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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

* 4. 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1911. 
Für eine Tiefe von 3000 m wird dann i 
4 = 0.05 cm, 
Der ganze Unterschied zwischen der langen und der kurzen Achse der 
Ellipse oder das Gefülle dieses Niveaus wird also nicht mehr als einen halben 
Millimeter betragen. 
Um endlich dem Einfluß der tangen- 
tialen Komponente der fluterzeugenden 
Kraft nachzugehen, beachten wir, daß die 
Schwerkraft bei P (Fig. 3) eine tangentiale 
Komponente hat gleich 
gsin®, 
wo ® der Winkel ist, den die Normale auf 
das Ellipsoid mit dem Leitstrahl OP ein- 
schließt; diese Komponente muß in Gleichgewicht stehen mit der durch den 
Mond bewirkten tangentialen Komponente, Wenn man berücksichtigt, daß « 
verschwindend klein gegen z + ® ist, also z + ® statt z + PD + « gesetzt 
werden kann, und man dementsprechend in Gleichung (5) z + ® für z einführt, 
muß also sein 
sin ® = e. 7sin2(z+ 9. 
Aus der Gleichung der Ellipse findet man für den Winkel z + ® zwischen 
der Normalen und der X-Achse die Gleichung 
tang (z + 9) = RT tang z, 
woraus folgt, daß 
‚= 
dd 
2 2 5 
cos (z + ®) = FB und sin (z + ®) = A ; 
worin a und b die große und die kleine Achse der Ellipse bedeuten und 
Q? = a*sin? z + bf_ cos? z. 
Daraus folgt 
22 2h2 
sin 0 — a sin2z sin2(z + PD) = Sa sin 2 z. 
Die Substitution dieser Werte in (7) gibt 
a? — bh? — 37 a, 
Q 
Nun sind die größten und kleinsten Werte von Q a? und b*; ohne einen 
nennenswerten Fehler zu begehen, können wir für Q das geometrische Mittel 
dieser beiden äußersten Werte setzen; dann wird (8) einfach 
a —b? =— 3yab 
oder da a und b wenig voneinander verschieden sind, und also gesetzt 
werden kann 
R= Apı — Vab = mittlerer Erdradius 
> RR = 1 X3614X10 71 >< 64107 = 54 cm. 
Nach der Gleichgewichtstheorie wird also der größte, in diesem Sinne 
durch den Mond hervorgerufene Niveauunterschied 54 cm betragen, d. i reichlich 
jausendmal größer, als der durch die vertikale Komponente verursachte. 
Aus diesem Ergebnis der Rechnung ersieht man, daß die beinahe unend- 
lich kleine fluterzeugende Kraft deshalb eine merkbare Wirkung zuwege bringt, 
weil die Wirkung in der Horizontalen proportional dem Erdradius ist, der in 
bezug auf y als unendlich groß angesehen werden muß; während für den Einfluß 
der vertikalen Komponente nicht der Erdradius, vielmehr die in Rücksicht auf 
ihn sehr kleine Meerestiefe den Ausschlag gibt. Geht man nicht von einer Erd- 
oberfläche aus, die von einem wenig tiefen Meere bedeckt ist, sondern stellt sich 
zwei gleich große Seen vor, die in einem Abstand von 90° liegen und mitein- 
ander durch im Mittelpunkt der Erde sich treffende Kanäle verbunden sind,
	        
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