Otarıu (Japan).
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Ende steht eine Leuchtbake. In etwa °/% Kblg Abstand von der Wurzel des
Hafendammes befindet sich zur Erleichterung des Verkehrs kleiner Fahrzeuge
ein 15 m (50’) breiter Durchlaß, Ein zweiter Hafendamm wird in der Nähe von
Hiraiso-misaki am Südstrande des Hafens erbaut. Die Steinschüttung desselben
erstreckt sich jetzt (Dez. 1909) von der Wurzel aus 1100 m (3600°) weit in nord-
nordwestlicher Richtung. An der Nordseite des Ankerplatzes befindet sich eine
410 m lange Ladebrücke, die an ihrem äußersten Ende 6.1 m Wasser längsseit
hat; sie ist mit Bahngeleisen versehen. Eine kleine Brücke befindet sich eben
westlich von derselben. Die letztere endigt in einer schiefen Ebene, so daß
Boote auf die Brücke gezogen werden können, Neuanlagen von Brücken sind
geplant. Löschen und Laden geschieht auf dem Ankerplatze mittels Leichter
und eigenem Ladegeschirr. Holz wird in Leichtern, oder wenn es längere Pfähle
sind in Flößen längsseit gebracht. Beim Beladen der Schiffe wird sehr gut ge-
arbeitet. An Bord des Dampfers »Lyeemoon« arbeiteten die Kulis auch während
zeitweiligen sehr heftigen Schneesturmes unbehindert weiter und nahmen täglich
per Gang und Lucke 240 Tonnen Eisenbahnschwellen über. Kapt. W. Metzenthin
berichtet, daß Schiffe mit erstklassigen Ladeeinrichtungen noch bedeutend mehr
leisten könnten. Er schreibt jedoch auch, daß nicht immer genügend Holz am
Platze zu sein scheint, so daß bei großen Verschiffungen hierdurch eventuell
Verzögerungen eintreten könnten. Kohlen laden Schiffe längsseit der Brücke
an der Nordseite des Ankerplatzes, Es können 2000 Tons in einem Tage bei
ruhiger See übergenommen werden, Bootslandungsstelle, Schiffsboote werden
zum Verkehr mit dem Lande sehr wenig benutzt; gewöhnlich wird ein Sampan
geheuert oder der Tender des Verladers benutzt. Die Boote legen beim Zollhaus
oder an anderswo gelegenen Landungstreppen an.
Hafenordnung. Der Kapitän muß innerhalb 24 Stunden beim Zollamt ein-
klarieren, sonst fällt er in Strafe, .
Dockanlagen. Es ist nur eine Aufschlepphelling für kleine Fahrzeuge vor-
handen. Der Bau eines Schwimm- und Trockendocks ist geplant.
Hafenunkosten, Tonnengelder betragen 5 Sen per R-T. netto. Dieselben
müssen auch bezahlt werden, wenn man nur einläuft um kleine Mengen Bunker-
kohlen zu nehmen. Kapt. W. Rosendahl mußte die Tonnengelder innerhalb
24 Stunden auf der Bank deponieren; dies wurde aber wahrscheinlich nur ver-
Jangt, weil der Kapitän keinen Agenten am Platze hatte.
Die Stadt Otaru ist mit den Ortschaften Ironai und Temiya, mit denen sie
ein Ganzes bildet, am Strande erbaut, Sie zählt etwa 80000 Einwohner. Der
Handel ist sehr bedeutend, wodurch das Land der Umgebung immer mehr an
Wert gewinnt. Die Kohlen der im Ishikari-Tal gelegenen Minen werden mit
Eisenbahnen an die Stadt gebracht und hier verschifft, Eine Salzraffinerie ist
am Orte; Heringsfischerei wird betrieben.
Handelsverkehr. Schiffsverkehr. Im Jahre 1908 besuchten 157 Schiffe
von 172616 R-T. Raumgehalt den Hafen von Otaru. Eingeführt werden Stück-
güter, Eisenbahnmaterialien und gesalzene Lachse, Ausgeführt werden Kohlen,
Schwefel, Gold, Silber, Nutz- und Bauholz. Der Wert der Einfuhr betrug im
Jahre 1908 £ 321543, der der Ausfuhr £ 349918. Die gangbare Münze ist der
Goldyen = 2.09 M.
Dampferlinien. Deutsche Dampfer laufen den Hafen gelegentlich an. Die
in Kobe beheimateten Dampfer der Gesellschaft Nippon Yusen Kaisha unterhalten
regelmäßigen Verkehr zwischen Otaru und den südlich davon gelegenen Hafen-
plätzen; im Winter werden jedoch einige auf der gewöhnlichen Route gelegenen
Hafenplätze von geringerer Bedeutung nicht angelaufen. Dampfer laufen regel-
mäßig alle paar Tage zwischen Otaru und Hakodate.,
Nach Kapt. W. Rosendahl kommen nach dem Hafen nur japanische
Dampfer oder höchstens solche Dampfer anderer Nationen, die von den Japanern
für bestimmte Zeit gemietet sind; die Japaner scheinen den Hafen für sich allein
in Anspruch zu nehmen, Nach seiner Ansicht wird dieser schöne Hafen für
fremde Schiffe nur in Betracht kommen, um im Notfalle zu bunkern.