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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Kleinere Mitteilungen, 
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mich alsbald, daß es eine große Wasserhose war, welche sich schnell von West 
nach Ost vorwärts bewegte und wohl in der Entfernung von kaum !/, Sm an dem 
Schiffe vorüberging; Etwa 5 Minuten vorher regnete es 2 Minuten lang große 
Tropfen. Der Wind nahm gleich darauf an Stärke zu, drehte sich von S_ nach SW 
und W, flaute dann plötzlich ab, und als die Wasserhose recht voraus im NOzN 
war, kam Brise recht von vorn, Stärke 3. .Das Blitzen war jetzt ganz enorm, 
auch einzelne harte Donnerschläge wurden gehört. 
Als die Wasserhose etwa ONO peilte, schien sie sich aufzulösen, sie kam 
aber einige Minuten später, nach fortwährendem, starkem Blitzen, nochmals wieder 
im Osten in derselben Form in Sicht.. Der Himmel klarte dann allmählich auf, 
und der Wind holte zurück nach W Stärke 5 bis 6. Das helle Blitzen in der 
Wolkenbank, welche sich allmählich nach Osten verzog, hielt bis zum Morgen 
fast ungeschwächt an. Das Barometer war seit 4b N, wo es auf 767.3 mm stand, 
bis 10 N nur 1.7 mm gefallen. 
b) Bericht des Herrn Aug. Pommerenk, 2. Offizier des D, »Paula«, 
D. A. P. G.: Verließen Sonnabend den 28. Mai 1910 New York, passierten um 
9b 40min V Ambrose Channel Lightvessel und steuerten den üblichen Kurs nach 
Fire Island-Feuerschiff, welches wir um 0b 45” N auf 5 Sm Abstand passierten. 
Steuerten hierauf mw...0S01/„O bis nächsten Mittag und erreichten die Breite 
39° 54’N und die Länge 69° 3’ W. Während des Etmals hatten wir vorwiegend 
NNW-Wind Stärke 2/3 bei klarem, zeitweise, leicht bewölktem Himmel, Das 
Barometer fiel von 29.90’ bis 29.82’; wir hatten eine Durchschnittstemperatur der 
Luft von 13°, des Wassers von 12°. . 
Von genannter Länge und Breite steuerten wir mw. 01/„S und erreichten 
am 30, Mai die Breite 40° 21’N und die Länge 64° 43’ W. Während dieses Etmals 
fiel das Barometer ebenfalls noch bei NNW-Wind von 29.82” auf 29.51. Über 
Nacht nahm die Wassertemperatur zu, und am:30, Mai um 8% V beobachteten wir 
eine solche von 23° C., dagegen eine Lufttemperatur von 15.8°C. Der Himmel 
war bewölkt, und zwar mit Cirrus in der oberen Schicht, Nimbus in der unteren 
Schicht, letztere von SO nach NW ziehend. Auf der Wache von 8% bis 12% hatten 
wir ein sehr scharfes Stechen der Sonne und bekamen um 10% heftigen Regen 
bei leichtem WNW-Wind, welcher jedoch in Mallung überging, Stärke 0 bis 1, 
und aus N, NO, SO und S kam, Um 11% kam eine schwere Regenböe in NO 
auf, welche kurz nach Mittag das Schiff erreichte und sehr starken Regen brachte, 
der Wind schwankte andauernd zwischen NW bis O, Stärke 1 bis 2, ; 
Um 1% 25min sahen wir in NO eine Wasserhose, ungefähr 8 Sm vom Schiff 
entfernt... Selbige ging von einem scharf begrenzten Teile der Wolke aus, die- 
selbe währte jedoch nur bis 1% 32mian und veränderte ihre Form gar nicht und 
war ganz plötzlich verschwunden. Kurz darauf bildete sich etwa 20° östlicher 
von der ersten Wasserhose eine zweite, welche andauernd Form und Umfang 
änderte. Dieselbe bewegte sich zuerst südwestlich, kurz vor dem Verfall jedoch 
nördlich. Um 1% 45min teilte sich die Wasserhose in drei Teile, um kurz darauf 
wieder eine zusammenhängende Masse zu bilden. Um 1% 52m”in bildete sich etwa 
10° westlich von der zweiten Wasserhose eine dritte, welche sich mit großer 
Geschwindigkeit westwärts bewegte. Dieselbe bildete sich, indem von der Wolke 
aus mit einem Male ein ganz dünner Streifen auf die Meeresfläche niederging, 
der in wenigen Sekunden etwa den zehnfachen Umfang annahm, jedoch währten 
die beiden Wasserhosen nicht mehr lange; um 1% 53"i® nahmen ‚beide ab, etwa 
wie ein Regenbogen vom Wasser nach oben zu; man konnte auf dem Wasser 
nur noch Wasserdampf sehen, um 1b 54min waren die Wasserhosen ganz .ver- 
schwunden. Während des ganzen Vorganges hatten wir einen Barometerstand 
von 29.55, eine Lufttemperatur von 17.5°C., Wassertemperatur 21.5°C.; kurz 
nach dem Verschwinden hatten wir ein Gewitter, Regen jedoch sehon die ganze 
Zeit hindurch, . 
7. Eigentümliche Haloerscheinung. Der II Offizier des Dampfers 
»Artemisia«, Herr Koch, hatte Gelegenheit, am 4. März d. Js, kurz vor Valparaiso 
einen anscheinend besonders ausgebildeten Mondring zu beobachten, Nach Mit- 
teilung des betreffenden Offiziers konnte das Phänomen von 0.10: V bis etwa
	        
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