Kleinere Mitteilungen.
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da Feuchtigkeit fehlte und bei der trockenen Hitze eine schnellere Verdunstung
eintreten konnte.
Diese Beobachtungen über das Auftreten ganz außergewöhnlich trockener
Hitze im Mündungsgebiete des Euphrat und Tigris einerseits und starker
Feuchtigkeit der Luft zwischen der Straße von Hormus und Buschehr ander-
seits im Monat Juli und August decken sich übrigens noch mit den Erfahrungen
anderer Schiffe, die sich in den Sommermonaten in den betreffenden Gebieten
aufhielten, wenn auch für das Jahr 1909 hinsichtlich der Stärke beider Phänomene
vielleicht ein Ausnahmezustand waltete; wenigstens enthalten keine der daraufhin
zum Vergleich herangezogenen meteorologischen Tagebücher anderer Schiffe
Klagen über einen solchen hohen Betrag von Luftfeuchtigkeit in den Tages-
stunden. So finden sich im Journal des Dampfers »Savoia«, der im Jahre 1908
etwa in denselben Augusttagen die Häfen des Persischen Golfes besuchte, zwar
gelegentlich einzelne noch höhere Temperaturbeobachtungen, jedoch keine Hin-
weise auf einen abnormen Feuchtigkeitsgehalt der Luft am Tage, obgleich die
Windverhältnisse als dieselben wie im Jahre 1909 bezeichnet werden können,
Im nördlichen Teile des Golfes vor dem Schatt el Arab, wo »Cheruskia«
am 12. August eine Lufttemperatur von 39° bis 42° feststellte, maß »Savoia« am
22, August ebenda nur 32° bis 34°, und während eines 47 tägigen Aufenthaltes
in den Flußhäfen ermittelten die Beobachter dieses letzteren Schiffes eine mittlere
Maximaltemperatur von 43.4° im Schatten und von 55° in der Sonne gegenüber
einer mittleren Nachmittagstemperatur von 40° bis 42° im Schatten, an Bord
der »Cheruskia« für einen Zeitraum von nur 9 Tagen.
Auch die in den »Deutschen Überseeischen Meteorologischen Beobachtungen «
Band 4 und 5!) niedergelegten Erfahrungen der deutschen Kommandanten des
Königlich Persischen Stationsschiffes »Persepolis« aus den Jahren 1885 bis 1888 —
Mitarbeiter der Deutschen Seewarte, die durch ihren Dienst oft monatelang an
Buschehr oder die Flußhäfen gebunden waren — enthalten für ersteren Hafen
zwar gelegentlich Hinweise auf schwüle, feuchte Luft, erwähnen dieser Erscheinung
bei der Charakterisierung der meteorologischen Verhältnisse jedoch nicht be-
sonders, so daß man wohl berechtigt ist, sie allgemein auf den Teil des Golfes
mehr südlich von. Buschehr zu lokalisieren, während nördlich von diesem Hafen
sich schon ein allmählicher Übergang zu dem in den Sommermonaten typischen
Witterungscharakter der Flußhäfen, trocknere Luft, vorzubereiten scheint.
Gleichlautend sind die Urteile aller Beobachter über die zuweilen ganz
enorm trockene, doch eben deshalb weniger lästig empfundene Hitze in Muham-
mera und Basra in den Sommermonaten; sie kann nach den Beobachtungen der
Kapitäne der »Persepolis« derartig ‘sich steigern, daß psychrometrische Unter-
schiede von 15° bis 20° in den Nachmittagsstunden und mithin relative Feuchtig-
keiten unter 10%, keine Seltenheit sind, und in einem Falle sogar — am
6. August 1885 — am trockenen Thermometer 45.1° gegen 22° am feuchten ab-
gelesen werden konnte. Das Holzwerk an Bord dieses Schiffes pflegte in dieser
Zeit so einzutrocknen, daß selbst die Täfelungen der Kajüten Spalten von
7 bis 8 mm bekamen und fichtenes Holz an Deck auf 2 m Breite sich um 34 mm
zusammenzog. Nach der Meinung der Beobachter dieses Schiffes wird eine
ähnliche trockene Hitze nur noch in dem durch seine notorische Trockenheit
bekannten Plateau von Iran beobachtet. Kr
Auf der Rückreise der »Cheruskia« im Anfang September 1909 war die
Luft im nördlichen Teile des Persischen Golfes schon um 3° bis 5° abgekühlt,
in Buschehr sank die Temperatur in den Nachtstunden auf 30° herab; auch
finden sich keine Aufzeichnungen mehr über außergewöhnliche Feuchtigkeit der
Atmosphäre im südlichen Teile des Golfes.
Hinzugefügt sei noch, daß die benutzten Thermometer seitens der See-
warte geprüft sind, und das Thermometer . für Lufttemperatur in einem kleinen
Jalousiekasten auf der Kommandobrücke sich befindet. Die Angaben über Luft-
feuchtigkeit beruhen nicht auf Beobachtungen, sondern nur auf persönlicher
) Vol. auch Ann. d. Hydr. usw. 1387, Heft XI.