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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1911. 
Anfangs- und Endpunkt der Bahn richtig aufzufassen, wird besonders dem 
Anfänger schwer; natürlich ist das Ende sicherer als der Anfang zu beobachten, 
weil die Aufmerksamkeit dann schon gefesselt ist, Was sich aber am besten auf- 
fassen läßt, ist die Lage der Bahnlinie unter den Sternen, Mit Recht hat Heis 
betont, daß es einem Auge, welches sich überhaupt an die Betrachtung geo- 
metrischer Figuren gewöhnt hat, nicht schwer fallen könne, festzustellen, in 
welchem Verhältnisse bestimmte Sterngruppen, etwa das Viereck des Großen 
Bären oder das des Pegasus oder auch der Orion, von der Bahn geschnitten 
wurden. Manchmal bleibt eine Schweifspur zurück, die die Feststellung der 
Bahnlage erleichtern kann; doch ist nicht zu vergessen, daß diese Schweife 
Änderungen des Ortes und der Gestalt erleiden können. 
Die genaue Festsetzung der Bahnlage an den beiden Orten bei weniger 
guter Bestimmung der Endpunkte bedeutet offenbar, daß durch die gerade Linie 
der wahren Flugbahn und durch jeden der zwei Beobachtungsorte eine Ebene 
yelegt wird; die Flugbahn erscheint als Durchschnittslinie dieser Ebenen, und 
die genauere Festsetzung der Endpunkte ist Sache besonderer Erwägung. Dieser 
Gedanke kehrt in mehreren Bahnbestimmungsmethoden wieder. Übrigens soll hier, 
wo uns nur die Beobachtung beschäftigt, auf die Bahnbestimmung nicht ein- 
gegangen werden. 
Hier und da werden Bahnen beobachtet, die vom Hauptkreise mehr oder 
weniger abweichen. Gewöhnlich kann man sie als Teile von kleinen Kugelkreisen 
auffassen. Man wird dann außer dem Anfangs- und Endpunkte noch einen mittleren 
Punkt in den Anmerkungen angeben, mindestens aber mitteilen, daß die Bahn 
etwa »konvex nach « Andromedae« war, oder wie man es sonst ausdrücken wird. 
Die Bezeichnungen rechts und links, oben und unten werden besser vermieden. 
Als Ursache der Bahnkrümmung hat man neben dem Luftwiderstande auch die 
Anziehung des Erdkörpers zu betrachten. 
Die Planeten verändern den Anblick des Sternhimmels nicht unbeträchtlich. 
Es ist leicht, den jeweiligen Ort der Venus, des Mars, Jupiter oder Saturn — um 
andere wird es sich nicht leicht handeln — auf der Karte nach dem Augenmaß 
zu bezeichnen, oder, wenn es eine Karte mit Gradnetz ist, nach dem Nautischen 
Jahrbuch, wobei man allerdings, wenn die Karte sehr alt ist, die Präzession zu 
bedenken hat. Der Ort des Mondes verändert sich zu rasch; hat man gelegentlich 
ein helles Meteor gerade auf ihn beziehen müssen, schon weil der Mondschein 
die nächsten Sterne auslöschte, dann muß man, um die Koordinaten des Anfangs- 
und Endpunktes bestimmen zu können, den Mondort nach den Ephemeriden mit 
Rücksicht auf die Parallaxe auftragen, 
Es ist ferner der häufige Fall zu besprechen, daß der Beobachter eines 
hellen Meteors keine Sternkarte zur Hand und auch nicht die Zeit hatte, eine 
solche rasch zu holen. Er wird dann, sobald er freie Zeit hat, die Beobachtung 
nach dem Gedächtnis wiederherstellen müssen. Namentlich wenn infolge Mond- 
scheins oder halbtrüben Wetters nur die hellsten Sterne sichtbar waren, muß die 
Beschreibung schon an einzelne Sterne anknüpfen. Hierbei vermeide man nach 
Möglichkeit alle besonderen Sternnamen, zumal die arabischen, führe 
vielmehr die Fixsterne mit den seit nunmehr drei Jahrhunderten geltenden 
griechischen Buchstaben an, 
Dämmerungs- oder Tagesmeteore müssen auf irdische Gegenstände bezogen 
werden, wenn sich die Bahnen auf solche projiziert haben, z. B. auf die Türme 
einer Hafenstadt oder auf Seezeichen. Dann ist es später möglich, die Aufzeichnungen 
doch noch zu interpretieren, Auf hoher See kann man die Höhe und das Azimut des 
Anfangs- und Endpunktes wenigstens schätzungsweise angeben, da die Fahrt- 
richtung bekannt ist. Sind auch solche Feststellungen nicht besonders genau, 
so darf doch nicht vergessen werden, daß Meteore dieser Art ihrer großen Helligkeit 
wegen zu den merkwürdigsten überhaupt gehören, bei denen jede glaubwürdige 
Angabe Wert hat. 
Wenn während der Fahrt systematisch beobachtet wird, gibt man am 
besten Einheitszeit, z. B. Greenwicher Zeit, an, wobei dem Astronomen, der das
	        
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