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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Schiffswege nach und ‘von der Java-See. 
a. 
‘ Lombok-Straße .. 
10. von der südlichen Ausfahrt aus der | 10. von etwa dem 20. Oktober bis Mitte 
Makassar-Straße März 
11. in allen Fällen wo man nicht durch die Bali-Straße. kommen kann oder vor- 
bei getrieben ist. ; 
Allas-Straße 
12. in allen Fällen, in denen man. die Bali- oder die Lombok-Straße nicht er- 
reicht hat. 
. Auf dem Wege über den Indischen Ozean sollte man die meiste Westlänge 
im Striche des kräftigsten Passates und der stärksten westlichen Strömungen 
zurücklegen. Das macht in der Südostmonsunzeit oder im südlichen Winter von 
Mai bis September keine Schwierigkeit. Man findet den Südostpassat dann gleich 
außerhalb der Straßen, er pflegt schon etwa in 12° S-Br. seine größte Kraft zu 
entwickeln und ist durchweg kräftig; er reicht allerdings nicht weit nach Süden, 
und deshalb sollte man 24° S-Br. im südlichen Winter erst mit der Annäherung 
an Madagaskar überschreiten, Im südlichen Sommer dagegen, wo sich das Süd- 
ostpassatgebiet weiter nach Süden erstreckt, findet man den Strich des kräftigsten 
Südostpassates — gleichwohl aber nicht so kräftig wie im Winter — durch- 
schnittlich erst in der Nähe oder gar südlich von 20° S-Br. Meistens wird man 
schon durch die Westwinde vor den Straßen — Westmonsun — gezwungen, auf 
St-B.-Halsen nach Süden zu segeln. Man sollte dann aber, auch wenn es der 
Wind zuläßt, nicht zu früh nach Westen biegen oder wenn, was wohl häufiger 
vorkommt, der Wind allmählich südlicher holt, nicht zu früh wenden und sich 
nicht wieder nach Norden drängen lassen. Bei einer Bestimmung um das Kap 
der Guten Hoffnung sollte man die Küste von Südafrika in der Nachbarschaft 
von East London zu erreichen suchen, um die Agulhas-Strömung auszunutzen: 
(Vgl. »Segelhandbuch für den Atlantischen Ozeane, 3. Aufl, S. 547.) 
Für Reisen in der Java-See und den benachbarten Gewässern von Ost nach 
West im Südostmonsun und von West nach Ost im Nordwestmonsun bedarf es 
keiner besonderen Anweisungen, Die Schiffe können meistens Kurs steuern und 
beständig unter Segel bleiben, es sei denn, daß sie in den zum Teil engen Fahr- 
wassern bei Windstillen oder bei Nacht oder auch, um an bestimmten Punkten 
nicht vorbeizutreiben, ankern müssen. Anker und Ketten sollten deshalb be- 
ständig bereit sein. Vielfach üblich ist es, einen nicht gar zu leichten Strom- 
anker auf eine Ankerkette zu schäkeln, beständig zum Fallen bereit zu haben 
und auch da fallen zu lassen, wo, falls nicht unvorhergesehene Umstände ein- 
treten, ein Stromanker mit einer Trosse genügt haben möchte. 
Reisen gegen den Monsun sollten an der Nordküste von Java entlang bis 
zu einem Punkte gemacht werden, von dem aus man auf einem Schlage quer 
über die offene Java-See nach dem anzusteuernden Punkte jenseit davon ge- 
langen kann. ; 
Reisen an der Nordküste von Java gegen den Südostmonsun sind nicht 
übermäßig schwierig. Man arbeitet unter Benutzung von Land- und Seebrise 
ostwärts, Dabei muß man sich so einrichten, daß man gegen Sonnenuntergang 
mit abnehmender Seebrise unter Land ist und sollte dort ankern. Während man 
so ankert, wird man meistens nur die Untersegel und Bramsegel aufzugeien 
brauchen, die Marssegel aber stehen lassen und die Rahen so brassen, daß man 
mit der Landbrise gleich schlags kommt: Vorrahen St-B., Groß- und Kreuzrahen 
B-B. angebraßt. Sobald dann Landbrise kommt, hivt man Anker und segelt so 
weit man kann, Die Landbrise, die abends abkommt, pflegt oft gegen Mitter- 
nacht wieder abzusterben, man sollte sich deshalb so dicht wie möglich unter 
Land halten, um dann wieder ankern zu können und in günstiger Stellung zu 
sein für die Landbrise, die wieder gegen Morgen vor Sonnenaufgang abzukommen 
pflegt. Mit dieser Landbrise, die oft, wenn nicht meistens, allmählich östlicher 
holt, segelt man auf St-B.-Halsen. Tritt dann im Laufe des Vormittags zwischen 
der Land- und der Seebrise Windstille ein. so wird, falls man nicht auf zu tiefem
	        
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