässigung der höheren Potenzen
von e, kann man daher setzen
$ = a(1— e cos (# — 3) 7)
X = A +3 e cos (0 — 6) 7)-
Hiermit müssen daher, wenn man der Veränderlichkeit von k Rechnung
tragen will, die Formeln (13) multipliziert werden. Für unsern Zweck ist es
hinreichend, daß wir nur einen der Ausdrücke mit dem größten Koeffizienten
E auswählen, z. B.
cos 2 (y— 0) r (18)
Bevor wir diese Operation ausführen, muß beachtet werden, daß unter go
bisher die mittlere Winkelgeschwindigkeit des Mondes in seiner Bahn verstanden
worden ist; diese Winkelgeschwindigkeit ist aber nicht konstant, sondern mit
der Entfernung des Mondes veränderlich; sie ist am größten im Perigäum, am
kleinsten im Apogäum. Der Ausdruck (16) ist deshalb nicht ganz genau, doch
ist es bei der Berechnung der Entfernung für unsern Zweck erlaubt, die mittlere
Winkelgeschwindigkeit an Stelle der wahren zu nehmen. Aus dem Gesetz der
Bahnen — dem zweiten Keplerschen Gesetz —, das besagt, daß der Leitstrahl
in gleichen Zeiten gleiche Flächen beschreibt, leitet man ab, daß in erster Annäherung
die wahre Länge in mittlerer Länge ausgedrückt werden kann durch die Formel
o’r= 0r-+2esin(g—ö)r = 0r +2.
Wenn man weiter, da q eine kleine Größe ist, setzt
cos4q = I sin4q = 4q,
dann findet man an Stelle von (18) den verbesserten Ausdruck
cos 2(y—-o)r-+4qsin2(y—o0o)r
und, wenn man hiermit (17) multipliziert, unter Weglassung des Faktors zZ, des
ersten Gliedes cos 2 (y — o) t und des Gliedes mit e*
3e cos 2 (y — o)r cos (g — Ö)r + 4 e sin 2 (y — o) z sin (0 — Ö) x
f x we
== zes y— 30H Ölr— ze wsly—o—Ö)r.
Die Veränderlichkeit der Entfernung gibt also Veranlassung zur Hinzufügung
zweier elliptischer Glieder, von denen nur das erste und größte in Betracht
kommt; der Koeffizient dieses Gliedes beträgt
= > 0.0549 x 0.919 = 0.173.
Zusammenfassend finden wir, daß die fluterzeugende Kraft in eine Reihe
von Gliedern mit konstanter Winkelgeschwindigkeit entwickelt werden kann und
daß deren hauptsächlichste sind:
Für den Mond:
Winkelgeschwindigkeit Mittlerer Koeffizient
2(y--o\ = 28°.98410 E = 0.919
Yu? = 13°.94304 B = 0.382
= 15°.04107 A =— 0.366
2. = 30°.08214 D = 0.080
2y— 304 © — 280 43972 G =— 0.173
207 —
) = 30°
= 14°,95893
/ = 15°.04107
9 — 30° 08214
Fir die Sonne:
Fo 0423
BB =— 0176
A’ = 0.168
1Y — 0.0837
Bezeichnung
Mo
0) (Deklination)
Kı( “ )
K, ( « )
N f(elliptisch)
Sa
P (Deklination)
K; { )
Kol “ X
Bequemlichkeitshalber ist jedem dieser, Glieder eine Buchstabenbezeichnung
zuerkannt, Die Teiltiden-Kräfte K, und K, sind, mit Ausnahme der Koeffizienten,
für beide Himmelskörper dieselben; sie werden auch für jeden anderen Himmels-