Kleinere Mitteilungen.
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Farbe deutlich ausgeprägt, so ungefähr acht- bis zehnmal hintereinander ; der Planet
warf dabei einen auffallend hellen Schein auf das Meer. Diese Farbenveränderung
gab dem Stern das Aussehen einer langsam hinabgleitenden Leuchtkugel, Gleich
nach dieser interessanten Erscheinung verschwand die Venus unter der. Kimm.
4 Zur Zeit der Beobachtung war schönes Wetter, der Himmel. dicht bewölkt,
die Luft vollständig klar und trocken, Luft- und Wassertemperatur -+- 16° C,,
kein Wind und ruhige See.
V 9. Südlicht am 25.. September 1909. Folgender Bericht über eine
eigenartige Südlichterscheinung. ist dem _meteorologischen Tagebuche des
D. »Linden«, Kapt. C. Mildahn, der sich auf der Reise von Fremantle nach
Adelaide in der Nähe des letzteren Hafens befand, entnommen:
»Am 25. September 1909 abends nach 8:2 erschienen und verschwanden
an verschiedenen Stellen des südlichen Himmels, dicht über- der Kimm, helle
Flecke, die wolkenartigen Gebilden ähnlich sahen. In südöstlicher Richtung
tauchte bis 10° über dem Horizont ein rötlicher Schein auf, verschwindet
plötzlich, um im Südwest wieder aufzuleuchten, Nach 9% pflanzt sich das Er-
scheinen und Verschwinden der wolkenartigen Streifen über den ganzen Himmel
fort; dieselben brechen meistens im Ost hervor und schießen in westlicher und
nordwestlicher Richtung‘ durch die Luft, stehen still und verschwinden dann
vollständig, um an einer andern Stelle des Himmels wieder‘ aufzutauchen. Der
von ihnen ausgehende -Lichtschein ist von hellgrüner, stark blendender Farbe.
Nach 10% tritt eine Änderung :in der Erscheinung ein. Die Streifen
verschwinden vollständig und es bildet sich im -Süden ein Halbkreis matten
Lichtes, der sich allmählich nach beiden Seiten ausdehnt und bis 20° über den
Horizont reicht. Über dem nach und nach heller werdenden Halbkreis erscheint
ein roter Gürtel, der um 11% die Form von Strahlenbündeln annimmt, Letztere
besitzen eine schöne rubinrote Farbe und haben einen gemeinsamen Herkunftsort,
der in südlicher Richtung liegt. Der Halbkreis wird mit den Stunden gestreckt,
die Lichterscheinungen schwächer und gegen 4% morgens ist alles verschwunden, «
.. ‚Während des Südlichts herrschte gutes Wetter und war der Himmel klar
und unbewölkt. Wde.
| ‚10. Magnetische Lokalstörungen auf den zu den Ostkarolinen gehörenden
Inseln Eten und Ponape. Nach einem Bericht des. kaiserlichen Bezirksamtes
Ponape an das Reichs-Kolonialamt ist durch den Kapitän Jeschke der Jaluit-
gesellschaft festgestellt worden, daß sich auf dem Südende .der zu den: Truk-
inseln gehörenden Insel Eten (7° 21’.0 N-Br. und 151° 54’.5 O-Lg.v.Gr.) eine ‚Stelle
befindet, an der die Magnetnadel bis zu 180° aus ihrer normalen Lage abgelenkt
wird. Der Kapitän Wittstock vom R.D.S. »Delphin« hat daraufhin die Stelle
ebenfalls untersucht und dieselbe Beobachtung gemacht. Nähere Angaben sind
in dem Bericht leider nicht enthalten, es ist nur noch die Bemerkung hinzu-
gefügt, daß den Boden schwarze Gesteinsmassen bilden, die bei Hochwasser vom
Wasser bedeckt sind. kun .
4 Gleichzeitig wird von dem Landmesser Dulk berichtet, daß er bei seinen
Trassierungsarbeiten auf der Insel Ponape an dem Wege nach Kiti an ver-
schiedenen Stellen starke Lokalstörungen der magnetischen Deklination be-
obachtet hat. Eine Untersuchung des Bodens ergab, daß sich an den fraglichen
Stellen magneteisenhaltiges Basaltgestein befindet, Einige der umherliegenden
Steine übten eine nicht unerhebliche Einwirkung auf die Magnetnadel aus, auch
ließ sich an ihnen deutlich das Vorhandensein zweier Pole feststellen. Der Land-
messer ist nach seinen bisherigen Beobachtungen der Ansicht, daß das gebirgige
Terrain nach dem Innern der Insel zu reich an magneteisenhaltigem Gestein
sein muß,
Ob diese magnetischen Störungen sich so weit seewärts erstrecken, daß sie
für die Schiffahrt in Betracht kommen, ist bislang nicht nachgewiesen. Im
Bericht S. M. S. »Condor«, der im Oktober und November 1908 sowohl in Ponape
wie bei. den Trukinsein war (N. f. S. 594/09), ist nichts darüber enthalten.
Ann. d. Hydr. usw., 1911, Heft IT.