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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Mey: Die Passatwinde des Atlantischen Ozeans. 
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sei die Darstellung für die halbtägige Periode und k, = S wiedergegeben (Fig, 3). 
Die Kurve stellt den Gang des Luftdruckes, soweit er einer halbtägigen Periodizität 
unterliegt, dar. Die Windpfeile sind dahin gesetzt, wo der durch den Buchstaben 
Fig. 3. 
N N 
—Ww —W 
<«—0 Ss «—0 A 
- Ss 
gekennzeichnete Wind sein Maximum erreicht, Ein Vergleich mit Fig, 2, S. 174 
zeigt, daß der Zusammenhang im Gange der halbtägigen Luftdruckperiode und 
der Windperiode hier derselbe ist wie dort. Mey. 
Die Strömungen und die Temperaturverhältnisse des Stillen Ozeans 
nördlich von 40° N-Br. einschließlich des Bering-Meeres. 
Von Bruno Schulz. 
(Hierzu Tafel 15.) 
X. Einleitung. 
I. Historische Entwickelung der Kenntnis. 
Die durch den regelmäßigen Nordostpassat in Bewegung gesetzten Wasser- 
massen des Atlantischen und Stillen Ozeans gelangen längs der Ostküste von Nord- 
amerika und Asien durch die ihnen mitgeteilte Bewegungsenergie, selbst gegen 
widrige Winde wie den winterlichen NW-Monsun an der asiatischen Küste, in höhere 
Breiten, wo ihre Bewegung nördlich 40° N-Br. neuen Antrieb erhält durch die 
dort vorwiegenden W- und SW-Winde, Strömungen, die ihr Bestehen räumlich 
weit entfernt wirkenden Kräften verdanken, gehen so in Wasserbewegungen über, 
die unmittelbare Wirkungen der auf dem Meere herrschenden Winde darstellen. 
Während aber auf dem Atlantischen Ozean infolge der breiten Verbindung 
mit dem Nordpolarbecken die nordatlantische Zyklone das ganze Jahr besteht 
und dadurch wesentliche: jahreszeitliche Schwankungen der Strömungen sich 
nicht ausbilden können, tritt auf dem Nordpazifischen Ozean infolge seiner Ab- 
geschlossenheit nach Norden und seiner Lage an der Ostseite der größten Länder- 
masse der Erde der Einfluß der ihn begrenzenden Kontinente weit mehr hervor. 
Jahreszeitliche Änderungen der Winde über dem Bering-Meere sowie dem größten 
Teile des Ozeans nördlich 40° N-Br. und dadurch bedingte Stromänderungen sind 
die Folge. . 
Diese Veränderlichkeit der Wasserbewegungen dürfte neben der Ab- 
gelegenheit des Gebietes die wesentlichste Ursache sein, weshalb unsere Kenntnis 
der hydrographischen Verhältnisse jener Gegend sich so langsam entwickelt hat 
und sich noch heute verschiedene Ansichten gegenüberstehen. 
Die warme Strömung an der Ostküste Japans ist ausgeprägt genug, daß 
sie schon 1643 Vries!) und auch späteren Seefahrern?) leicht auffallen konnte. 
Der Ozean nördlich 40° N-Br. wurde erst erheblich später, zuerst 1741 von 
1) Werken van het Koninklijk Instituut voor Taal-, Land- en Volkenkunde ete. Tweede Afdeeling, 
Reize van Maarten Gerritsz Vries in 1643, Amsterdam 1858, S. 287. 
2) W. R. Broughton, A voyage of discovery to the North Pacific Ocean 1795—1798. 
London 1804, 8, 249 ff. 
A. J. v. Krusenstern, Reise um die Welt auf den Schiffen »Nadeshda« und »Newa«. 
St. Petersburg 1810. III. Teil, S. 249 ff. ; 
Narrative of the Expedition of an American Squadron to the China Seas and Japan by 
M. C. Perry, compiled by Francis L. Hawks. New York 1856. Appendix S. 601 ff,
	        
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