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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1911. 
Bilden wir die Ausdrücke unter dem Integralzeichen für die einzelnen 
Querschnitte, so erhalten wir: 
Querschnitt 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 
Abcos 77". 452 +225 22 49 —38 — 16 —273 —224 113 958 
AS cos ZA} —35.6 —244 —186 —12 +14 +106 +4+459 —383 — 10.9 +436 
Querschnitt 11 12 3. 214 15 16 17 18 19 
4 b eos ZA 10.1 —17.2 —161 —03 114 138 32 214 — 47,8 
AScos Z7X — 97 48 +272 +21 —40 —101 —248 —299 —376 
Trägt man sich diese Werte in ein Millimeterpapier ein und zieht an der 
Hand einer Tiefenkarte der Adria eine Kurve, die diese Punkte verbindet, so 
kann man auf planimetrischem Wege die Flächen, welche die obigen Integrale 
darstellen, ermitteln, 
Die Flächeninhalte waren für die Breitekorrektion 1151 mm”, für die Volum- 
korrektion 96 mm?®, wobei im ersten Falle 1 mm? = 2 X 8.029. 10° m? war, im 
zweiten dagegen 1 mm* = 2> 8.029 -10®?m% Die Korrektionen sind dann: 
1151-2 .8.029 + 108 96-2.-8.029 . 109 
4.602.9- 166,57 106 7 00846 und % 9059740.11.109 7 0.0104 
Die Breitekorrektion ist somit größer als die Volumkorrektion; der Grund 
dafür liegt darin, daß bei der Breite die Verschmälerung in der Mitte des Sees 
bzw. am Ende der Bucht sehr viel ausgibt und eine merkbare Verlängerung der 
Periode bewirkt, während beim Volumen die Verschmälerung in der Mitte des 
Sees, durch die große Tiefe des Sees unmittelbar davor und durch die geringe 
Tiefe am Anfang des Sees bzw, am Ende der Bucht fast ganz aufgehoben wird, 
Das Ziehen der Diagrammkurven ist bei den wenigen Punkten etwas will- 
kürlich, was namentlich bei der Volumskorrektur sich bemerkbar macht; bei 
einer zweiten Kurvenziehung ergab sich dafür ein sehr kleiner negativer Wert. 
Die Gestaltkorrektion erhält somit den Wert 0.0346 + 0.0104 — 0.045. 
Bringt man diese Korrektion an die durch die Mündungskorrektion kor- 
rigierte Periode der Adria an, so ergibt sich als endgültige Schwingungsdauer 
der Grundperiode der Adria 
T, = 22.4 Stunden. 
Dieser Wert stimmt mit den tatsächlich beobachteten Schwingungen der 
Adria nicht schlecht überein; erst in letzter Zeit hat v. Kesslitz!) für den 
Hafen von Pola das Gezeitenphänomen näher studiert und speziell die har- 
monische Analyse der Gezeiten für diesen Hafen durchgeführt; durch Ver- 
gleichung der tatsächlich beobachteten d. h. mittels eines Flutautographen 
registrierten Wasserstände mit den durch Synthese der Partialwellen ermittelten 
theoretischen Verlauf der Flutkurve und durch die Abweichungen dieser beiden 
Kurven ist es ihm gelungen, nachzuweisen, daß in der Adria neben der Gezeiten- 
bewegung der Wassermassen noch andere Schwingungen bestimmter Periode auf- 
treten, Er unterscheidet bei seiner Untersuchung drei Hauptwetterformen: 
1. Der Schönwettertypus d. i. heiteres Wetter bei NW-Wind und schwacher 
antizyklonaler Bora, 
2. Borawetter bei frischer antizyklonaler oder zyklonaler Bora; im 
letzteren Falle Scirocco in der südlichen Adria, und 
8. Scirocco mit frischen, durchziehenden SO—SW-Winden in der ganzen Adria. 
Zur Konstruktion der theoretischen Flutkurve benützte er die graphischen 
Methoden bei Einbeziehung der 7 Haupttiden und zur Darstellung der wirklichen 
Flutbewegung die Aufzeichnungen des Flutmessers im Seearsenale in Pola. 
Beim ersten Typus, Schönwetter, fand er eine fast vollständige Überein- 
stimmung zwischen den theoretischen und beobachteten Gezeiten. Ein in der 
!ä) W. v. Kesslitz, Das Gezeitenphänomen im Hafen von Pola, Mitteilungen aus dem Ge- 
biete des Seewesens 1910.
	        
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