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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Jentzsch: Heimreisen von acht Segelschiffen auf dem Nordatlantischen Ozean usw. ‘137 
des Maximums zu gewinnen zu suchen, wo eine günstige Windäiänderung am ehesten 
zu erwarten ist. 
Die letzte Wegstrecke bis nach dem Englischen Kanal haben die einzelnen 
Schiffe bei meist günstigen Winden mehr oder weniger rasch zurückgelegt, ohne 
daß Bemerkenswertes hierüber zu berichten wäre. Der UÜbersichtlichkeit halber 
ist im folgenden die Reisedauer der Schiffe auf den einzelnen Teilstrecken des 
yanzen Weges gegeben: 
Schiff 
‚ Nesaia« 
‚Blankenese« 
‚Peiho« 
‚Edmund« 
‚Pirna« 
» Hans« 
Abgangs- 
hafen 
Valparaiso 
3./VIIL. 
Mejillones 
7. {VIEL 
Tocopilla 
23./VIIL 
Taltal 
30./VIIL. 
Jquique 
31./ VAL. 
Tocopilla 
4./IX. 
DiegoRamirez| 
(Kap Horn) 
29./V1IL. 
— 926 Tage 
1./1X. 
— 25 Tage 
19./1X. 
— 27 Tage 
24./1X, 
— 25 Tage 
24./1X. 
— 24 Tage 
24./IX. 
— 20 Tage 
Linie 
zeschnitten 
28./1X. 
in 32° W 
= 30 Tage 
5./X. 
in 31° W 
= 34 Tage 
16./X. 
in 27° W 
= 27 Tage 
20./X. 
in 29° W 
— 26 Tage 
17./X. 
in 28° W 
— 23 Tage 
16./X. 
in 285° W 
— 22 Taxe 
30° N-Br. | 
22./X. 
in 37° W 
== 24 Tage 
24./X. 
in: 36° W 
= 19 Tage 
3./XT. 
in 29° W 
= 18 Tage 
5./XI. 
in 32° W 
= 16 Tage 
3./XL 
in 31° W 
= 17 Tage 
3./XI. 
in 32° W 
= 18 Tage 
Lizard 
19./XI. 
— 328 Tage 
13./XI. 
— 20 Tage 
17./XI. 
= 14 Tage 
22./XI. 
— 17 Tare 
19./X1. 
— 16 Tage 
19./XI. 
— 16 Tage 
Ganze 
Reisedauer 
108 Tage 
98 Tage 
86 Tage 
84 Tage 
SO Tage 
76 Tage 
900 O-Le. 
‚Albert Rickmers« 
Viking« 
Rangun 
14./VI. 
Mauritius 
172./ VII. 
6./1X. 
— 84 Tage 
9./I1X. 
— 23 Taye 
3,/X. 
in 21° W 
— 27 Tage 
5./X. 
in 22° W 
— 26 Tage 
LUX. 
in 35° W 
— 29 Tage 
30./X. 
in 35° W 
— 25 Tage 
25./XI. 
— 24 Tage 
17. /XT. 
— 18 Tage 
164 Tage 
92 Tage 
Nach obiger Zusammenstellung haben die östlicher stehenden Schiffe die 
letzte Wegstrecke von 30° N-Br. bis Lizard am schnellsten durchlaufen infolge 
des kürzeren Weges, den sie gegenüber den westlicher stehenden Schiffen zurück- 
zulegen hatten. Am schnellsten der am meisten östlich stehende Segler »Peiho«. 
Es stimmt dies überein mit den Angaben im Segelhandbuch für den Atlantischen 
Ozean, 3. Aufl. S. 512, nach welchen im allgemeinen in den Wintermonaten eine 
möglichst östliche Stellung für die rückkehrenden Schiffe größeren Vorteil ver- 
spricht. Doch wird dies ganz von den angetroffenen Windverhältnissen abhängen, 
Im Hochsommer ist dagegen eine mehr westliche Stellung anzuraten. 
Wie schon weiter oben erwähnt, ist ein bei den Azoren tagelang fest- 
liegendes Tiefdruckgebiet in den Monaten Oktober bis Januar nicht sehr selten, 
Das Eigenartige der im November 1910 angetroffenen Wetterlage ist vielmehr 
darin zu suchen, daß gleichzeitig mit dem Auftreten einer Depression ein Hoch- 
druckgebiet von NW heranzog, schnell nach SO vordrang und zeitweise die von 
SW kommende Depression nach Süden zurückdrängte. Hierdurch blieb im 
Gegensatz zu den sogenannten Madeira-Minima früherer Jahre, die sich manchmal 
über einen großen Teil des Nordatlantischen Ozeans erstreckten, die Ausdehnung 
dieses Minimums auf ein verhältnismäßig kleineres Gebiet beschränkt. Erst mit 
dem Abnehmen des hohen Luftdruckes weiter im Norden dehnte sich auch die 
Depression weiter aus, nahm aber bald an Tiefe ab und war am 9. November 
verschwunden. Während der ganzen Zeit vom 3. bis 8. November hatten sich 
im Westen an der Ostküste Nordamerikas und im Osten über Nordwesteuropa 
je ein. Tiefdruckgebiet verlagert, die sich von Tag zu Tag mehr ausbreiteten
	        
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