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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

Nikolajewsk, 
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auch ist das Fahrwasser zwischen der Insel Uyuzyut und der Prongö-Huk an 
der Mündung des Amur durch Tonnen und Stangenbaken gekennzeichnet. Die 
geringsten Tiefen im südlichen Fahrwasser sind auf der Strecke von der 
Dschaorö- bis zur Prongö-Huk, Um diese zu befahren, müssen annähernd 4.3 m 
tief gehende Schiffe immer Hochwasser abwarten. Die Schiffe »Ellen Ricekmers« 
und »Mara Kolb« hatten bei der Dschaorö-Huk bis zu 4.1 bzw. 4.2 m (18 7” 
bzw. 13’ 8”) geleichtert, um diese Strecke mit Hochwasser befahren zu können. 
Nach Bemerkung des Kapt. C. Hinrichsen muß man hierbei von der Dschaorö- 
Huk abfahren, ehe der Strom kentert, d.h. ehe er vom Süden kömmt, weil 
nachher das Wasser schnell fällt, namentlich bei Nordostwind, (Siehe auch 
Gezeitenströme.) Das Fahrwasser ist unbedingt Lotsenfahrwasser, und ohne die 
Hilfe eines solchen nicht zu befahren. Da wegen der Veränderlichkeit desselben 
die Tonnen meistens alle Jahre verlegt werden, so ist auf deren genaue Lage, 
wie sie die Karten angeben, nicht mit Sicherheit zu rechnen, und von einer 
eingehenden Beschreibung muß aus diesem Grunde Abstand genommen werden. 
Newelski-Fahrwasser, Dieses Fahrwasser wird von Schiffen mit 4.3 m 
Tiefgang und mehr zum Einsteuern nach dem Amüur benutzt. Das Fahrwasser 
von der Barre bis zum Kap Bolschoi Tschadbach war im Jahre 1910 durch 
29 Tonnen bezeichnet, die von der Barre beginnend die Nummern 1 bis 29 
führen, ' Sämtliche Tonnen sind rot und schwarz gestrichen; die Tonnen 1, 3, 5, 
7 und 9 sind kleine Tonnen ohne Toppzeichen, alle übrigen sind Faßtonnen mit 
Stangen und rot-schwarzen Flaggen. Wenn‘ man auch sämtliche Tonnen an 
beiden Seiten passieren kann, so sind doch die nachstehenden Tonnen mit 
Rücksicht darauf, daß sie wegen der Enge des Fahrwassers der Bank an einer 
Seite des Fahrwassers näher liegen, von den. Schiffen, die aus dem Ochots- 
kischen Meere kommen, an folgenden Seiten zu lassen: Tonne 3 westlich, 
4 bis 6 Östlich, 7 westlich, 8 bis 13 Östlich, 16 bis 18 westlich, 20 westlich, 
21 bis 23 östlich, 25 und 26 nördlich. 
Die Navigierung erfolgt ausschließlich nach den Tonnen; es sind ge- 
wöhnlich zwei bis vier Tonnen voraus gut sichtbar. Oberhalb Kap Bolschoi- 
Tschadbach führen die in den Karten eingezeichneten Kurse nach dem Anker- 
platz vor Nikolajewsk, doch gilt auch hier, was für das südliche Fahrwasser 
gesagt ist. 
Ankerplatz bei der Dschaorö-Huk. Bei dieser Huk ankerten die eingangs 
angeführten Dampfer, um einen Teil ihrer Ladung zu löschen, da ihr Tiefgang 
es nicht erlaubte, das Fahrwasser nördlich von dieser Huk zu befahren, Die 
Ladung wird hier mit eigenem Schiffsgeschirr in 400 bis 600 Tons fassende 
Leichterfahrzeuge gelöscht. Kapt. C. Hinrichsen vom Dampfer »Ellen Rickmers« 
mußte für jeden Leichter 300 Rubel per Tag bezahlen. Es wurde hierbei die 
Zeit berechnet von Abgang des Leichters von Nikolajewsk bis zur Rückkehr 
desselben nach der Stadt, einerlei ob gearbeitet wurde oder nicht. »Ellen 
Rickmers« ankerte hier 6 Tage, da die Verbindung von hier mit Nikolajewsk 
erst am 1. Juni hergestellt werden konnte. 
Ankerplatz im Hafen. Im Sommer können Schiffe vor der Stadt auf etwa 
14.6 m Wasser ankern. Der Ankerplatz ist aber unbequem, wenn frische Winde 
gegen den Strom wehen, der hier mit 11%, bis 3 Sm Geschwindigkeit in der 
Stunde setzt. Im Winter können größere Schiffe hier nicht ankern, sondern 
müssen in Paloo Palbo, einem langen Kriek 30 Sm stromaufwärts überwintern; 
kleine: Küstenfahrer ankern zu dieser Zeit in dem kleinen Hafen innerhalb der 
Kuegda-Huk, Für löschende und ladende Schiffe empfiehlt es sich, so nahe wie 
möglich bei dieser Huk zu ankern zur Erleichterung des Leichterverkehrs, der 
in dem Hafen innerhalb der Huk stattfindet. »Ellen Rickmers« ankerte auf 
11 m Wasser über Schlickgrund, von wo die Kathedrale der Stadt rw, 346° 
(mw. N!/„W) peilte. »Mara Kolb« ankerte südlich von der Stadt auf 20 m 
Wasser. 
Hafenanlagen. Kaianlagen waren im Jahre 1906 noch nicht vorhanden; 
jedoch waren am Lande verschiedene Lagerhäuser errichtet. Löschen und 
Laden geschieht auf der Reede mittels Leichter und eigenem Schiffsgeschirr
	        
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