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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Kleinere Mitteilungen. 
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eingehalten, um den Strom ganz ausnützen zu können. Die entsprechenden Er- 
wartungen bestätigten sich. Man fand bis zum Mittag des 23. Oktober bei 
leichtem, nordöstlichem bis östlichem Wind eine Versetzung von 36 Sm nach SW, 
während des folgenden Etmals bei mäßigem bis steifem SO-Wind eine Versetzung 
von 73 Sm nach SWzW, am 25. Oktober bei leichtem, südöstlichem bis südlichem 
Wind 36 Sm nach WzS und am 26. Oktober bei leichtem, südlichem bis stürmischem 
OSO-Wind eine Versetzung von 29 Sm nach WNW. 
4. Schwankungen in der Höhe der Troposphäre. In dem Aufsatz des 
Herrn Obolenskij wird auf S. 29 dieses Jahrgangs der charakteristische, zuerst 
von Teisserenc de Bort bemerkte 
Unterschied in der Höhe der Tropo- 
sphäre in Gebieten hohen und niedrigen 
Luftdrucks erwähnt. Die untere Grenze 
der Stratosphäre oder der oberen iso- 
thermen Region, oder auch, wie man 
oft sagt, die obere Inversion, liegt in 
Hochdruckgebieten weit höher, als in 
Cyklonen. 
Bei den Aufstiegen in diesem 
August war die Wetterlage, wie auch 
Herr Obolenskij angibt, nicht sehr 
ausgeprägt, Extreme Verhältnisse da- 
gegen boten der 1. April und 1. Ok- 
tober 1908, für welche die Veröffent- 
lichungen der Internationalen Kom- 
mission uns eine Übersicht gestatten, 
die sich freilich leider fast nur auf 
das mittlere Europa beschränkt. Be- 
sonders zu bedauern ist es, daß Skan- 
dinavien fehlt. 
InHamburg war, wie das neben- 
stehende Temperatur-Diagramm der 
beiden Tage zeigt (vertikal: Seehöhe 
in km, horizontal: Temperatur in °C.), 
der Unterschied außerordentlich groß. 
Aber auch die übrigen Stationen be- 
stätigen dessen Angaben, wenn sie 
auch am 1. April, ihrer größeren Ent- 
fernung vom barometrischen Minimum 
entsprechend, die obere Inversion 
nicht ganz so niedrig zeigen. An 
diesem Tage erstreckte sich ein Ge- 
biet niedrigen Luftdrucks, dessen Zen- 
trum mit 735 mm im Norwegischen 
Meere lag, südostwärts nach dem 
Adriatischen Meere. Isobaren 760 mm 
verliefen auf der einen Seite über 
Paris, auf der andern über Peters- 
burg. Dagegen war am 1. Oktober 
ganz Zentraleuropa von einem Gebiet 
hohen Luftdrucks eingenommen, dessen 
Zentrum mit 774 mm Druck etwa in 
Schlesien lag; die Isobare 760 verlief 
jenseits der Britischen Inseln und über 
Christiansund nach Esthland. Dabei war im Hochdruckgebiet die Luftbewegung 
so gering, daß der Ballon, trotzdem er 22350 m hoch gestiegen ist, nur 6 km 
vom Aufstiegsort in Hamburg selbst niederging, und das Meteorogramm am 
Abend des Aufstiegstages bereits einer Anzahl Mitglieder der gerade in Hamburg
	        
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