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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Ann. d. Hydr. usw., XXXIX. Jahrg. (1911), Heft IV. 
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Erneuter Versuch mit vollkommeneren Nachtsturmsignalen 
an der deutschen Küste. 
Die im vorigen Jahre an der deutschen Küste mit drei verschiedenen 
Systemen von Nachtsturmsignalen ausgeführten Versuche, über die in den »Ann. 
d. Hydr. usw.«, S. 97/98, Jahrg. 1910 (Tafel 18), berichtet worden ist, haben die 
Frage, welches vollkommnere Nachtsturmsignal an Stelle der jetzigen ‘alleinigen 
roten Sturmlaterne zu wählen sei, um auch in der Nacht die Richtung der er- 
warteten stürmischen Winde bekannt zu geben, ihrer Lösung näher gebracht, zu- 
gleich aber auch die Notwendigkeit weiterer Versuche ergeben. 
Die bekannt gewordenen Beurteilungen der im vorigen Jahre gezeigten 
verschiedenen nächtlichen Sturmsignale stimmen darin überein, daß nächtliche 
Richtungssignale als ein Fortschritt empfunden werden, und zugleich wurde 
mehrfach zum Ausdruck gebracht, daß ein Signalisieren der Quadranten genüge 
und das Anzeigen des Rechtsdrehens entbehrt werden könne. Gegen das aus 
drei weißen Laternen zusammengesetzte Laternendreieck, wie es in Rußland und 
England benutzt wird, ist neben seiner schweren Handhabung geltend gemacht 
worden, daß das Signal aus schrägen Richtungen nicht zu erkennen sei, und 
dieselben Bedenken gelten auch für das zweite benutzte System, wo neben dem 
aus zwei Laternen bestehenden Richtungssignal noch eine Laterne auf der an- 
deren Seite der Rahe gehißt wurde, um das Sturmsignal als solches sicher vor 
anderen Lichtsienalen hervorzuheben. 
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Sturm aus 
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| Atmosphär Störung 
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(Signalball am Tage) 
(r bedeutet: rote Laterne, w:werße L aterne) 
Fast durchweg wurde dem einfachsten, nur aus zwei weißen oder roten 
Laternen bestehenden, nachfolgend skizzierten System als Nachtsturmsignal zum 
Ersatz der am Tage gezeigten Kegelsignale bei weitem der Vorzug gegeben; 
insbesondere erfolgte nur von einer Seite die Anführung der Gefahr einer Ver- 
wechslung mit anderen Lichtern, nämlich des Signals für SW-Sturm mit den 
Laternen eines Schleppers, während sonst durchweg solche Bedenken verneint 
worden sind, 
Das letztere, im allgemeinen wohl nicht zu erwartende Ergebnis ist von 
großer Bedeutung, da das Zweilaternensignal wegen seiner Einfachheit, seiner 
Unabhängigkeit von der Richtung, aus der es erblickt wird, an sich gewiß den 
Vorzug verdienen müßte, Die in anderen Ländern hinsichtlich der Gefahr einer 
Verwechslung des Zweilaternensignals mit sonstigen Lichtsignalen bestehenden 
Befürchtungen, die beispielsweise in Frankreich zur Zeit seine Einführung un- 
möglich erscheinen lassen, machen es jedoch unerläßlich, noch einen ausgedehn- 
teren Versuch mit diesem Nachtsignal anzustellen, da zur Zeit nur die Ergebnisse 
von einer Stelle, wenn auch von unserem größten Hafenplatz, Cuxhaven gewonnen 
worden sind. . 
Aus diesem Grunde soll auf Verfügung des Reichs-Marine-Amts im laufen- 
den Jahre vom 1. Mai bis Ende Dezember auf den Sturmwarnungsstellen in 
Borkum, Schillighörn, Bremerhaven, Cuxhaven, Hamburg, Friedrichsort, Darsser- 
Ann. d. Hydr. usw. 1911. Heft IV.
	        
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