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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

39 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1911. 
15jährigen Mitteln mit 31.26%, in den Mai; dann steigt der Salzgehalt bis Januar, 
wo das Maximum mit 33.06°% erreicht wird. Von Januar bis Mai fällt er dann 
wieder. Die Monatsmittel aus den 15 Beobachtungsjahren wurden wie folgt 
gefunden: 
Jan. Febr. März April Mai Juni 
33.06 °% 00 32.64 %/09 32,27% 0 31.44 % 09 31.26 % 09 31.42 %/ 09 
Juli Aug. Sept. Okt, Nov. Dez. 
31.58 % 0 31,87 9/00 31.95 % 00 32250 09 32.80 /00 32.90 % 00 
Das Jahresmittel beträgt 32,10% 9. 
Der höchste beobachtete Salzgehalt belief sich auf 35.07%.,, der niedrigste 
auf 22,26%. Die geringste Schwankung innerhalb eines Jahres betrug 4.30%. 
(1899), die größte 11.63°% , (1895). Innerhalb eines und desselben Monats sind 
die Schwankungen am größten im April, wo die Summe der Salzgehaltsanomalien 
der 15jährigen Mittel 18,78%.) beträgt, am geringsten im November, wo sie sich 
nur auf 5.25%, beläuft. Die Schwankung von einem auf den andern Tag kann 
recht beträchtlich sein; so betrug sie vom 9. auf 10, März 1907 fast 3%, ebenso 
vom 17. auf den 18, Mai desselben Jahres, Derartige große Differenzen gehören 
jedoch zu den Seltenheiten. 
Da die Gezeitenströme bei Helgoland sich mit großer Mächtigkeit bemerkbar 
machen, so lag die Vermutung nahe, daß sie einen Einfluß auf den Salzgehalt 
ausüben, indem bei Niedrigwasser ein geringerer, bei Hochwasser ein stärkerer 
Salzgehalt zu erwarten war. Diese Vermutung hat sich nicht bestätigt. Es ist 
besonders ein Ergebnis der gelegentlichen stündlichen Beobachtungen, die 
12 bis 24 Stunden hintereinander unternommen wurden, daß mit steigendem 
Wasser der Salzgehalt nicht unbedingt größer werden muß, im Gegenteil manchmal 
geringer wird, und bei fallendem Wasser nicht immer fällt, sondern gelegentlich 
steigt. Weiter war zu erwarten, daß länger andauernde ablandige Winde, also 
solche aus O bis SW, den Salzgehalt verringerten. Die genaue Untersuchung 
der Windverhältnisse im Jahre 1907 hat auch diese Annahme nicht bestätigt. 
Zu bemerken ist jedoch, daß mir nur die Häufigkeit der Winde aus den einzelnen 
Richtungen bekannt war, nicht aber ihre Stärke, Solange nicht stündliche Beob- 
achtungen über Windrichtung und Windstärke zur Verfügung stehen, wird sich 
diese Frage nicht endgültig entscheiden lassen. Ohne jeglichen Einfluß auf den 
Salzgehalt ist auch die Regenmenge. Sowohl die während eines Jahres gefallene 
Regenmenge, als auch größere Regenmengen, die von einem auf den andern Tag 
fallen, bringen keine Verminderung des Salzgehaltes zustande, Als besonders 
typisch möchte ich ein Beispiel anführen, das in meiner Originalarbeit noch nicht 
erwähnt werden konnte. Es betrug die Niederschlagsmenge vom 4.auf5. August 1910 
in Wilhelmshaven 45 mm, Helgoland 77 mm, Keitum 88 mm, Cuxhaven 36 mm, 
Hamburg 69 mm. Es sind dies ganz abnorm hohe Niederschlagsmengen, die 
sich wohl über die ganze deutsche Bucht ergossen haben. Für Helgoland ist es 
der höchste überhaupt je beobachtete Regenfall. Ich will nun die Salzgehalte 
[ür ein paar Tage vor und nach dem 5, August anführen. 
Z. 3. 4. 5. 6. 7. 8. August, 
32.32%% 0  32.20%o 32.109 0  31.93%  32.18%o  32.12% 0 32.09 0 
Der Salzgehalt fällt also in diesen Tagen vom 2, bis 5, etwas und steigt 
dann wieder um weniges, Der Fall vom 4. auf 5. ist jedoch so gering, daß er 
nicht der Regenmenge zugeschrieben werden kann, da ja solch kleine Schwan- 
kungen jeden Tag vorkommen. Nimmt man an, daß die bei Helgoland gefallene 
Regenmenge sich mit den obersten drei Meter Seewasser gemischt hätte, so 
müßte der Salzgehalt vom 4. auf 5. auf 31.29°%.9 gefallen sein. Da die Haupt- 
regenmenge aber erst in der Nacht vom 4. auf 5. fiel, der Salzgehalt am 5. 
morgens früh bestimmt wurde, so muß man annehmen, daß die Mischung mit dem 
Seewasser noch bis in bedeutend größere Tiefen vor sich geht, und zwar 
ziemlich rasch, 
Da Helgoland im Mischgebiet von Küstenwasser und Hochseewasser liegt, 
so käme als Faktor für die zeitweilige Herabsetzung des Salzgehaltes noch die
	        
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