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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

148 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1911. 
wie es mir unbekannt war, daß in dortiger Gegend Hilfe zu erhalten ist und mit 
der Aufnahme durch einen Dampfer gerechnet werden kann, wird es bei den 
meisten, wenn nicht gar allen, das Kap Horn umfahrenden Kapitänen der Fall 
sein. Eine Berichtigung der Segelhandbücher durch Bekanntgabe der angeführten 
Erlebnisse und Tatsachen würde vorkommenden Falles bei Schiffbrüchen oder 
Havarien von großem Nutzen und wesentlicher Erleichterung sein, 
Zum Schlusse möchte ich noch erwähnen, daß auch einer von den der 
Hamburg -Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Gesellschaft gehörenden, unter 
argentinischer Flagge fahrenden Dampfern, die mit drahtloser Telegraphie aus- 
gerüstet sind, alle 3 bis 4 Monate hier vorbeikommt, der ebenfalls zwischen den 
Inseln und im Beagle-Kanal Ausschau nach Schiffbrüchigen hält. Sollte man 
nach einer der Inseln verschlagen werden, so suche man die Stellen auf, die 
(Graswuchs aufweisen, man wird sicher dann auch eine Schäferei antreffen. 
imperial- oder Barracouta-Hafen. 
Nach Fragebogen Nr. 4744 des Kapt. A. Bruhn, D. »Wangard«, vom Juli 1908, Ergänzt nach 
leutschen, englischen und amerikanischen Quellen. Brit, Adm-Krt, Nr. 3340, Gulf of Tartary, Northern 
üheet: Nr. 2508, Barracouta Harbour. Letzte Veröffentlichung »Ann. d. Hydr. usw.« 1899. Seite 225. 
Imperial-Hafen liegt an der Westseite des Tartaren-Sundes etwa 146 Sm 
südlich von der Castries-Bucht. Der Hafen dient der Oriental Timber Corporation, 
Melbourne, als Hauptverschiffungsplatz. Im Sommer ist derselbe Schiffen jeder 
Größe zugänglich, im Winter ist er von etwa Ende November bis April zu- 
gefroren. Die geographische Lage des Leuchtfeuers auf Kap Nikolajewsk 
(St. Nikolaya Point) bei der Einfahrt zum Hafen ist 48° 58’ N-Br. und 140° 22’ O-Lg. 
Die Mißweisung für das Jahr 1910 beträgt 7.9° W, die jährliche Anderung +2". 
Allgemeines. Die den Imperial-Hafen bildende Bucht besteht aus mehreren 
Armen, von denen der östliche oder Hauptarm etwa 5 Sm lang und *!/, Sm oder 
mehr breit ist. Die Wassertiefe an seiner Einfahrt beträgt 29 m; sie nimmt 
nach innen zu allmählich ab und beträgt in etwa 1Sm Abstand von dem 
innersten Teil der Bucht 11m. Hier mündet an der Westseite der Bucht der 
Imperial-Fluß. Auf dem Festlande an der Ostseite der Bucht befindet sich die 
Niederlassung der Oriental Timber Corporation. Der westliche Arm, Zapadnaia- 
Bucht genannt, ist !/, Sm breit; er hat auf einer Strecke von 2'/, Sm nicht 
weniger als 9 m, an seiner Einfahrt 22 m Wassertiefe. In der Postovoi- oder 
Pallas-Bucht liegt die russische Niederlassung Konstantinovski. 
Landmarken. Kap Peschanni (Low Point), das auf 48° 27’ N-Br. zwischen 
zwei steilen Küstenabhängen liegt, ist mit einer Gruppe von Fichtenbäumen bestanden. 
Der Strand in seiner Umgebung ist sandig, hohes Land erhebt sich innerhalb 
des Kaps. In kurzer Entfernung westlich vom Kap erhebt sich ein 549 m (437 m?) 
hoher Berg mit abgeplattetem Gipfel, der eine gute Landmarke bildet. Nord- 
westlich vom Kap steigt der Jaami-Höhenrücken zu 670 m Höhe an, während 
10 Sm südwestlich von ihm ein 238 m hoher Hügel liegt. Östlich vom letzteren 
und innerhalb des Kaps Uspeniya liegt ein spitzer Berg. Nördlich vom Kap 
Peschanni ist die unter Wasser steil abfallende, hügelige Küste mit Fichten- 
waldungen bestanden, und steile Küstenabhänge sind stellenweise vorhanden; 
landeinwärts sieht man hohe mit Schnee bedeckte Berge. Beim Näherkommen 
hilden der weiße Leuchtturm auf dem Kap Nikolajewsk (St. Nikolaya) und die 
weiße pyramidenförmige Bake auf der Menschikoff (Menschikova)-Huk an der 
Nordseite der Einfahrt zum Hafen gute Landmarken. Für von Norden kommende 
Schiffe bildet Kap Buichi auf 49° 46’ N-Br. und das Land in seiner Umgebung 
guten Anhalt. Das Kap ist ein breiter steiler, schwarzer und zerklüfteter Küsten- 
abhang, der auch unter Wasser steil abfällt. Das Land in der Nähe ist bewaldet 
und im Hintergrunde erhebt sich ein hoher Gebirgsrücken. Auf der etwa 13 5m 
südlicher gelegenen Bozna-Huk steht eine 12,8 m hohe Bake; innerhalb der Huk
	        
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