Kleinere Mitteilungen.
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geschah die Übernahme aus zwei etwa 20 Tons fassenden Prähmen. Frischer
Proviant ist nur in geringen Mengen zu haben. Das lebende Vieh gehört der
Regierung: Die Preise sind hoch. Lachse und andere Fische, sowie Holz und
Trinkwasser sind zu bekommen,
2. Port Cösar (Colombia). Nach Bericht des Kapt. R. B. Hohlfeld,
D. »Schaumburg«, vom August 1910. Ergänzt aus deutschen, englischen und
amerikanischen Quellen. Br. Adm-Krt. Nr. 396, Cape la Vela to Chagres; Nr. 2417,
Plan: Columbia Bay.
Port Cesar ist ein im Entstehen begriffener Hafen im innersten Teile des
Golfs von Darien in Colombia. Die geographische Lage ist nach Angabe des
Kapt. Hohlfeld etwa 8°:3’ N-Br. und 76° 43’ W-Lg. Die Mißweisung für das
Jahr 1910 beträgt 4.6° O, die jährliche Abnahme 2’.
Der Golf von Darien erstreckt sich von seiner Mündung, die zwischen
Punta de Caribana im Osten und Kap Tiburon im Westen 29 Sm weit ist, vom
Karaibischen Meer aus in südlicher Richtung 46 Sm weit ins Land. Er verengt
sich allmählich bis zu 4 Sm Breite bei Turbo Point, wo der innere Teil,
Columbia-Bai genannt, beginnt, die sich in südlicher Richtung noch etwa 13 Sm
weiter ausdehnt und in O—W-Richtung fast 10 Sm breit ist.
Das Land an der Ostseite des Golfes ist, mit wenigen Ausnahmen, überall
sehr niedrig und eben. Der an der Mündung etwas innerhalb Punta de Caribana
liegende Cerro Aguilo bildet die einzige Erhebung in weitem Umkreise und
daher eine gute Landmarke für die Ansteuerung. Dieser Berg ist von mäßiger
Höhe und bei klarem Wetter aus 25 Sm Abstand davon zu erkennen. Punta
Arenas ist das Ende einer sehr weit vorspringenden niedrigen Halbinsel, die
unter Wasser steil abfällt. Die Halbinsel umschließt durch eine schmale Nehrung
die Aguila-Lagune. In der Umgegend von Punta Uraba gibt es einige kleine
Hügel. An der Westseite ist das Land im äußern Teile sehr hoch, in der Mitte
von mäßiger Höhe und im ganzen innern Teile ebenfalls niedrig.
Die im äußern Teil in der Mitte etwa 55 bis 60 m betragende Wassertiefe
nimmt nach innen wie auch nach den Seiten hin allmählich ab. In der Mitte der
Einfahrt zur Columbia-Bai beträgt sie etwa 20 m, in der Bai selber 20 bis 30 m,
doch liegen unmittelbar vor den Ufern überall mehr oder weniger breite Bänke
mit flachem Wasser.
An- und Einsteuerung. Kapitän Hohlfeld schreibt hierzu: »Die Ein-
steuerung in den Golf von Darien bietet unter Benutzung der vorhandenen
markanten Landmarken, Kap Tiburon im Westen, Cerro Aguila und Punta de
Caribana im Osten, und der weiter aufwärts liegenden Insel Muertos, keine
Schwierigkeiten. Die durch das Lot ermittelten Wassertiefen stimmten mit den
in den Karten angegebenen überein, Beim Einlaufen konnten dagegen Turbo
Point und Observation Island nicht zeitig ausgemacht werden, erst als wir
ungefähr quer davon waren, war ein sicheres Erkennen möglich, Nach Passieren
der Insel Muertos konnten wir Port C6sar bereits ausmachen. Während des Ein-
fahrens trafen wir einen nördlich mit. 1', Sm Geschwindigkeit setzenden
Strom an.«
Ort, Reede und sonstige Verhältnisse. Hierüber berichtet Kapitän Hohl-
feld folgendes: »Port Cesar besteht zur Zeit nur aus einer Hütte, einem Well-
blechsehuppen und einer Landungsbrücke. Die‘ Hamburg - Colombianische
Bananengesellschaft hat von der Regierung eine, 5° Sm von der Küste gelegene,
Fläche. von 5000 ha Land erhalten zur Anpflanzung von Bananen. Zwischen
diesem zur Anpflanzung geeigneten Lande und der Küste befinden sich Sümpfe
und dichter Urwald. Um zwischen jenem Lande und der Küste eine Verbindung
herzustellen, war es unbedingt erforderlich, eine Bahn zu bauen. Der Bau
dieser schmalspurigen Bahn ist bereits in Angriff genommen und es waren etwa
1000 m durch die Sümpfe fertig gestellt. Dampfer »Schaumburg« brachte weiteres
Eisenbahnmaterial nach Port Cesar.
Vorläufig befindet sich nur eine 70 m lange Landungsbrücke am Orte,
die von dem Leiter der Gesellschaft erbaut worden ist. Auf der Brücke