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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1911.
faßt und die prozentische Häufigkeit der einzelnen Richtungen berechnet. Es
ließen sich auf diese Weise die Hauptzüge der Strömungen wohl sehr gut er-
kennen, zur Feststellung der Einzelheiten aber lieferte die Wärmeverteilung ein
viel exakteres Mittel.
Für das Bering-Meer mußten die Angaben über die Strömungen im Sommer
im wesentlichen der an Ort und Stelle näher angegebenen Literatur entnommen
werden.
Wie eingangs erwähnt wurde, sind die Strömungen nördlich 40° N-Br.
ungemein abhängig von den jeweiligen Windverhältnissen, Da über diese keine
sich auf ausgedehntes Material stützenden Angaben für die einzelnen Monate
vorhanden sind, erwies es sich als notwendig, die Untersuchung auch auf die
Winde auszudehnen. Eine Bearbeitung nach Zweigradfeldern, soweit.die Wind-
beobachtungen aus den Journalen zusammengefaßt wurden, verbot sich wegen der
geringen Anzahl von Beobachtungen, die auf ein Feld fallen. Sie reicht bei
weitem nicht aus, um zufällige abnorme Windverhältnisse, die z. B. durch ein
nördlich oder südlich vorbeieilendes Minimum bedingt sind, auszugleichen und
einigermaßen die mittleren Verhältnisse darzustellen. Doch auch eine Bearbei-
tung nach Fünfgradfeldern war nicht angängig. Die-Segelschiffe wählen ihren
Kurs von der Ostküste Asiens nach Nordamerika von 170° O-Lg. bis zur Küste
gewöhnlich zwischen 44° bis 49° N-Br. Durch beständige starke Südwinde werden
sie aus ihrem Kurs nach Norden gedrängt, durch Nordwinde dagegen nach Süden
Es findet demnach, worauf Meinardus!) aufmerksam machte, eine Auslese der
Windrichtungen statt, so daß in den nördlichen Gebieten die Süd-, in den südlichen
die Nordwinde in unnatürlicher Weise überwiegen, wie es die folgende Tabelle
deutlich erkennen läßt, und zwar namentlich in den Zonen 44°bis46°, 46°bis48° N-Br.
Prozentische Windhäufigkeit von Dezember bis Februar von 150° bis 170° W-Lg.
Anzahl der
Beobachtungen
Breitenzone
48°-— 50°
46° —48°
44° — 46°
429 44°
N NO © so Ss SW. W NW Still
60 229 287 0%
7 10 14 1581 3 10 10
23 12 10 12 6 3.122 20
| 77 10 10 10 12 5 1% 17
7»
St
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Um diese aus der Art der Sammlung des Materials entstehenden Unter-
schiede möglichst auszugleichen, wurden die Windbeobachtungen in Zehngradfelder
der Zone 40° bis 50° N-Br. zusammengefaßt, Die Beobachtungen nördlich 50° N-Br.,
die selten über 53° N-Br. hinausgingen, mußten dabei allerdings für sich gelassen
werden; auf sie trifft obiger Einwand aber viel weniger zu, da sie ausschließlich
von Dampfern gesammelt wurden, deren Route in geringerem Maße vom Wind
bestimmt wird.
Von den Zehngradfeldern wurden einige, die ähnliche Windverhältnisse
aufweisen,”) vereinigt, um durch die größere Beobachtungszahl die jahreszeitlichen
Änderungen besser hervortreten zu lassen.
Für die asiatischen Landstationen liefern die russischen?) und japanischen)
Veröffentlichungen hinreichendes Material,
Spärlicher sind die Angaben für die amerikanischen Küstenstationen.°)
Auch für das Bering-Meer selbst sind einige Zahlen vorhanden.‘)
‘) W, Meinardus, Über die Methoden zur Verarbeitung von meteorologischen Beobachtungen
Zischrft, d. Ges. f. Erdkde. Berlin 1894. XXIX. 8.97.
Vgl. Atlas des Stillen Ozeans. Tafel 20,
Annales de lObservatoire physique central 1877 bis 1907. St. Petersbourg,
Annual Report of the Central Meteorological Observatory of Japan 1903 bis 190%. Tokio.
Jan Kremar. Zum Klima von Sitka, Meteor. Ztsch. 1908. 8, 318 ff.
Report on .the scientific results of the voyage of H. M. S. »Challenger«. Physics and
vol, II. 1895 S, 191.
Monthly Weather Review 1900. April.
J. Page, Ice and Ice movements in Bering Sea. Washington 1900.
Dilot Charts for the North Pacific Ocean. Washington.
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